Honigfalter
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November 2003
Die Melodie des ...
von Thomas Schulz


Das Wasser des Flusslaufes flie√üt ruhig den ihm vorgegebenen Lauf. Der Wind singt leise sein Lied, als der alte Wanderer sich in das von der Sonne erw√§rmte Gras setzt. Jeder Halm scheint mit der Melodie des Windes zu tanzen. Doch etwas ist dort, was diese Harmonie st√∂rt. Platsch, und wieder Platsch ! Steine springen √ľber das Wasser und schlagen Wellen , die sich nur langsam wieder gl√§tten. Der Wind frischt auf,als w√ľrde er fragend schreien: " Wanderer, warum hast du meine Melodie gest√∂rt? "

Ruhig sitzt der alte Wanderer am Wasser und l√§√üt sich den Wind durch sein Haar wehen . Es st√∂rt ihn nicht. Die hei√üe Sonne w√§rmt seine Haut, er bemerkt es nicht. Die V√∂gel singen voller Leidenschaft ihr Lied, er h√∂rt es nicht. Er sitzt nur da und starrt in den Fluss, welcher sich von seinen Steinw√ľrfen erholt hat. Einsam , er ist einsam. Zu lange l√§uft er schon durch seine Welt und ist auf der Suche. Aber wonach? Was sucht er ? An manchen Tagen , wenn die Einsamkeit immer st√§rker wird,fragt er sich,welchem Gespenst er denn nur hinterher l√§uft.
Was sucht er wirklich ?

Er richtet die stumme Frage mit einem Blick zum Himmel. Doch auch die Wolken wissen die Antwort nicht. Er l√§uft weiter, immer weiter. Durch W√ľstent√§ler, W√§lder, Gebirge und St√§dte. Doch nirgendwo findet er, was er sucht. Sein Herz bricht immer mehr vor Einsamkeit.
Als die Sonne und der Mond zum unz√§hligsten Male auf ihn herabschauen, ist er des Laufens und des Suchens m√ľde geworden. Er lehnte sich an einen Stein und sp√ľrt, wie die Energie des Lebens langsam aus seinem K√∂rper entweicht. Dunkle R√§nder umschatten seine Augen von den vielen schlaflosen N√§chten. Er w√ľnschte sich doch nur ein wenig Gl√ľck, etwas, was er viel zu selten erleben und festhalten konnte. Und er schaute wieder einmal zum Himmel. Dort sind sie... die Sterne. Sterne, die ihn schon so viele N√§chte begleitet haben und sich nie ver√§nderten in den vielen Jahren seiner Suche. Und zum ersten Mal seit Jahren l√§chelte er wieder, l√§chelte aus Freude. Er schaute zum Mond und nickte ihm dankbar zu. Er war es gewesen, der seinen Weg in den dunkelsten Jahren erhellt hatte. Der Mond und die Sterne. Seine einzigen Freunde in den vielen Jahren seiner Suche.
Er schlie√üt mit einem L√§cheln die Augen und ist bereit ...ja, bereit f√ľr was? Er f√ľhlt es nur, doch wei√ü es nicht. Die M√ľdigkeit wird st√§rker und st√§rker, endlich schl√§ft er ein.

Die Stunden vergingen und er konnte nicht h√∂ren , wie sich die Sterne und der Mond miteinander unterhielten. Sie √ľberlegten, wie sie dem einsamen Menschen helfen konnten . Denn niemand hatte soviel Zeit mit ihnen verbracht wie er. Keiner suchte in ihrem Leuchten so oft Antworten wie er . Aber k√∂nnen sie ihm helfen ? Der Wind gesellte sich zu ihnen und sagte : Wartet, ich werde einen Weg finden . Ganz leise fing er an seine Melodie zu spielen . Immer intensiver spielte er sein Lied , gef√ľhlvoll und doch alles durchdringend.

Ein Zwitschern weckte den Wanderer auf . Die Sonne blendete ihn, als er die Augen aufschlug. Es war Tag und um ihn herum war ein bl√ľhender Wald. War er schon einmal hier gewesen? Er f√ľhlte sich leichter als je zuvor.
Warum ?
Doch es war keine quälende Frage diesmal. Er schaute sich um. Ein Hase und dort ein Rehkitz, das nach seiner Mutter suchte. Wie lange hatte er schon keine Tiere mehr wahrgenommen? Zu lange. Er beugte sich zu Boden und roch an der Blume, die dort aus der feuchten Erde herausragte. Er sog ihren Duft in seinen Geist. Wie lange hatte er das schon nicht mehr getan? Zu lange. Dann rannte er los, er rannte, so schnell er laufen konnte in eine Richtung, die er nie hätte eingeschlagen. Er wusste nur, dass dort das war, wonach er suchte. Zum ersten Mal seit Jahren sah er die Leute auf der Straße an sich vorbeilaufen. Er hatte sie lange nicht wahrgenommen. Er durchquerte Berge und Täler, Felder und Wiesen, und das nur mit einem Ziel . Er folgte dieser Melodie …..

der Melodie des Herzens….

....denn Träume sind das einzigste Paradies
aus dem wir nicht vertrieben werden können.



Fin

Th. Schulz
November 2003

Letzte Aktualisierung: 28.06.2006 - 10.29 Uhr
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