Der himmelblaue Schmengeling
Der himmelblaue Schmengeling
Glück ist für jeden etwas anderes. Unter der Herausgeberschaft von Katharina Joanowitsch versuchen unsere Autoren 33 Annäherungen an diesen schwierigen Begriff.
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Oktober 2002
Klon 17 /Versuchsreihe 18 B
von Angelika Walk


“Sag, wann hast du das letzte Mal unsere Mutter kontaktiert?” schreibt Hugo seinem um Jahre jüngerem Bruder Emil.
“Ich denke vor drei Monaten war es ungefähr!” antwortete dieser.
“Mach bitte das Sprachmodul an, ich mag hier nicht die Tasten hämmern. Ich versteh sowieso nicht, wieso du dieses altmodischen Kram beibehalten musst!” tippt Hugo ein.
“Weil es halt Dinge gibt, die man nicht vergessen sollte!” hörte Hugo dann Emil's Stimme, während er sein Gesicht an einem überdimensional großem Bildschirm betrachten konnte.
Emil hatte ein hübsches Gesicht, stahlblaue Augen, einen beginnend wachsenden Schnäuzer. Hugo interessierte es nicht, dass Emil sein Ebenbild war.
“Du immer mit den alten Dingen! Die Technik, der Fortschritt ist alles! Wann kommt Mutter aus dem Seminar zurück. Sollte es nicht morgen sein?”
“Soweit ich weiß übermorgen! Sehn wir uns dann am Freitag mal wieder leibhaftig?”
“Vermutlich nicht, ich hab zu tun!”
“Weißt du schon das neueste? Ich darf Mutti in die Klinik begleiten. Das durfte vor mir noch nie jemand. Zumindest nicht im Alter von 15 Jahren!” erzählte Emil seinem Bruder begeistert.
Emils Augen hatte bei der Begeisterung einen fiebrigen Ausdruck bekommen. Hugo war irritiert über Emils Aufregung. Gestern hatte er sogar Tränen in den Augen gehabt, die dann über sein Gesicht gelaufen waren. Niemand wusste wieso, selbst Emil nicht.
Hugo war 30 Jahre alt und hatte den menschlichen Körper studiert. Er kannte die Funktionen der Tränendrüsen in und auswendig. Jedoch konnte er diesen Bedarf an Feuchtigkeit der Sinnesorgan nicht begreifen. Oder, in dem Lehrbuch hatte etwas gefehlt!
Er schüttelte den Kopf bei dem Gedanken.
Emil hatte ihn verrückt gemacht. Ihm erzählt von einem verbotenen Buch. Er mochte seinen Bruder und hörte ihm gerne zu, wenn er mit seiner, sich im Stimmbruch befindlichen Stimme redete. Doch in letzter Zeit redete er viel dummes Zeug.
Trotzdem war seine Tränendrüse für ihn so interessant, das er sich an seinen Lehrproffessor wandte. Dieser wurde ganz aufgeregt und zeigte sich sehr interessiert. Er bat ihn, dieses Sache nicht an die große Glocke zu hängen und erst Meldung zu machen, wenn er sich Emil einmal näher angeschaut hätte.
Doch dieser Bitte konnte Hugo nicht nachgehen. Schließlich war er in der Forschungsabteilung des Krankenhauses seiner Mutter angestellt und hatte die Verpflichtung, Meldungen dieser Art weiterzuleiten.
Der Professor verlor das Interesse wieder und ging seinen Schulungen in der Uni in gewohnter Art und Weise nach. Hugo war abermals durcheinander. Erst dieses Interesse, dann als sei nichts gewesen, trotzdem beobachtete der Professor ihn ständig und genau, wenn er Hugo in der Fakultät für Kommunikationssicherheit besuchte.
Das machte Hugo unsicher und verlegen. Er gab Meldung über Emil, verschwieg aber aus ihm unerklärlichen Gründen, das heiße Interesse des Professors an Emil.
“Das verbotene Buch!” dachte er mal wieder bei sich.
“Der Professor kennt es! Der Professor weiß es auch!” Doch jedesmal wenn er daran dachte, schüttelte er den Kopf um die Gedanken zu verscheuchen.
Nach dieser Meldung über Emils sogenannte Fehlentwicklung stand er unter ständiger Beobachtung. Auch Hugo hatte ihn zu beobachten und Tagebuch zu führen. Jeder Gefühlswallung ging in das Tagebuch zur Überwachung des Prototypen der neuen Gattung!
Am Freitag morgen kehrte die Mutter von Emil zurück. Emil rannte auf seine Mutter zu, flog ihr regelrecht in die Arme.
Es war ein merkwürdiger Anblick. Der 15 jährige umklammert den Hals seiner Mutter, während diese ihre Arme schlaff am Körper hängen ließ.
Sie schob ihn von sich. Redete von den Aufgaben die er zu erledigen hatte und stellte mal wieder fest, das er nicht mal die Hälfte seiner Studien erledigt hatte.
“Emil, Emil. Du funktionierst nicht richtig! Es ist gut, das du mich in die Klinik begleiten darfst. Ich habe wirklich hart dafür gekämpft, das du mit kannst!”
“Funktionierst nicht richtig! Warum ärgert mich dieses Wort nur. Mutter ich finde es einfach nicht richtig. Es hört sich so, so ...!”hilfesuchend schaute er seine Mutter an und konnte nicht verhindern, das seine Augen die verpönte Feuchtigkeit entwickelten. Das hatte er inzwischen begriffen.
Seine Mutter stellte entsetzt fest, das Emil schon wieder eine “Fehlfunktion” entwickelte.
Tränen liefen ihm die Wangen hinab.
“Ist ja gut. Freu dich auf morgen. Morgen wirst du die Klinik kennenlernen. Bitte geh jetzt in deinen Lehrsaal und beende wenigstens die Studie zur Mathematik. Ich habe gleich eine Konferenzschaltung!”
Emil ging eilig auf sein Zimmer, geradewegs an dem Studiensaal vorbei, indem er sich üblicherweise mehr als 12 Stunden aufhielt, schloss die Türe mit Hilfe der Infrarotschaltuhr Legte sich auf sein hypermodernes Schlafmodul, das ihm Hugo erst vor kurzem geschenkt hatte. Irgendwas studierte er da mal wieder und Emil gab sich gerne zu dessen Studien her. Er mochte Hugo eben.. Er schloss die Augen.
Vor seinen geschlossenen Augen sah er Bilder aus dem verbotenem Buch, das er vor knapp drei Wochen gefunden hatte. Er hatte es in der alten Bibliothek der Universität entdeckt. Er war verbotenerweise in den hinteren Teil der Bibliotheksräume gelaufen und es dort durch Zufall in die Hand bekommen. Eigentlich war es strengstens bewacht. Doch an jenem Tag war es wie eine Einladung und er überlegte nicht lange.
Er hatte das Buch mit seiner Minikamera fotografiert. Bis heute weiß er nicht, wieso er soviel Zeit gehabt hatte, ohne das ihn irgend jemand erwischt hatte.
Dann hatte er sich die Filme auf den Monitor seines Studierzimmers geladen und angefangen zu lesen. Seine Augen wurden immer größer bei dem was er da las.
“Würdest du bitte freiwillig die Tür öffnen, oder muss ich so reinkommen. Du weißt doch, das du dich nicht vor mir verstecken kannst!” hörte er die Mutter an der Türe sprechen.
“Selbstverständlich” Er ahnte, das jetzt eine Standpauke der Mutter zu erwarten war.
Doch diese erklärte ihm nur, wie es morgen in der Klinik ablaufen würde und gab ihm seinen Schlaftrunk, den er jeden Abend von ihr ans Bett gebracht bekam, seit er zurückdenken konnte. Also trank er auch diesen Abend. Befremdend war nur, das die Mutter neben ihm stehen blieb und darauf achtete, das er das Glas auch leerte.
Als sie ging, schloss er die Augen und wurde schläfrig. Er sah sich selbst im Zimmer und begann sich in einen Adler zu verwandeln.
Er sah wie sich die Arme in Flügel verwandelten und seine Beine zu Krallen wurden. Sein Kopf spitzte sich nach vorne zu und er bekam einen großen Schnabel. vorsichtig begann er mit den Flügeln zu schlagen und bewegte sich langsam durch sein Zimmer. Er fand ein offenes Fenster aus dem er sich hinausschwang. Er musste weit fliegen, um in die Nähe eines Grüngebietes zu kommen. Seine Augen, die noch seine Augen waren, sahen erstaunliches, nachdem er den Sicherheitsektor verlassen hatte. Dazu musste er allerdings viel Mut aufbringen und durch einen künstlichen Himmel jagen. Dieser bestand aus einer dünnen Schicht eines Glases, das man so nicht erkennen konnte. Er flog einfach hindurch und zerstörte diese Schicht. Er flog über grüne Waldflächen, Weiden und Wiesen. Er erschauerte beim Anblick des Meeres und der Wüsten die er überflog. Die Gebirge schienen ihm fast zu hoch für ihn, doch er überflog sie mit Leichtigkeit. Keiner weiß wohin ihn dieser Flug noch brachte, denn er wachte nicht mehr auf.
Nur Hugo hatte die Bilder seines Traumes gesehen. Hugo hatte in der Forschung eine Platine entwickelt, die die Traumbilder eines Menschen bildlich auf den Bildschirm übertrug. Er hatte es heimlich im Zimmer seines Bruders angebracht, um erst einmal zu testen, ob sie auch funktionieren würde. Überwältigt von den Bildern, die er jetzt sah, saß er vor dem Bildschirm und wusste genau, das er darüber keinerlei Meldung machen würde.
“Hugo, das Problem ist eliminiert. Ich muss jetzt noch nach Karin schauen. Wann hast du deine Schwester das letzte mal kontaktiert?”
“Keine Ahnung Mutter. Ist schon lange her!”
“Könntest du die Meldung bitte weiterleiten, ich komm da heute nicht mehr zu!”
“Wird gemacht Mutter!” antwortete er scheinbar forsch und unbeteiligt.
Doch in seinem Kopf hämmerte und dröhnte es fürchterlich.
Sein Bruder war eliminiert! Er spürte Gefühle, die er nicht kannte und versuchte sie zu unterdrücken.
Emil hatte ihm natürlich von dem verbotenem Buch und seltsamen Dingen von Wäldern, Wiesen und Meeren erzählt. Von Düften, die man sich schöner nicht vorstellen könnte. Hugo hatte es als Spinnerei abgetan. Doch nun bekam er eine wage Ahnung von einer ungeheuerlichen Wahrheit, die man ihm verschwiegen hatte.
Er holte tief Luft um die Gedanken zu verscheuchen.
Er gab die Meldung ein:
“Klon Nr. 17 aus der Reihe 18 B wegen Fehlerhaftigkeit eliminiert. Reihe 18 B dritter Störungsfall” Sie schienen sich in letzter Zeit zu häufen!
Nachdem er seine Meldung eingegeben hatte, sah er aus seinem riesigen Panoramfenster hinaus und sah:
Beton, Fensterglas, Beton und noch mal Fensterglas.
“Wo ist nur die Sonne, wo ist die Natur, wo ist der Geruch!” schießt es ihm durch das Gehirn und wunderte sich nicht einmal mehr über die Tränen, die ihm dabei über die Wangen liefen.
Etwas zerbrach in ihm mit einem großen Knall und ihm wurde bewußt:
“Ich bin Störungsfall Nr.1 in der Reihe 15 A.
Etwas in ihm zwang ihn, die Überwachungsfunktionen der Kommunikatonssicherheit zu zerstören. Dann ging er in Emils Räumlichkeiten, wandte sich zu dem Schlafmodul und fand schnell wonach er suchte.
Er legte die alte Diskette in den altmodischen PC seines Bruders und studierte jenes Buch. Danach wusste er um seinen Entwicklungsfehler.
“Unerwünschte Emotionen, die die Produktivität des Staates stören, Emotionen die die Staatsgewalt vernichten könnte!”
Hugo stierte den Bildschirm geistesabwesend an.
Dann machte er eine neue Aufzeichnung des Buches, ging in seine Räumlichkeiten, setzte sich an seine Komunikationsconsole und machte mehrere Sicherheitskopien in neuer Form.
Unverzüglich fuhr er dann in die Universität, begab sich in die Fakultät für Kommunikationssicherheit und begann die Geräte neu zu konfigurieren, nahm die Überwachungsfunktionen heraus. Es kostete ihn kaum eine Stunde Arbeit. Morgen früh, sobald einer seine Konsole einschalten würde, konnte jeder Student das verbotene Buch studieren. Er hatte es so eingerichtet, das keiner aus diesem Programm herausfinden würde.
“So macht meine Ausbildung zum Obersten Sicherheitsbeauftragten doch einen ganz besonderen Sinn!” lachte er laut. Er wusste, man würde versuchen ihn zu eliminieren. Aber vielleicht gelang ihm ja die Flucht!
Er freute sich wie ein kleines Kind über seinen wahrscheinlich gelingenden Coup. Und er hatte sehr schnell begriffen



“Was habe ich getan?” verwirrt saß Hugo vor seiner Kommunikationskonsole und beobachtete die Reaktionen der Studenten am Morgen nach seiner Tat. Er hatte sich nicht zur Flucht entscheiden können und beobachtete seine Komulitonen.
Er hatte das Sicherheitssystem eliminiert und allen Studenten den Zugang zum “Verbotenem Buch” ermöglicht. Er konnte über den Monitor die Tumulte, die Diskussionen und auch die Aufregungen über den Großraumbildschirm beobachten.
Etwas geschah im Lesungssaal, das über seinen Verstand ging.
So kannte er seine Mitmenschen nicht. Alles was früher Gültigkeit hatte, verschwand innerhalb weniger Sekunden vor seinen Augen. Ruhe, Gelassenheit, Logik, Friedfertigkeit der Menschen die ihn umgaben zerplatzten wie eine Seifenblase vor seinen Augen. Die Studenten schrien wie wild durcheinander.
Die Professoren schienen nicht mehr Herr der Lage zu sein. Plötzlich flogen die ersten Monitore durch die Luft. Was war es, was die Menschen da taten? Hugo wusste es nicht. Er selbst war so verwirrt über das was in ihm vorging. Er kannte das Wort für Aggressionen, aber was es in der Realität bedeutete, erfuhr er hier nun zum ersten Mal via Bildschirm. Er sah seinen Professor. Seine Augen waren weit aufgerissen. Teils aus Angst, die er selbst nicht begriff, teils aus Neugierde. Schließlich ereignete sich hier ein Jahrhundertschauspiel, welches er selbst auch nur aus Büchern kannte.
Doch sein Instinkt sagte ihm, das er sich zurückziehen müsste.
Hugo beobachtete seinen Abgang über Bildschirm. Er beobachtete ihn wie er in Sektor 19/43 verschwand.
Er kannte die Privaträume des Prof. und machte sich mit seinem Schnellfahrzeug, welches nur den Wissenschaftlern zur Verfügung stand auf den Weg dort hin. Sein Fahrzeug schwebte über den Boden durch die dafür vorgesehenen Kanäle. Innerhalb einer Minute hatte er eine Strecke von fast 50 km hinter sich gelegt.
“Prof. Prof. Machen Sie auf. Ich muss mit ihnen reden!” schrie er vor der riesigen Eisentüre in den Monitor des Türöffners.
“Warte unten Hugo! Ich bin gleich da. Wir haben keine Zeit. Keine Zeit Hugo! Ich bin ...!” die Worte erstarben, doch gleichzeitig öffnete sich das Tor und der Prof. stand vor ihm.
Er sagte nichts. Er zog Hugo an seinem silbergrauen Overall, den hier alle trugen, mit sich.
Hugo rannte hinter ihm her. Betrat unbekannte Sektoren, die veraltet schienen. Eine Gegend die ihm unheimlich vorkam.
Die Betonmauern waren zerfallen. Die Luft wurde unerträglich.
Man konnte kaum atmen. Eine verrottetes Tor versperrte ihnen den Weg. “Was nun, Prof.?” fragte Hugo, fast schon wieder der alte, ruhige und wissenschaftlich Denkende.
“Halt den Mund. Hab keine Zeit dir Näheres zu erklären jetzt. Mach einfach was ich dir sage, ist das klar?” fauchte der Professor ihn an. Diese Töne waren neu für Hugo und widerstandslos ließ er sich vom Professor leiten.
Sie zogen sich Raumanzüge an. Sie mussten Sauerstoffflaschen benutzen um außerhalb dieses Sektors atmen zu können.
Dann öffnete der Professor das Tor.
Hugo starrte entsetzt auf das was sich ihm bot.
Kraterlandschaften wie auf dem Mars? Rote Luft die zu brennen schien? Er konnte es nicht definieren, zu sehr entsetzte ihn was er da sah.
Ein viereckiger Kasten mit Rädern brachte sie weg von seiner gewohnten Sicherheit. Weg von der Betonlandschaft, die ihm jetzt wie eine Oase des Lebens vorkam.
Seine Gedanken überschlugen sich. “Was hast du da getan? Egons Buch ist ein Lügenbuch gewesen. Du hast ihr aller Leben zerstört. Wie konntest du nur! Aber irgendwas muss doch....!”
Seine Gedanken brachen ab. Etwas an seiner Umgebung veränderte sich. Es wurde heller. Unmerklich, aber es tat sich etwas.
“Nimm die Sauerstoffmaske bitte erst herunter, wenn ich es dir erlaube!” hörte er den Professor über das eingebautes Mikrophon sprechen. Er nickte.
“Es wird noch einige Stunden dauern, ehe wir dort sind, wo ich hin will. Trink hier aus dem Strohalm diese Substanz. Es macht dir die Fahrt leichter.
Skeptisch schaute er auf die Flasche mit dem Inhalt, die der Prof. ihm reichte.
“Wenn ich dich umbringen hätte wollen, hätte ich es längst getan, du Jungspund. Nun trink schon.!” hörte er den Prof. und sah in sein inzwischen gelöstes Gesicht, auf dem sich ein Lächeln verstohlen breit machte.
Er trank es und schlief wenige Augenblicke später ein.
Das ersparte ihm den Anblick von vielen Toten Klonen, die alle längst von diesem Buch wussten und einen Ausbruch gewagt hatten. Die aber in seinen Auflistungen nicht erwähnt wurden, weil sie ihm nicht mitgeteilt wurden. Das Sicherheitssystem hatte ein weiteres Sicherheitssystem in sich geborgen. Doch wohl offensichtlich nicht sicher genug.
Als er erwachte befand er sich in einer anderen Welt. Der Blick auf seine Uhr zeigte ihm, das inzwischen über 24 Stunden vergangen waren. Schwerfällig erhob er sich und bemerkte, das er keine Sauerstoffflasche mehr benutzte. Als er seinen Kopf hob, traute er seinen Augen nicht . Vor ihm saß Egon und lächelte ihn an. “Hey Big Brother! Willkommen in deinem neuen Leben!” hörte er ihn sagen. Hinter sich hörte er die Stimme seiner Schwester Karin, die er wohl seit drei Jahren nur via Bildschirm gesehen hatte.
“Hallo Hugo! Wurde ja wohl langsam Zeit das du auf die richtige Spur kommst!” lachte sie ihn an.
“Ich träum wohl, oder sowas!” hörte er seine etwas verschlafene Stimme.
“Nein mein Sohn, du träumst nicht! Du bist hier bei uns. Bei den Untergrundkämpfern gegen diese unmenschliche Regierung. Wir haben unsere Intelligenz genutzt um hinter die Geheimnisse des Staates zu gelangen. Dein Vater und ich, sie zeigte auf seinen Prof., haben all diese Jahre darauf hin gearbeitet, endlich die Menschen von dieser Farce zu befreien. Es war ein hartes Stück Arbeit. Aber deine Fehlfunktion ist leider etwas zu früh ausgebrochen, so das wir nun alle flüchten mussten.!”
“Meine Fehlfunktion?” verwirrt starrte er seine Mutter an und das was sich Vater nannte.
“Nein, mein Sohn, keine Fehlfunktion, das will ich hier mal endlich klarstellen. Ihr seid zwar geklont, aber deine Mutter und ich kannten das verbotene Buch schon seit Anbeginn unserer Studienzeit. Wir wären keine Wissenschaftler, hätten wir nicht ausprobiert, wenn man das Klonen gewisser Gene einfach außer acht lassen würde. Es war ein gefährliches Spiel, aber wie wir sehen können, hat es sich gelohnt.”
Inzwischen war Hugo richtig wach, schaute sich um und erkannte eine Umgebung die ihm völlig fremd war.
“Wir haben hier ein völlig neues Lebensumfeld geschaffen. Zirka 600 Leute sind inzwischen in unserer Organisation. Wir werden viele Jahre zu kämpfen haben, die Erde wieder zu dem zu machen was sie einmal war. Aber wir wollen es wenigstens versuchen. Kleine Erfolge, winzige Erfolge lassen uns aber hoffen!” mit diesen Worten schob der Prof. seinen Sohn vor ein großes Panoramafenster. Hugo sah eine kleine Landfläche die ihn an den Mars denken ließ. Darüber eine riesige Glaskuppel.
Das Licht welches durchschien, wirkte hell, aber nicht beängstigend auf ihn. Dann sah er etwas, was er nur aus dem verbotenen Buch kannte. Etwas grünes, an vielen verschiedenen Stellen des Bodens, schien aus der Erde zu kriechen.
Er sah seine Mutter,(von der er glaubte, sie habe Egon eliminiert) seinen Bruder (den er tot glaubte), seine Schwester und anschließend seinen Professor an. Dann begann auch in seinem Gesicht ein Lächeln das von der Hoffnung gezeichnet schien.

(c) Angelika Walk

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