Burgturm im Nebel
Burgturm im Nebel
"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Oktober 2002
Planet la femina-grande
von Anne Zeisig


, ertönte die Durchsage,

„Randia35! Hast du das gehört?, Xaxia255 riss ihrer Freundin das Headset herunter. Diese schaute sie entgeistert an: „Was ist denn los?", und rieb sich die Augen, „ich war gerade mitten in der Arbeit, mir die Endphase des Sektors H anzusehen. Du weißt doch, wie wichtig mir die Mitarbeit an diesem Projekt ist, weil..."

„Ich wurde aufgefordert zu kommen! Es ist soweit! Und du, meine liebste Randia35, darfst meine Begleitpersonin sein!", fiel sie der Freundin aufgeregt ins Wort.

Diese legte das Headset auf die Stahletagere und sprach in das Mikro: „Sitzung beendet. Grund: Xaxia255 hat mich zur Begleitpersonin erwählt", setzte das Headset auf die Basisstationin und tippte ihren Abmelde-Code ein.

Randia35 seufzte, und schaute die Freundin stirnrunzelnd an: „Noch kannst du zurück. Du weißt doch, dass in dem Falle die Objektin zur Stammzellengewinnung genutzt wird. Ihr Dasein dann diesen Sinn und Zweck erfüllt."

„Diese Objektin wird meine neue Lebensinhalterin sein!", rief Xaxia255 entrüstet, zog die Freundin zur Tür, die sich öffnete, nachdem beide Frauen ihre Handflächen auf die Identifikatorin gelegt hatten.

,folgte eine weitere Durchsage,

Xaxia255 tänzelte vor der Freundin umher: „Diese Objektin ist schon seit Monaten keine Stammzellenlieferantin, liebste Randia35, das weißt du. Denn ich werde ihre Aufzieherin sein! Ich!", jubelte sie ausgelassen.

Randia35 konnte kaum Schritt halten und keuchte atemlos: „Dafür zahlst du auch einen hohen Preis."

Sie identifizierten sich wieder per Hand auflegen und die Schiebetür der Lift-Transporteuse schloss sich lautlos nach ihrem Eintreten.



Die Frauen klappten die Metallstühlinnen herunter. Randia35 strich ihren silberschimmernden Overall glatt: „Diese Nanofaser ist so was von leicht. Phantastisch!", und nahm Platz.

Auch Xaxia255 setzte sich: „Ach Randia35," sie legte ihren Kopf auf die Schulter der Freundin, „diese Nanofaser interessiert mich im Moment nicht Ich bin so glücklich."

„Achtzehn Jahre Glück gegen ein unendliches Leben eintauschen?", bemerkte die Freundin bitter, „das verstehe ich zwar nicht, aber es ist ja auch sinnvoll, dass sich immer wieder Einwohnerinnen entschließen, Aufzieherinnen zu sein. Mein Glück ziehe ich aus der Mitarbeit an dem Projekt für Sektor H."

„Ich habe kein gutes Gefühl für diese Ansiedlung," wandte Xaxia255 ein, „weil ich befürchte, dass diese unbekannten Wesinnen nur Unruhe auf unseren `Planet la femina-grande´ bringen werden."

Sie schaute hoch zum Profil der Freundin. Stets trug Randia35 ihr silbergraues Haar streng nach hinten frisiert, seit ihr Gesicht einer Erneuerung unterzogen wurde. Das muss vor 20 Jahren gewesen sein. Randias jugendliches Aussehen verströmte auch einen angenehmen Duft nach Zierkloffen. Ein herber, dezenter Duft. Er passte zu ihren 350 Jahren.

Xaxia255 spiegelte sich in der Edelstahlfront der Lift-Transporteuse. Sie bevorzugte eher die kurz geschnittene Variante einer Frisurin. Konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, welche Haarfarbe sie in ihrer Jugend hatte. Das war lange her. Zweitausend Jahre mindestens. Da wurde es Zeit...

„Mich reizt es halt, diese unbekannten Wesinnen zu erforschen. Das soll ja ein sehr unterentwickeltes Volk sein, habe ich gehört," unterbrach Randia35 ihre Gedanken, „und zudem soll ihre Lebensdauer sehr gering sein, maximal 90 Jahre," sie strich der Freundin übers Haar, „mach dir keine Sorgen, diese unbekannte Spezies wird in dem neuen Sicherheitssektor H keinen Schaden anrichten können."

Xaxia255 richtete sich auf: „Kann mir nun auch egal sein, bin neugierig auf die Objektin und die Ansiedlung B. Keine Menschin weiß, wie es sich dort lebt, aber ich weiß genau, dass das meine Bestimmung ist."

„Ist ja auch noch keine von dort wieder gekommen, um uns ihre Erfahrungen mitzuteilen," flüsterte Randia35.

Xaxia255 zwinkerte ihr zu: „Aber diese herrlich duftenden Zierkloffen wird es dort auch geben, denke ich. Sie ist schließlich unsere lebenswichtige Kulturpflanzin."

„Ja, ja," seufzte Randia35, „sie spendet Nahrung, Energie und mir mein herrliches Duftwasser."

,unterbrach die Sprecherin ihre Unterhaltung, „Aber ich dachte," stotterte Xaxia255, „dass du mich begleiten könntest bis zum Ereignis."

Lautlos öffnete sich die Tür. Verstört traten sie hinaus in den Glaspalast, wurden eingehüllt in diesen jugendlich herben Duft.

Randia35 umarmte die Freundin: „Hast ja gehört, es wurde anders entschieden." Sie hielt die Freundin mit ausgestreckten Armen von sich, „lass dich noch mal ansehen," und sah ihr schweigend in die tiefblauen Augen, „ich wünsche dir, dass für dich und die Objektin alles Glück dieses Planeten eintreffen möge." Verstohlen wandte sie sich ab und wischte die Tränen aus den Augen.



Ein letzter Blick und das vertraute, lautlose Schließen der Tür.



+ + +



Was würde sie erwarten?

Endlich stand sie vor der großen Glastür, die sich surrend öffnete. Zaghaft trat Xaxia255 ein in dieses Halbdunkel eines offenbar sehr großen Raumes. Vor ihr stand leicht erhöht eine Glaswürfelin, in deren Innerstem eine Sitzmöbelin platziert war – dieser Glaskubus war punktuell erleuchtet in einem warmen Orangeton.

Ob sie dort platz nehmen sollte? Xaxia255 trat unruhig von einem Bein auf das andere. Die Durchsagen-Sprecherin würde ihr bestimmt die entsprechende Anweisung erteilen. Diese Stimme im Ohr war wirklich praktisch, die Einwohnerinnen nannten sie scherzhaft `Frau im Ohr´. Xaxia255 spürte leichtes Herzklopfen. Aber die implantierte Prozessorin würde für die nötige Regulierung ihrer Organtätigkeiten sorgen, und die entsprechende Menge an körpereigenen Botinnen-Stoffen ausschütten lassen. Außerdem hatte sie letztes Jahr turnusgemäß ihre Organe auswechseln lassen.

Da hatte sie noch nicht ahnen können, dass wenig später immer mehr dieser Wunsch in ihr reifte, die Aufzieherin einer Objektin sein zu wollen.



Sie versuchte, sich zu entspannen, atmete tief durch und lehnte sich zurück.

Das Ereignis! So nah! Nur noch diese Informations-Routine.

< Xaxia255 erklärte im zehnten Planetinnen-Monat mit heutiger Tagin, dass sie die Aufzieherin einer Objektin für eine kurze Zeit von 18 Jahren sein wird. Nach dieser Zeit plus einer Tagin werden alle Tätigkeiten ihrer Organe eingestellt. Xaxia255 stellt ihren Körper nach Exitus den Wissenschaftlerinnen zur Verfügung. Ebenso tritt sie ihre Rechte der vorhandenen Klone ab an die Rätinnen des Ressorts für Gen-Technologie und Reproduktionsmedizin. Nach Übergabe der Objektin wird Xaxia255 mit dieser im Sektor B ansässig. Nach dem Exitus von Xaxia255 verbleibt die Objektin in Sektor B.>

Ungeduldig rutschte Xaxia255 auf der Stuhlin hin und her. Wann endlich würde sie die Objektin sehen können? Ihre Gedanken wollten abschweifen in ihre Kindheit, aber da folgten die nächsten Angaben:

Xaxia255 hörte gar nicht mehr der Sprecherin zu, sie wollte endlich ...

Plötzlich fuhr der Glaskubus langsam in die Höhe. Es war so dunkel da oben. Ruckartig stoppte die Glasbehälterin.



„Was?", wollte Xaxia255 noch rufen, „keine `Frau´ mehr im Ohr? Das war aber nicht vereinbart!"

Da blendete sie helles Licht. Sie saß noch immer auf dieser Sitzmöbelin, und langsam gewöhnten sich ihre Augen an das Licht. Der Glaskubus war nicht mehr da. Sie sah sich um. Da lag sie! Direkt gegenüber auf der Bettin! So winzig! Die Äuglein geschlossen! Xaxia255 eilte durch die Zimmerin, kniete sich nieder, nahm vorsichtig das kleine Bündel Menschin in den Arm.

Ihre Objektin! Stupsnase, kleine, enganliegende Öhrchen. Vorsichtig drehte sie das silberne Armbändchen um das Handgelenk der Kleinen, damit sie deren Bezeichnung entziffern konnte: „Aixo1", las sie leise vor, drückte die Kleine an ihre Brust und weinte heftige Freudentränen. Behutsam streichelte sie über das flaumige Haar. So dunkles Haar! Sie hatte längst vergessen, dass Haare nicht nur silbergrau sind. Natürlich waren sie alle stolz auf das Grau ihrer Haare, war es doch ein Zeichen für eine lange Lebenszeit – und es war die Nationalfarbe ihres Planeten. Sogar die herrlich duftenden Zierkloffen blühten schon seit unendlicher Zeit silbrig schimmernd, und stets trugen sie diese ovalen Früchtinnen mit kleinen Punkten in allen Graunuancen. Die Überlebenspflanzin ihres Planeten, sie gab ihnen alles, was sie benötigten. Irgend wann, in grauer Vorzeit, Xaxia255 lächelte ob dieser Metapher, da war den Wissenschaftlerinnen diese vollkommene Züchtung gelungen.

Wie entspannt die kleine Aixo1 atmete! Eine gelungene Objektin!

Sanft streifte sie mit dem Zeigefinger über die Wangin der Kleinen: „Hallo, meine Kleine, ich bin Xaxia255, deine Aufzieherin. Und ich werde diese Entscheidung niemals bereuen, kleine Menschin." ,flüsterte sie und legte die Kleine auf die Bettin. Denn sie musste sich doch umsehen in dieser neuen Domizielung, sich zurecht finden lernen. Schließlich war das eine neue Lebensphase – ihre letzte – sie sah auf die friedlich schlafende Objektin.

Ein Scheppern ließ Xaxia255 hoch schrecken. Es musste von drüben kommen, aus der Neben- Zimmerin – da stand plötzlich dieses Ungeheuer in der offenen Tür!

Niemals zuvor hatte sie so was Schreckliches, Furchterregendes gesehen! Eine Menschin war es jedenfalls nicht! Obwohl – irgendwie – die Anlagen dazu waren vorhanden. Sie stank fürchterlich! Und war auch mindestens zwei Köpfe größer als sie selbst. So eine große Menschin hatte sie noch nie gesehen! Jung musste sie sein, hatte die selbe Haarfarbe wie Aixo1, aber diese Haare trug sie auch im Gesicht.

`Sicherlich eine ganz normale Einwohnerin hier im Sektor B´, beruhigte sie sich gedanklich, zumal diese Menschin da starr in der Tür stand, mit offenem Mund harmlos Friedlichkeit andeutete. Feindlichkeiten gab es auf ihren Planeten schon seit Jahrtausenden nicht mehr, seit es die Überlebenspflanzinnen gab. Sie spendeten alles und für jede Einwohnerin mehr als genug.

`Wo ist deine Gastlichkeit?´, schallt sie sich, hielt der Menschin ihre Wangin hin und sagte: „Benvenuto in meiner Domizielung. Ich bin erst seit heute hier die Aufzieherin von der Objektin Aixo1, meine Bezeichnung ist Xaxia255."

Sie stutzte, denn diese Menschin erwiederte den Gruß nicht mit einer leichten Kussin auf die Wangin, also zog Xaxia255 ihren Kopf wieder zurück.

`Andere Sektoren, andere Begrüßungs-Rituale offenbar.´ Dachte sie und nahm auf der Divanin platz: „Willst du dich auch setzen? Entschuldige, wenn ich mit den Sitten hier im Sektor B noch nicht vertraut bin, ich sagte ja, dass ich erst mit der heutigen Tagin hier domizielisiert wurde."

Diese fremdartige Personin setzte sich neben Xaxia255. Aus der Nähe betrachtet sahen ihre Haare im Gesicht aus wie kurze Stacheln. `Eine gewollte Gen-Manipulation? Denn Mutanten würden doch gar nicht bis zum Stadion dieser Entwicklungsreife im externen Uterus herangezüchtet!´, schossen ihr diese Gedanken durch den Kopf. Und sogleich schämte sie sich für ihre Zweifel an den Wissenschaftlerinnen und deren zahlreichen Rätinnen, die alle gemeinsam verantwortungsbewusst in den Gremien fruchtbar tätig waren zum Wohle des `Planeten la femina-grande´.

„Dös glaabt mir dahoam koander!", dröhnte es Xaxia255 entgegen. Sie zuckte zusammen, denn so eine tiefe, sonore Stimme hatte sie noch nie gehört. Ja, sicherlich, auch Randia35 besaß eine tiefere Stimmlage als sie, aber doch nicht so laut wie diese hier, dass es in den Ohren schmerzte. Ihr war noch keine Einwohnerin mit einer derartigen Stimmlage begegnet.

„Oh, ähm," diese Menschin nahm Xaxias Hand und schüttelte sie heftigst, „i bin der Xaver, der Leuthäuserl Xaver. Und do hob i alweil denkt, die Leit, die wo so Ufos gsegn ham, do drob´n, dös sans Spinnernde! Jo mei!", und die unbekannte Menschin lachte laut schallend. Was die für große Hände hatte! Und sie fühlten sich so hart an!

Xaxia255 bemühte sich, nicht mehr zusammen zu zucken, denn diese Unhöflichkeit könnte die Menschin bemerken.

„Habt´s ihr da droben hier a än anständ´ges Bier?", und die Menschin lächelte sie fragend an.

„Bier?" ,wiederholte Xaxia255 gedehnt dieses undefinierbare Wort.

„I hab grad än saumäß´gen Durscht, Maderl," sie fuhr mit ihrer Zunge über die Lippen.

Xaxia255 spürte Verzweiflung in sich hoch steigen. Hier sollte sie nun glückliche 18 Jahre mit Aixo1 verbringen? Ob die anderen Menschinnen auch so eine sonderbare Sprache hatten? Sie schaute sich um, ob auf der Stahl-Etagere der Zimmerin ein Head-Set lag, welches sie mit Informationen versorgen könne.

Die Menschin stand auf: „Wo is da drobn denn die Kuchl?" Sie schaute Xaxia255 an und wiederholte langsam, „die Küüüüücheeeee meineeeeee ich. Küche. Kühlschrank. Bier." Ging in die Neben-Zimmerin und grummelte, „Hergotts, Sakra, Zeiten noch a mol."

Kein Head-Set. Keine Infos der `Frau im Ohr´. Nichts.

„Jo, Jessas, Zeiten noch a mol!", dröhnte es von Nebenan, „is dös a liabs Büberle!"

Aixo1! Xaxia255 eilte der Menschin hinter her, diese hatte ihre Objektin auf dem Arm, schaukelte sie hin und her und sang ein Lied: „Da drobn auf dem Bergl, da steht an Soldat, der hat in drer Hos´n Kartoffelsalat – holldra, dihieho, holldra, drahoh, holldra, dihiedo, holldra, jihoh," und drückte die Kleine herzend an ihre Brust. Brust? Jedenfalls eine andere Brust als das, was Xaxia255 bisher bei den Menschinnen gesehen hatte. Und diese da trug weite, dunkle Kleidung, aber ein Overall war es nicht. Xaxia255 trat näher und befühlte das Material am Ärmel. Es war nicht so glatt wie die gewohnte Nanofaser, so unangenehm rau.

Diese Menschin schaute sie nur kurz an und legte die Objektin auf die Bettin.

Sie lachte: „Dei Bübele hat´s Windel vollg´schisse." Sie rümpfte die Nase. Was für eine Nase! Breit und klobig!

„Wo san dä Windl´n? Im Scheißhäiserl?", dröhnte sie wieder, suchend schaute sich die Menschin um und machte sich an der Tastatur der Stahltüren zu den Einbautinnen zu schaffen.

Xaxia255 drückte sie sanft zur Seite: „Du hast für meinen individuellen Stauraum doch gar keinen Code!"

Die Menschin lachte laut: „Nö, Maderl, aber den Kot hat dei Büberl in d´r Hosn!", kniete sich hinunter zu Aixo1, zog ihr das Overall aus und entfernte die Exkrementeneinlagin.

Versteinert vor Schreck schaute Xaxia255 auf ihre Objektin, sie warf sich neben die unbekannte Menschin vor die Bettin und schrie: „Das ist keine Objektin! Was hat sie da? Haben sie mir einen Mutant zur Aufzucht überlassen? Das kann nicht sein! Bei uns gibt es keine Mutanten! Das muss ein fürchterlicher Unfall gewesen sein! Sie hätten es bemerken müssen!", und sackte schluchzend zusammen.

Xaver blickte erstaunt zu Xaxia255 und zog sie zu sich an den Oberkörper, tätschelte ihr den Rücken: „Jo mei, Maderl! So an Unglück eins unehelichs Bübele is doch ka Schand nit. Seit´s ihr da herdrob´n a so gschamig wia früher im Middelolder? Dös wird a mol a stramms Kerlchen werde, a liabs Lausbuberle."



+ + +



„Wir führen das Projekt `Aufzucht´ weiter!", befahl die Femina-Oberrätin Randia35 und zog ihr das Head-Set ab, „zwar war es nicht geplant, dass uns eines dieser unterentwickelten Wesen aus dem Sicherheitssektor H entwischt, aber schon durch diese kurzen Beobachtungen ergeben sich neue, interessante Aspekte. Deshalb werden wir das Ausreißer-Wesen in Sektor B, Domizielung Xaxia255 und Versuchswesen Aixo1, belassen. Sinnvoll ist, was der Forschung dient, und damit unserem unendlichen Leben. Diesen Eid haben wir ja alle abgelegt im Garten der Zierkloffen, und auch ihnen, Randia35, war doch dieses Projekt von Beginn an sehr wichtig."

Sie lächelte Randia35 an: „Ich berufe sie in den Geheimhaltungsrat. Ab sofort sind sie für die Speicherung der Beobachtungsprotokollinnen unter strikter Verschwiegenheit verpflichtet." Verließ die Räumlichkeit und sagte im vorüber gehen, „hm, sie duften ja heute wieder ausgesprochen gut nach unseren lebensnotwendigen Zierkloffen."

`Wesen, aha,´ dachte Randia35, ´man nennt sie Wesen und nicht Wesinnen,´ und setzte wieder das Head-Set auf, um ihre Beobachtungen fortzusetzen, schaltete den Voictraduttore hinzu: `Interessante Spezies´, wunderte sie sich, und auch die Objektin zeigte ein ungewöhnliches Körpermerkmal. Wie benannte das Wesen die Objektin? < Büberl, Lausbuberle, Kerlchen>, übersetzte der Voictraduttore.

„Projekt Aufzucht", flüsterte Randia35 in sich hinein, und wischte die Tränen fort.

Ob sie morgen beim Meeting erfahren würde, wo diese Wesen her kamen?

(c) Anne Zeisig, Sept. 2002

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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