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Februar 2003
Kommissar Gonzales „Gonzo“ Sackbauer in kalter Tod
von Matthias Marzy


Clemens Haupt strich aufmerksam durchs Zimmer. Unterstützt durch Beethoven der wuchtig aus den Boxen hallte, inspizierte er den Bereich hinter dem Toilettenspülkasten. Der Schimmel und den Schmutz die er dort vorfand reichten aus, um als Nährboden für eine ganze Bazillenkolonie herzuhalten. Millionen Milben lebten zufrieden hinter dem Klosett. Wahrscheinlich hatte die letzte umsichtige Putzfrau sich zuletzt vor Monaten um diese Problemzone gekümmert. Viele Menschen die ihm zum ersten Mal begegneten, klassifizierten ihn als Pedant. Jemand dem es gefiel, im Dreck herumzustochern. Doch dies war seine Aufgabe, seine Berufung. Natürlich nicht nur lediglich das Überprüfen von Toiletten. Er kontrollierte alle Bereiche eines Hotels, dazu gehörten natürlich auch und insbesondere die sanitären Einrichtungen. Jährlich erschienen dann seine zuteil vernichtenden Kritiken in einem renommierten Hotelführer.
Clemens hatte für heute genug gesehen, ein harter Tag lag hinter ihm. In diesem Hotel fand er Dutzende Schwachstellen, jede Stunde Neue. Erschöpft entkleidete er sich. Eine kalte Dusche würde ihm wieder auf die Beine helfen. Die Anlage stellte er noch schnell auf Maximum. Eine kalte Dusche und ohrenbetäubende Symphonien waren für ihn das Größte.

X

„Guten Morgen Gonzo, wie geht’s?“
„Wie immer. Allerdings kann ich am heutigen Tag einfach nichts Gutes erkennen. Draußen schüttet es wie aus Kübeln und hier drinnen haben wir diese Leiche. Mein Magen rebelliert bei so was immer. Schön, was wissen wir bereits?“
„Das Opfer namentlich Clemens Haupt, wurde heute von morgen von der Putzfrau tot aufgefunden. Er ist laut Hotelunterlagen 35 Jahre alt und von Beruf Reporter für einen Hotelführer. Die Tatwaffe wurde zurückgelassen, sie steckte ihm noch im Rücken.“
„Recht dürftig. Was hat die Spurensicherung vorzubringen?“
„Nur das Übliche. Fingerabdrücke haben sie keine gefunden. Seit diesen Dokuserien weiß jeder Kleinkriminelle, dass er Handschuhe zu tragen hat. Der Arzt meinte, dass es um zirka zehn Uhr Abends geschah. Merkwürdigerweise war die Balkontür offen. Die Putzfrau schwor Stein und Bein, sie nicht geöffnet zu haben. Sonst konnten sie nichts Auffälliges entdecken.“
Kommissar Gonzales Sackbauer trat nachdenklich auf den Balkon hinaus. Es handelte sich dabei um einen dieser großen die sich über die ganze Seite eines Gebäudes erstrecken.
„Wer wohnt zurzeit in den benachbarten Zimmern, Stefan?“
„Ich habe bereits einen Beamten zum Portier geschickt.“
Da es draußen kühl war trat Gonzales wieder ein. Neugierig blickte er sich im Raum um. Sein Kollege Stefan Huber betrat unterdessen das Bad. Etwas sprang dem Kommissar, der von seinen Kollegen nur Gonzo genannt wurde, sofort ins Auge. Das Cd Deck des Hi-Fi Systems war eingeschaltet. Die Platte war zwar abgespielt, doch das Display leuchtete noch. Ein Druck auf die Auswurf Taste ließ die Cd zum Vorschau kommen. „Wohl Klassik Fan, der Gute. Trug er eigentlich ein Hörgerät.“
Nach einem kurzen Moment erfolgte die Antwort von drinnen: „Nein, wieso leicht?“
„Nur so, die Anlage ist voll aufgedreht. Bei dieser Lautstärke konnte er unmöglich hören, als der Mörder kam.“ Kopfschüttelnd drehte er die Lautstärke wieder runter und schaltete das Gerät ab. Seine Augen wanderten weiter und landeten auf dem Schreibtisch. Ein teurer, goldener Siegelring funkelte ihm entgegen. Haupt musste diesen vor dem Baden abgenommen haben. Er schien gut zu verdienen als Tester, der Ring war sicherlich ein halbes Beamtengehalt wert. Im Gedanken strick er fein säuberlich die Karteien Raubmord bis Diebstahl durch. Neben dem Kleinod lag ein Hotelführer auf dem groß der Name Haupt prangte. Interessiert plättete Kommissar Gonzo ein bisschen darin herum. Haupt hatte einen extrem bissigen Schreibstil. Er brachte seine Kritikpunkte peinlich genau, ohne Rücksicht auf Konsequenzen auf den Punkt. Bei einer amüsanten Bewertung blieb er hängen:
Das von mir getestete Hotel ist eine unzumutbare Bruchbude. Das Personal unfreundlich, inkompetent. Der Hotelführer reagierte auf meine Anschuldigungen lediglich mit einem dummen Grinsen. Wir brauchen eindeutig mehrere Hotels dieser Sorte, um die steigende Rezession zu unterstützen.
Ein Betrieb der mit so einem Kommentar geehrt wurde, konnte sicherlich zusperren. Lächelnd legte er den Führer wieder beiseite.
„Willst du die Leiche noch sehen?“
„Ich hasse Blut, das weißt du und jedes Mal fragst du mich wieder!“ Vorwurfsvoll staubte er Stefan ein bisschen zusammen. Die Zwei führten bei jedem Mord dasselbe Gespräch. Die Begutachtung ließ er immer wenn möglich seinen Adjutanten Huber durchführen. Er selbst ermittelte lediglich.
„Ja Boss“, kam eingeschnappt von drinnen. Gonzo wusste wie es gemeint war. Sie waren seit nunmehr sieben Jahren Kollegen und waren ein perfekt eingespieltes Team.
„Ja Boss.“ Äffte ihm Gonzo schelmisch nach, „Verdammt komm da raus. Lass uns endlich in Erfahrung bringen, wer zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Zimmers war.“

Mehrere ausgesandte Beamte wurden befragt. Die ersten Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. Drei Personen hielten sich zur fraglichen Zeit in unmittelbarer Nähe auf. Zuerst war da der Gast vom Nachbarzimmer 212, ein gewisser Ben Becker. Dieser behauptete um Zehn bereits geschlafen zu haben, Zeugen hatte er keine. Im Zimmer gegenüber, befand sich der Hausmeister, Clemens Rot. Er war gerade damit beschäftigt einen elektrischen Defekt zu beheben. Gehört haben wollte er nichts. Er arbeitete immer alleine, so konnte keiner seine Geschichte bestätigen. Die Letzte in der Reihe, war eine gewisse Christa Henkel. Sie war ebenfalls ein Gast des Hauses und wohnte zwei Zimmer weiter. Über ihren Balkon hatte sie ebenso wie Becker direkten Zugang zu Haupts Zimmer. Ein Kellner behauptete sie mit dem Mordopfer an der Bar gesichtet wurde. Jeder dieser drei könnte der Mörder sein. Zumindest hoffte Gonzo, dass es einer der Drei sein würde. Die Arbeit wurde gleich leichter, wenn er den Kreis der Verdächtigen um Person X reduzieren konnte. Sie beschlossen die Verdächtigen gesammelt im Aufenthaltsraum zu vernehmen. Bei etwaigen Fragen an die anderen, mussten diese nicht erst umständlich hinzugeholt werden.

„Herzlich Willkommen! Wie sie sicherlich wissen, müssen wir ihnen ein paar Fragen bezüglich des Mordes stellen. Zuerst einmal, keiner von ihnen steht derzeit unter dringenden Mordverdacht. Die folgenden Fragen sind nur pro forma, sie helfen uns einige Fragen zu klären.“
„Für mich sind Sie alle verdächtig. Ausnahmslos! Auch wenn das laut meines Kollegen Huber nicht der Fall ist. Fakt ist, Sie waren in der Nähe als es passierte und keiner von ihnen will auch nur das Geringste gehört oder gesehen haben. Clemens Haupt wurde auf brutalste Art mit einem Messer niedergestochen. Irgendetwas müssen Sie doch mitbekommen haben.“
Kollektives Kopfschütteln.
„Bitte Gonzo, beherrsch dich ein wenig. Immerhin ist eine Dame anwesend.“
„Nenn mich in Gegenwart von Verdächtigen niemals so. Privat bin ich Gonzo, sonst hast du mich immer mit Gonzales oder Kommissar anzureden. Verstanden?“
Seine ruppige Art zeigte bereits Wirkung. Während die drei Verdächtigen Stefan eher als ihren Beschützer ansahen, stellte Gonzo eine Bedrohung für sie dar. Ein Mann der vor Fremden so mit seinem Kollegen umsprang, wie ging der erst mit Fremden in Beisein seiner Kollegen um? Dieses Spiel „Good Cop, Bad Cop hatten die Beiden schon so oft durchgespielt, dass sie es blind beherrschten. Ein zerknirschtes Nicken ganz des Untergebenen signalisierte ihm, dass er verstanden hatte. Bei den zwei Gästen und dem Hausmeister herrschte unterdessen nur betretenes Schweigen.
„Herr Rot wie dick sind eigentlich die Trennwände zwischen den einzelnen Zimmern?“
„Ned dick.“
„Danke das war es fürs erste. Mit ihnen beschäftige ich mich später noch. Frau Henkel, Sie wurden mehrmals mit dem Toten unten in der Bar gesehen. Was hatten Sie mit ihm zu schaffen?“
„Ich?“ Entsetzt blickte sie ihn an.
„Wer sonst? Es gibt mehrere Augenzeugen dafür. Abstreiten ist also vollkommen sinnlos.“
„Wir haben uns nur unterhalten. Herr Haupt war ein sehr angenehmer Mensch. Auf den ersten Blick war er mir einfach sympathisch.“
„Unterhielten Sie mit ihm eine Liebschaft?“ Spitz wie ein Speer, schmetterte Gonzo ihr diese Frage an den Kopf.
„Sie haben kein Recht mir solche Fragen zu stellen!“ Christas Stimme war merklich schriller geworden. „Sind ihnen Begriffe wie Pietät und Anstand fremd?“
„Ich habe jedes Recht in diesem Fall!“
„Gonzales ich muss dich noch einmal vehement darauf hinweisen, die Zeugen nicht so unter Druck zu setzten. Immerhin wollen wir Frau Henkel lediglich ein paar Fragen stellen. Nicht? Die sie uns auch bereitwillig beantworten wird. Oder?“
Dankend nickte Christa ihm zu. „Ja, es stimmt. Ich hatte mit ihm eine Sexuelle Beziehung. Aber was ist daran verwerflich?“
„Prinzipiell nichts. Warum waren Sie in der Mordnacht eigentlich nicht bei ihm? Trennten Sie sich? Gab es Streit? Das alles wären Motive für mich.“ Strenge Blicke trafen Christa.
„Nichts von alle dem geschah. Er wollte nachher noch auf einen Sprung vorbeischauen, aber daraus wurde es leider nichts mehr. Bitte, lassen sie mich jetzt in Frieden. Ich habe ihnen alles gesagt, was ich Weiß. Das Ganze ist einfach zu viel für mich.“ Ein plötzlicher Weinkrampf schüttelte sie. Etwas betroffen stand Gonzo auf und reichte ihr ein Taschentuch. Soweit wollte er eigentlich nicht gehen, aber es war passiert. Betroffen wandte er sich dem Hausmeister zu. „Laut ihren Angaben waren Sie mit der Behebung eines technischen Defekts im Zimmer gegenüber beschäftigt. Ist das Richtig? Um was handelte es sich den dabei genau?“
„Der Deckenleuchta war hinig und musste ersetzt werden.“
„Wie lange brauchten Sie dafür?“
„A halbe stund wars scho. Leicht! Fertig bin i dann so um halb Elf gwesen.“
„Benutzten Sie Werkzeug, konnten Sie deshalb den Schrei nicht hören? Wie gut kannten sie Herrn Haupt?“ Eindringlich musterte Gonzales ihn. Dem Hausmeister behagte dies sichtbar wenig.
„A Bohrmaschiene hab i benutzt, musste ja schließlich Löcher bohren. Ma wos hasst scho kenna. Ana von die depperden Kritiker war er halt. Imma hams was zum nörgeln ghabt. Des passt erna ned und da soll ma no was machen. Anfoch wiederlich, des Gsindel.“
„Sie waren also nicht allzu gut auf ihn zu sprechen. Interessant. Gab es im Rahmen dieser Hotelbesichtigungen irgendwelchen Streit?“
„Wos soi des hassn. Nur weil ma an ned mag, bringt man ned glei um! Streit? Na wieso solltats den geben. Wir san imma guat wegkomma bei erm.“
„Für mich sind das Widersprüche. Zuerst erzählen Sie mir, dass er immer etwas zum Aussetzen gehabt hat. Dann passt auf einmal alles wieder. Hier stimmt was nicht. Verdammt! Reden sie Mann! Ich habe es leid, ihnen alles aus der Nase ziehen müssen.“
„Gonzales bitte. Setzte den guten Mann nicht unnötig unter Stress. Ich bin mir sicher, dass er uns sogleich mehr erzählen wird.“
„I, also… Ab und zua hat er gmeckad. Aber seine Wertungen san guat. Warn es.“
„Warum haben Sie dann eine solche Abneigung gegen ihn? An ihrer Stelle würde ich sprechen. Sonst finden Sie sich schneller in Untersuchungshaft, als ihnen lieb ist.“
„Weil die Sau a falscher Fufziger war. Aber umbracht hab ihn ned. Jetzt bin i still, sonst kost mi des no Kopf und Job.“

Seine Gedanken rasten mit Überschall dahin. Falscher Fufziger. Gute Wertungen. Das bedeutete für ihn eigentlich nur eines. „Wie viel verlangte er eigentlich für eine Topwertung? Spuckens sie es aus!“
Clemens Rot schwieg verbissen. Nur eine nervöse Kontraktion seiner Pupillen zeigte, dass er verstanden hatte. Der Hausmeister war es sicher nicht. Dieser hatte einfach nicht das Format, solch einen kaltblütigen Mord zu begehen. Ganz unschuldig war er allerdings nicht. Wer war es dann? Christa? Sie war zwar leicht weinerlich, doch waren ihre Tränen echt? Vermutlich war sie ebenfalls unschuldig und eben nicht mehr als sie vorgab zu sein. Eine Reisende die zufällig eine Beziehung mit dem Toten. Unschuldig verwickelt in diese unschöne Angelegenheit. Da kam ihm ein Gedanke, möglicherweise musste er seiner Sammlung von Verdächtigen eine weitere hinzufügen. „Stefan.“ Schnell winkte er ihn herbei und schickte ihm mit einer Order fort. Fragende Blicke der anderen ignorierte er einfach. „Nun zu ihnen Becker. Becker!“ Das Zweite Mal schrie er beinahe. Wann es etwas gab das er forderte, so war dies bedingungslose Aufmerksamkeit.
„Ja?“
„Zu ihnen, wie passen sie in das Ganze? Kannten sie das Opfer?“
„Haupt? Nein! Über ihn kann ich ihnen nichts sagen.“
Irgendwas störte ihn an diesem Becker. Das aalglatte Grinsen? Der komische Name? Er war zwar auch nicht gerade gesegnet, aber Ben Becker, das war ein Name. In Gonzo’s Ohren klang dieser wie ein Pseudonym, ein ziemlich einfallsloses. Dumpf erinnerte er sich an einen Folksänger, der einmal so hieß. Es brannte ihm unter den Fingernägeln da mehr zu erfahren. „Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass sie wirklich so heißen? Becker? Zeigen Sie mir einmal ihren Führerschein.“ Das Ganze war ein Schuss ins Blaue, eine simple Verwirrungstaktik. Die er aus persönlicher Neugierde anwandte. Doch sie trug Früchte, Melonen große. Dem Angesprochenen wurde sicherlich unwohl in seiner Haut. Nach einigen weiteren Sticheleien kam er dann mit der Wahrheit heraus. Ja, es sei ein Deckname. Den hätte er angenommen, um vor seiner rachsüchtigen Ehefrau zu fliehen. In Wirklichkeit hieße er Gustav Kaufmann. Dies bestätigte auch seine vorgezeigten Papiere.
„Die Frauen, mit denen hat man es nicht leicht Herr Becker ähm natürlich Herr Kaufmann.“ Aufmunternd grinste Kommissar Sackbauer ihn an. Er hatte es gewusst, Kaufmann hieß er also wirklich. Die Geschichte mit der rachsüchtigen Ehefrau kaufte er ihm allerdings nicht ab. Den Namen Kaufmann verband er schon wieder mit einer Erinnerung. Nebel um woben tauchte eine Erinnerung auf. Vor nicht allzu langer Zeit hatte er diesen Namen irgendwo gelesen. Richtig im Hotelführer:
Das Hotel ist schlichtweg eine Frechheit. Darüber war ein kümmerlicher Stern abgebildet. Der Name des Hotels Silverstar, sowie der des Besitzers Gustav Kaufmann standen ebenfalls dort. Der Hotelführer reagierte auf meine Anschuldigungen nur mit einem dummen Grinsen.
Genau jenen Gesichtsausdruck fand er nicht weniger als 30 Zentimeter entfernt wieder. „Sie haben ihn umgebracht!“
Dem Direktor des Hotels, der eben in jenem Augenblick mit Stefan zurückkam, rutschte das Herz in die Hose. Sein gesundes Solarium Braun verwandelte sich in ein Bettlaken Weiß. Wimmernd rutschte er vor Gonzo auf den Knien. „Bitte, nein. Wir haben Schmiergeld bezahlt. Okay?! Das war aber auch schon alles. Auf dem Gewissen habe ich ihn nicht. Das müssen sie mir glauben, bitte.“
„Schon gut. Der wahre Mörder sitzt hier vor mir. Ben Becker! Vermutlich haben sie gewartet bis ihr Nachbar in der Dusche verschwand. Sind dann durch die offene Balkontür rein. Stürmten ins Bad und haben ihm von hinten das Messer ins Kreuz gerammt. Ein brutales, schockierendes Verbrechen zu dem sicherlich nicht jeder in Stande ist. Gibt es ihr Hotel noch? Dumm gelaufen für Sie. Im Knast bekommen Sie sicher einen neuen, kreativeren Namen verpasst. Alle ab führen, bis auf einen!“
„Alle? Wen nicht?“ Verdutzt starrte in Stefan an. Er konnte das soeben gehörte nicht so recht glauben.
„Ja, du hast mich richtig verstanden. Das Ganze ist ein einziges großes Komplott. Mir ist so einiges klar geworden, über die Funktionen der einzelnen Akteure in diesem morbiden Spiel. Unser feiner Herr Kaufmann hat die Rolle des Mörders inne. Es kam mir gleich Spanisch vor, dass sie neben der Symphonie Beethovens auf voller Lautstärke schlafen konnten. Dann das ganze mit ihrer Kritik, dem falschen Namen. Der Direktor, ist nicht direkt darin verwickelt. Es war einfach nur Pech, dass Sie ebenfalls sitzen werden. Er zahlte lediglich brav sein Schmiergeld, um seine Wertung zu verbessern. Ihn wird es sicher noch am glimpflichsten erwischen. Frau Christa, gehe ich recht in der Annahme, dass Sie nicht ganz zufällig eine Liebschaft mit dem Toten eingingen? Vermutlich war die ganze Aktion lange geplant. Ich hege den schweren Verdacht, dass Sie entweder den Schlüssel für die Balkontür besorgten. Oder Sie teilten Herrn Kaufmann mit, dass sich Haupt wahrscheinlich noch duschen würde, bevor er zu ihnen käme? Sind sie die Geliebte Kaufmanns, seine Geschäftsführerin? Mir egal, darum werden sich andere kümmern. Unser braver Hausmeister hier ist wahrscheinlich der einzige, wenn auch unsympathische, Unschuldige. Zumindest sehe ich keinen direkten Bezug zum Mord. Wegen dem Mitwissen im Schmiergeldskandal werden sie aber um einen Gerichtsbesuch nicht herumkommen. Irgendwie ist es doch noch ein guter Tag geworden, nicht?“
„Stimmt Gonzo.“


The End

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