Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Dezember 2002
Sekretärin im Weihnachtsstress - eine wahre Geschichte
von Anna Graben


Frau Jung geht in das Büro der Sekretärin: "Frau Müller, können Sie mal gucken, ob wir Weihnachtskarten haben? Wir müssten noch welche vom letzten Jahr übrig haben."

Frau Müller nickt freundlich und sagt: "Ja mach ich." Daraufhin geht Sie in den Vorratsraum, wo Getränke, Briefumschläge, Ordner, Druckerpatronen, Kugelschreiber und vieles mehr ist. Ganz schön durcheinander hier, sagt sie sich und räumt erstmal auf. Der Vorratsraum ist nicht sehr groß, höchstens acht Quadratmeter und somit hat sie ziemlich schnell alles aufgeräumt. Aber keine Weihnachtskarten gefunden. Nirgends. Sie hat auch ganz sicher überall nachgeschaut alles hochgehoben und richtig wieder hingelegt. Der Vorratsraum ist jetzt ganz toll aufgeräumt, beinhaltet aber leider keine Weihnachtskarten.

Nachdem Frau Müller aus der Vorratskammer rauskommt, steht Frau Jung plötzlich direkt vor ihr und sagt: "Und haben Sie Weihnachtskarten gefunden?"

"Nein, ich habe überall geguckt, aber keine gefunden."

"Haben Sie auch ganz sicher ÜBERALL geguckt?"

"JA, ich habe auch gleich alles aufgeräumt, aber keine Weihnachtskarten gefunden."

Einen Tag später.

Frau Jung geht in das Büro von Frau Müller und sagt: "Haben sie schon Weihnachtskarten gefunden?"

Frau Müller lächelt Frau Jung ganz sekretärinnenmäßig an und sagt: "Nein, ich habe doch gestern schon im Vorratsraum geguckt, da sind keine."

Frau Jung sagt darauf vorwurfsvoll: "OKAYYYY!" und geht wieder.

Ein paar Stunden später fällt Frau Müller ein, dass es ja noch einen Serverraum gibt, in dem sich auch ein paar Sachen, wie Ordner etc. befinden. Also geht sie in den Serverraum, durchsucht ihn gründlich und findet auch hier keine Weihnachtskarten. Mmh, denkt sie sich, wenn es hier und in der Vorratskammer keine Weihnachtskarten gibt, dann haben wir wohl keine. Frau Müller kennt nämlich, da sie immer sehr viele Sachen in Aktenordner ablegen muss, auch sämtliche fünf Büros mit allen ihren Schränken, die es in dieser Firma gibt, in- und auswendig und auch dort befinden sich, das weiß sie ganz sicher, keine Weihnachtskarten.

Einen Tag später.

Frau Jung geht in das Büro von Frau Müller und sagt: "Haben sie schon Weihnachtskarten gefunden?"

Frau Müller lächelt Frau Jung ganz sekretärinnenmäßig an und sagt: "Nein, ich habe doch gestern schon im Vorratsraum geguckt, da sind keine. Außerdem habe ich noch den Serverraum durchsucht, da sind auch keine."

Frau Jung sagt darauf vorwurfsvoll: "OKAYYYY!" und geht wieder.

Ein paar Stunden später.

Frau Jung geht in das Büro von Frau Müller und sagt: "Haben sie schon Weihnachtskarten gefunden?"

Frau Müller lächelt Frau Jung nun schon nicht mehr an und sagt freundlich aber bestimmt: "NEIN!"

Daraufhin Frau Jung: "Haben Sie auch ganz sicher ÜBERALL geguckt?"

"JA!"

"Auch in den Schränken hier?" Sie deutet mit Ihrem Zeigefinger auf die Schränke im Büro von Frau Müller.

"In diesen Schränken sind ganz sicher keine Weihnachtskarten, dort befinden sich ausschließlich, wie sie ja auch selbst wissen, Aktenordner."

"AHA." Frau Jung verlässt das Büro.

Am nächsten Tag.

Bei Frau Müller klingelt das Telefon.

"Nervi AG, mein Name ist Müller, schönen Guten Tag."

"Hallo, guten Tag, mein Name ist Schneider, kann ich bitte mit Frau Jung sprechen?"

Zuerst überlegt Frau Müller, ob sie Herrn Schneider mit Frau Jung verbinden soll, weil sie weiß, dass gerade der Chef bei Frau Jung im Büro sitzt und die beiden sicher etwas Wichtiges zu besprechen haben und vielleicht gar nicht dabei gestört werden möchten, aber dann versucht es Frau Müller trotzdem.

"Ja?"

"Herr Schneider ist am Telefon."

"Ja okay, ach Frau Müller, bevor Sie verbinden, haben Sie schon die Weihnachtskarten gefunden?"

"NEIN!!"

"Haben Sie auch ÜBERALL geguckt, die müssen doch irgendwo sein."

Nun reicht es Frau Müller.

Mit einem sehr lauten, bestimmten und sehr deutlichen Ton sagt sie: "Frau Jung, wie oft wollen Sie mich das noch fragen? Ich habe überall geguckt. Im Vorratsraum, im Serverraum. In den Büros sind sie auch nicht. Ich arbeite jetzt schon neun Monate hier, ich wäre auch bestimmt irgendwann mal darüber gestolpert, aber NEIN! ES GIBT HIER KEINE WEIHNACHTSKARTEN, WIR WERDEN GANZ EINFACH NEUE BESTELLEN MÜSSEN!!!"

"Ja nun werden Sie doch nicht gleich so gnatzig mit mir!"

Frau Müller verbindet Frau Jung mit Herrn Schneider und weiß, dass sich ihr Chef ganz sicher fragt, warum Frau Müller so "gnatzig" war, aber das ist ihr egal. Sie fühlt sich jetzt auf jeden Fall besser. Außerdem wurde sie danach nie wieder gefragt, ob sie die Weihnachtskarten schon gefunden hat.

Anja Grabs ©


Letzte Aktualisierung: 15.04.2012 - 14.20 Uhr
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