Ganz schön bissig ...
Ganz schön bissig ...
Das mit 328 Seiten dickste Buch unseres Verlagsprogramms ist die Vampiranthologie "Ganz schön bissig ..." - die 33 besten Geschichten aus 540 Einsendungen.
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » MITMACH-PROJEKT » SCHREIBAUFGABE » Rosemarie C. Barth IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
August 2002
Der schöne Ole
von Rosemarie C. Barth


Ina bummelte verliebt und gut gelaunt durch die Stadt. Ein herrlicher Sommertag hatte begonnen. Plötzlich glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen. Da ist doch Ole? Ihr Ole in einer deutlichen Situation. Er küßte eine andere Frau! Ina starrte wie versteinert auf Ole. Kein Zweifel, er war es. Die Frau, die an ihm klebte, kannte sie nicht.
Inas gute Laune verflog im Nu und sie rannte betrübt nach Hause.

Später saß Ina verstört im Sessel und grübelte. Warum tut Ole so was? Ständig beteuert er, sie sei seine große Liebe. Verzweifelt rief Ina ihre Freundin an. „Hallo Jutta, mir geht’s so dreckig!“
„Was ist Ina, ist es etwa wegen Ole?“
„Ja, Jutta, ich hab‘ ihn gesehen mit einer Frau.“
„Ina, du brauchst nicht weiter reden, ich hab‘ dir gesagt, dein Ole hat an jeder Hand sechs Weiber. Ich habe ihn auch öfter mit anderen gesehen, das weißt du genau. Aber du bist ja blind vor Liebe. Der Mistkerl hat dich nicht verdient. So hübsch wie du bist und sonst so klug, du könntest doch ...“
„Hör‘ auf!“ Ina drückte das Telefon aus. Als ob so was weiter half.
Nein – das müßte anders laufen. Einen Denkzettel würde sie ihm verpassen, dem Mann, der sie angeblich so liebte. Kennenlernen soll er sie! Plötzlich fühlte sich Ina stark. Eine geniale Idee reifte in ihr.

Am nächsten Tag lud Ina ihren Ole zum Autotrip ein. Ole sagte begeistert zu, als sei nichts geschehen. Warte Bursche, dich kriege ich, dachte Ina deprimiert – aber stolz.
„Hallo Süße, du hast mir so gefehlt!“ Ole überschüttete Ina mit Liebesheucheleien. Dir werd‘ ich helfen, du Schuft, schmunzelte Ina während sie an ihren teuflischen Plan dachte.
„Komm Ole, wir suchen ein idyllisches Plätzchen im Wald.“
Da war’s wieder, das ungenierte Grienen, dieser Draufgänger! Warte, dir werde ich’s zeigen.
Ina spielte die gutgelaunte Geliebte und fuhr an den Waldrand.
„Du Ole, ich hab‘ ne Superidee.“ Ina spürte genervt, wie sie errötete.
„Ja Liebling, Süße – was hast du?“
„Ole, ich trau es mir kaum zu sagen, du, ich - ich würde es am liebsten mal mit dir im Auto treiben.“
„Olala, Süße, da sag‘ ich nicht nein.“ Ole schnalzte mit der Zunge. „Du gehst ja heute ran Kleines – hm!“
Obwohl Ina die Situation peinlich fand, zog sie sich langsam aus. Das hätte sie sich denken können, genauso – das war Ole. Mit einem Schwung riß er alle seine Klamotten vom Leibe.
„Ole, ich hab‘ noch eine Überraschung. Könntest du mal fünf Sekunden aussteigen, sonst – ich meine, wenn du zuguckst, wäre es ja keine Überraschung mehr, bitte.“
Ole kletterte aus dem Auto, so wie Gott ihn geschaffen hatte. Ina verriegelte blitzschnell die Tür von innen, drehte den Zündschlüssel, trat hastig Kuppel und Gas und fuhr – wie vom Teufel verfolgt – davon.

Von Ole hörte sie nichts mehr. Wie er splitternackt aus dem Wald entkommen war, hat sie nie erfahren – wozu auch? Ein solcher Ole kann ihr gestohlen bleiben!

(c) Rosemarie C. Barth

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
Dieser Text enthält 2902 Zeichen.

Druckversion

 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2020 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.