Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Februar 2003
Bei Nacht und Nebel
von Ingeborg Restat


Ein Villenviertel am Rande einer Stadt. Da stehen sie, die Häuser, die von Reichtum und Macht zeugen. Groß und protzig sind sie, oft verborgen hinter Hecken in weiten Gärten. Gespenstisch huschen hier manchmal dunkle Gestalten durch die Straßen beim trüben Laternenschein, wenn es Nacht ist und aus keinem Fenster mehr ein Licht scheint.
In jener Nacht, als auch Gernot, lang und dünn, und Ottfried, klein und dick, durch eine dieser Straßen liefen, wallte noch Nebel durch die Gärten und um die Laternen. Das machte alles schattenhaft gespenstisch.
„Das richtige Wetter für einen Bruch“, fand Gernot und klemmte sich einen Sack fester unter den Arm.
Ottfried stimmte ihm zu und zog eine läufige Schäferhündin hinter sich her. Er hatte ohnehin Mühe, mit Gernot Schritt zu halten und schnaufte schon heftig.„Renn doch nicht so!“, mahnte er und machte ein paar schnelle Schritte, um mitzukommen.
Aber Gernot sah nur auf ihn herunter und lief weiter. „Wir können nicht trödeln, wir müssen die Zeit nutzen, da der Hausmeister mit seiner Dogge nicht im Haus ist und seinen Skat im ‚Fröhlichen Fritz’ kloppt.“
„Ist ja schon gut!“, versicherte Ottfried und machte zwei Schritte, während Gernot einen tat. „Wenn er doch die anderen Hunde, die beiden Rottweiler, auch mitgenommen hätte, dann hätten wir keine Mühe durch den Garten an das Haus heranzukommen“, seufzte er.
„Das haben wir sowieso nicht. Wirst’e sehn! Wenn die erst die läufige Hündin schnuppern, haben sie ganz was anderes im Sinn.“
Plötzlich blieb Ottfried stehen und fragte misstrauisch: „Bist du auch ganz sicher, dass der reiche Schulze verreist ist? Wundert mich, dass der Hausmeister dann das Haus mit all seinen Kunstschätzen allein lässt. Was, wenn der doch da ist? Wie viel Verlass ist auf den Hesse-Hans, von dem du den Tipp hast?“
Gernot hielt einen Moment inne und drehte sich nach seinem Kumpan um: „Mach dir nicht ins Hemd! Auf den kannst du dich verlassen. Der macht keine unsicheren Sachen.“
„Und die Alarmanlage?“
Gernot grinste „Funktioniert nicht mehr.“
„Wie hast’e das geschafft?“
„Marlies, das Hausmädchen, ist ein liebes Kind. Hat mich an die Anlage rangelassen. Nu’ frag nicht so viel und mach schon!“ Damit drehte sich Gernot um und lief weiter.
Ottfried stand noch einen Moment und lief ihm dann mit dem Hund hinterher. Er kicherte: „Und der Hausmeister denkt jetzt, er hat die Alarmanlage eingeschaltet. Stimmt’s?“
„Man, was bist du wieder mal schlau!“, spottete Gernot und gab ihm einen freundschaftlichen Katzenkopf.
„Aber wenn wir nun so leicht da reinkommen können, warum sollen wir nur ein Bild holen, wo doch so viele kostbare Dinger an der Wand hängen. Können wir nicht vielleicht zwei ... oder sogar drei ..., wenn man doch dafür so viel Kohle einstecken kann?“
„Mensch, Otti, Klugheit war noch nie deine Stärke!“
„Nu’ gib nicht so an! Erklär’s mir lieber!“ Ottfried war beleidigt.
„Also pass auf: Das Bild, was wir holen sollen, ist einmal aus einem Museum geklaut worden und …”
„Was denn, wir klauen ein geklautes Bild?“
„So ist es!“
„Wie ist der Schulze dazu gekommen?“
„Unter der Hand, über einen Hehler!“
„Und nun hängt das da bei ihm so einfach an der Wand, dass es jeder sehen kann?“
„Natürlich nicht! Da gibt es einen Raum, den er nicht jedem zeigt. Wo nur solche Bilder drin sind.“
„Was hat er dann davon?“
„Die Genugtuung es zu besitzen, wo die ganze Welt danach sucht.“
„Das ist verrückt. Wenn ich etwas habe, möchte ich es doch zeigen.“
„Ja, du! Du verstehst ja auch nichts davon!“
„Und warum müssen wir das nun stehlen?“
„Weil es jetzt ein anderer haben will, dem das noch mehr Geld wert ist als dem reichen Schulze. Darum ist unser Anteil so hoch, dass wir bald in Moneten schwimmen können.“
„Aber der zeigt es dann!“
„Nein, der versteckt es auch, denn es wird ja noch in der Welt gesucht. Aber wie das so ist, darum kann der reiche Schulze auch nicht den Diebstahl des Bildes anzeigen, weil er sonst selbst Strafe bekommt. Darum ist dieser Bruch für uns gar nicht so gefährlich und trotzdem springt so viel Kohle für uns raus, wie du dir nicht vorstellen kannst.“
„Mensch, Gernot, wir sind schon ein Team, was? So manchen Bruch haben wir zusammen gemacht, der gefährlich war. Und nun soll das große Geld rausspringen, wenn’s gar nicht so gefährlich ist?“
„Genau! Aber nun sei endlich still! Machst mich ja ganz schwach mit deiner Fragerei. Wir sind bald da. Wollen doch nicht die Nachbarn wecken.“ Vorsichtig blickte Gernot um die Ecke der Kreuzung, bei der sie angekommen waren.
„Eine Frage noch! Du hast ja mit dem Hesse-Hans alles besprochen. Weißt du nun auch genau, was für ein Bild wir mitnehmen sollen?“
Gernot richtete sich auf und sah Ottfried im Schein der Laterne vorwurfsvoll an. „Hältst du mich für blöd oder was?“
Verlegen kratzte sich Ottfried den runden Kopf mit den wenigen Haaren. „Man wird doch mal fragen dürfen.“
„Aber nicht solchen Blödsinn! Ich weiß genau den Platz, wo das Bild hängt, in dem Raum hinter dem Bücherregal, das mittlere von drei Bildern an der rechten Seite.“
„Du weißt auch, von was für einem Maler das Bild ist?“
„Was muss ich das wissen? Das mittlere von drei Bildern, basta! Nun komm endlich und frag nicht so viel. Pass nur auf, dass du alles richtig machst.“ Damit begann Gernot um die Ecke zu schleichen.
Ottfried folgte ihm vorsichtig. Aber plötzlich begann die läufige Hündin hechelnd vorneweg zu ziehen, als rieche sie etwas Spannendes. Ottfried konnte sie kaum halten. Ob er wollte oder nicht, er musste rennen.
„Pst! Mach nicht solchen Krach!“, zischte ihm Gernot nach.
Doch da war es schon passiert, die Hündin riss ihn um, die Leine glitt ihm aus der Hand und sie verschwand im Dämmerlicht der Laternen.
„Hast dich auch schon mal besser angestellt! Was machen wir jetzt ohne Hündin?“ Gernot war verärgert, half ihm aber aufzustehen.
„Reg dich ab! Die finden wir schon wieder. Von Hunden hast du keine Ahnung.“
„Aber du, was?“
„Na klar! Wo wird die schon hinrennen? Wo Rüden sind. Und wo sind hier Rüden?“
Da erschallte heftiges Hundegebell ein Stück vor ihnen in der Straße, das aber begleitet wurde von lautem Gejaule.
„Das ist sie! Die ist schon bei den Rottweilern. Kluges Mädchen! Los komm!“, drängte Ottfried.
Sie liefen so schnell und so leise sie konnten. Irgendwo ging ein Fenster auf, Licht fiel auf die Straße. Sie drückten sich schnell in den Schatten eines Zaunes vor hohem Buschwerk.
„Ruhe! Diese verdammte Tölen!“, brüllte einer in die Nacht hinaus, dann schloss er krachend wieder das Fenster.
Das Gekläffe hörte auf. Nur noch Winseln, Kratzen und Rascheln war zu hören.
„Uff! Ich dachte schon, die bellen die ganze Nachbarschaft zusammen. Mein ganzer Plan wäre ins Wasser gefallen. Konntest du die Hündin nicht besser festhalten?“
„Ist ja gut gegangen! Nu meckre nicht rum, sondern komm!“
„Wird auch höchste Zeit, sonst ist der Hausmeister zurück, ehe wir wieder raus sind“, murmelte Gernot und schlich voran.
Tatsächlich drängte sich die Hündin schon dicht an den Zaun und die beiden Rottweiler versuchten dahinter an sie heranzukommen. Sie kratzten und sprangen gegen den Zaun, bemühten sich vergeblich darüber hinwegzuspringen. Sie bellten noch einmal kurz auf und bleckten die Zähne, als Ottfried nach der Leine griff und die Schäferhündin am Zaun festmachte.
Gernot hatte schon das Tor der Einfahrt aufgehebelt und machte die ersten Schritte durch den Garten auf das Haus zu. Ottfried zögerte noch, ihm zu folgen. „Nun komm schon! Du siehst doch, die Hunde sind beschäftigt“, forderte ihn Gernot auf. Aber einer wurde doch aufmerksam, kam mit schnellen Sprüngen auf Gernot zu. Der war mit wenigen Sätzen wieder am Zaun und sprang auf den Pfeiler der Einfahrt. Doch der Hund besann sich und drehte ab, noch ehe er ihn erreicht hatte. Er lief zurück. Die läufige Hündin wollte er dem andern Rotweiler wohl nicht überlassen.
Jetzt wagte sich auch Ottfried das Grundstück zu betreten. Ohne Schwierigkeiten gelangten sie an das Haus. In aller Ruhe konnten sie in das Haus einsteigen. Die Alarmanlage konnte ja nicht angehen, da war es ein Leichtes, ein Fenster aufzuhebeln. Gernot zog eine Skizze aus seiner Tasche, anhand derer sie den Weg zu der Kunstsammlung im Keller finden wollten. Gernot ging zielsicher voran, Ottfried folgte noch misstrauisch, sah sich immer wieder um, erblickte aber auch schon so manches, was er sich gerne eingesteckt hätte. Als er dachte, Gernot bekommt das nicht mit, griff er schnell nach einem goldenen Feuerzeug, was da einfach so auf einem Tisch stand. Doch noch ehe er es in seiner Hosentasche verschwinden lassen konnte, fuhr Gernot herum und schlug es ihm aus der Hand. „Bist’e verrückt? Nichts anfassen hier. Warum hast’e deine Handschuh noch nicht an? Wieder vergessen, was? Mann, mit deiner Vergesslichkeit bringst’e uns noch um Kopf und Kragen. Kann dich bald nicht mehr mitnehmen. Hier holen wir nur das Bild und sonst nichts. Basta!“ Dann nahm er ein Tuch aus seiner Tasche und wischte das Feuerzeug sorgfältig ab.
“Jetzt übertreibst’e aber! Wo der doch sowieso keine Anzeige machen kann!“, murrte Ottfried.
„Nee, wegen des Bildes nicht, aber wenn was anderes fehlt, dann schon. Dadurch könnten die schon rauskriegen, wer den Bruch gemacht hat. Daran möchte ich lieber nicht denken, was dann passiert, wen uns der Hintermann vom Hesse-Hans auf den Hals schickt.“
„Also ist es doch nicht so ungefährlich, wie du gesagt hast“, murmelte Ottfried unsicher und zog sich schnell sein Handschuh über.
„Nu mach dir nicht in die Hosen! Bist doch sonst nicht so ängstlich. Wenn du dich daran hältst, was ich dir sage, kann gar nichts passieren. Halte nur deine Finger im Zaum.“
Damit ging Gernot weiter.
Ottfried beeilte sich, ihm zu folgen und sah sich nicht mehr um. Sie kamen an die Kellertreppe. „Mensch, sogar bei der Kellertreppe sind hier die Stufen mit Teppich belegt“, staunte Ottfried.
„Da unten ist ja auch der Schatz“, grinste Gernot.
„Ob da auch noch eine Alarmanlage ist?“
„Na klar, ist da auch eine! Kein Problem, das Hausmädchen hat mir die Marke nennen können. Die kenne ich in- und auswendig“, brüstete sich Gernot.
„Ja, mit Alarmanlagen kennst’e dich aus, da macht dir keiner was vor“, beeilte sich Ottfried, ihn zu bewundern.
Dann waren sie unten. Hier, neben einer Tür, war auch der Kasten für die weitere Alarmanlage. Flink und geschickt setzte sie Gernot außer Kraft. Beifall heischend sah er danach Ottfried an.
Gefahrlos betraten sie nun einen Raum, dessen Wände mit Bücherregalen gefüllt waren.
„Man, da hat einer aber lange dran zu lesen“, meinte Ottfried ehrfürchtig.
„Dummkopf! Wer liest schon alle Bücher? Wichtig ist in diesen Kreisen, dass man sie hat.“
„Und wo ist nun die Tür? Ich sehe keine.“
„Hast’e vergessen? ‚Hinter dem Bücherregal’, das hatte ich dir doch vorhin gesagt. Das ist eine Geheimtür. Da soll ja nicht jeder rein. Sind doch geklaute Bilder. Aber hier muss noch eine normale Bildersammlung sein. Wo ist die nur? Na, egal, Hauptsache wir haben das Bücherregal gefunden.“
„Das Bücherregal, ist gut. Ich sehe an jeder Wand eines, welches ist es denn nun?“
Gernot kratzte sich nachdenklich den Kopf. „Ja, das hat das Hausmädchen nicht gesagt. Danach hätte der Hesse-Hans aber auch genau fragen können.“ Ärgerlich sah sich Gernot um.
„Und was nun?“
„Und was nun?“, machte Gernot gereizt Ottfried nach. „Jetzt suchen wir die drei Bücher, die man nicht herausnehmen kann, sondern umlegen muss, dann öffnet sich die Geheimtür.“
„Das kann ja dauern, bei den vielen Büchern. Und du sagtest der Hesse-Hans macht nur sichere Sachen“, murrte Ottfried.
„Jammer nicht, fang an! In der fünften Reihe von unten sollen die drei Bücher sein. Also los! Wir haben nicht mehr viel Zeit.“ Nervös begann Gernot ein Buch nach dem anderen herauszunehmen.
Ottfried beeilte sich, es ihm gleichzutun. Tollpatschig wie er war, fielen ihm gleich einige an die Erde.
„Pass doch auf! Du machst ja noch alle kaputt. Wir dürfen nur so wenig wie möglich Spuren hinterlassen. Ist dir das nicht klar?“
„Ja, ja, ist ja gut!“, brummte Ottfried. Und dann hatte er sie, die drei Bücher. „Da, guck mal!“, rief er aufgeregt, legte sie um und schon bewegte sich ein Teil des Bücherregals, die Tür öffnete sich und in dem Raum dahinter ging automatisch das Licht an. „Ist ja irre! Hast du so was schon mal gesehen?“
Gernot war schon eingetreten und sah sich um. Links, rechts und vor ihm, an jeder Wand hingen drei Bilder und inmitten des Raumes standen einige Skulpturen auf Sockeln.
„Sind die Skulpturen auch geklaut?“, wollte Ottfried wissen.
„Wahrscheinlich, wenn die so gut versteckt hier stehen.“
„Unglaublich! Was der wohl für das ganze Zeug hier an den Hehler berappen musste?“
„Wenn’s ihm das wert war“, knurrte Gernot und sah noch einmal auf seinen Zettel. ‚Das mittlere Bild an der rechten Wand’, stand da.
Ottfried war hinter ihn getreten. „Und dieser Schinken soll so wertvoll sein? Da kann man ja nicht mal erkennen, was es sein soll.“
„Vielleicht ist es ein Picasso.“ Gernot untersuchte schon, wie das Bild an der Wand befestigt war.
Ottfried sah sich derweil nach den andern Bildern um. „Da gefällt mir das mit dem nackten Mädchen besser“, meinte er und grinste.
„Banause! Kann ich mir denken, was anderes hast’e nicht im Kopf. Komm und hilf mir lieber, die Schnüre von dem Bild zu lösen, damit ich es von der Wand kriege.“
Vorsichtig nahmen sie es herunter, vorsichtig aus dem Rahmen, vorsichtig rollte Gernot die Leinwand zusammen und steckte sie in seinen Sack. „So nun los! Wir müssen raus. Bald kommt der Hausmeister zurück. Schließ die Tür, wie du sie geöffnet hast. Ich setzte die Alarmanlage wieder in Betrieb.“ Jeden Schritt bedachte Gernot. Alles musste so aussehen, als sei niemand hier gewesen. Sogar das Fenster hebelte er wieder so zu, als wäre es nie geöffnet worden.
Jetzt feixten sie sich eins, dass es so reibungslos gegangen war. „So bequem sind wir noch nie zu so viel Geld gekommen!“, triumphierte Gernot, als sie im Garten standen.
Von den Rottweilern war nichts zu sehen und zu hören. Von der angebundenen Hündin auch nicht. „die werden schon einen Weg zueinander gefunden haben“, meinte Ottfried sorglos und lachte.
„Pst!“, ermahnte ihn Gernot. „Wir wollen doch nicht zuletzt noch leichtsinnig werden.“
Langsam schlichen sie zum Tor der Einfahrt. Aber sie hatten es noch nicht ganz erreicht, da sahen sie, wie sich dahinter ein Schatten von der Erde erhob, er wurde größer und größer. Er knurrte, Zähne blitzten. Eine Dogge versperrte ihnen den Weg.
„Verdammt! Wie kommen wir an der vorbei!“
„Warum ist das Vieh nicht auch bei der Hündin?“
„Weil die Hündin längst ins Tierheim gebracht wurde“, sagte jemand und sie sahen entsetzt, wie neben der Dogge eine Gestalt aus dem Schatten heraustrat. Es war der Hausmeister, er hatte die Rottweiler an der Leine, griff der Dogge ins Halsband und zog sie zur Seite.
Gernot und Ottfried sahen sich um. Wohin konnten sie fliehen? Gernot hielt den Sack mit dem Bild ganz fest. Das gab er bestimmt nicht wieder her. Er machte schon einen Schritt vor. ‚Wenn es rückwärts nicht geht, muss man vorwärts drängen’, dachte er wohl und nahm einen drohende Haltung ein.
Doch sofort richteten sich alle Hunde bellend und knurrend auf. Er wich wieder zurück.
„So kommen Sie doch heraus. Die Hunde tun Ihnen nichts, ich halte sie ja fest“, forderte der Hausmeister sie auf. „Kommen Sie nur, Sie werden schon erwartet.“
Da traten zwei Polizisten hervor, ihr Auto stand auf der Straße. „So ein Pech, sagte der Hausmeister und nahm Gernot den Sack ab. Sie dachten, ich wäre noch nicht zurück. Aber ich habe sie längst da im Keller beobachten können, durch die Videoüberwachung. Das Auge der Kamera haben Sie übersehen, nicht wahr? Davon weiß auch Marlies nichts. Pech für Sie! Wie konnten Sie auch nur diesen hochversicherten Picasso aus der Sammlung stehlen! Das wird Sie teuer zu stehen kommen.“
Gernot und Ottfried sahen sich ratlos an und Gernot grübelte: Sie waren also nur bis in die legale Sammlung gekommen. Aber dann musste es ja da unten noch einen zweiten Raum geben, wo das gestohlene Bild hing. Vielleicht gab es von der Bildersammlung aus eine Geheimtür, die in einen weiteren Raum führte. Warum hatten sie danach nicht vorsichtshalber gesucht? Vielleicht hätten sie nur eine der Skulpturen bewegen müssen, die da auf Sockeln standen. Warum haben sie sich auf die Aussage von Marlies verlassen. Der Hausmeister hätte sich wohl gehütet, die Polizei zu rufen, wenn sie das gestohlene Bild gefunden hätten, und mit ihm. allein wären sie schon fertig geworden. Nun war es zu spät.
Ergeben folgten sie den Beamten, stiegen in den Polizeiwagen und ließen sich zur Kriminalpolizei fahren. Aus der Traum von Freiheit und vom schönen Geld.



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