Liebesgeschichten ohne Kitsch? Geht das? Ja - und wie. Lesen Sie unsere Geschichten- Sammlung "Honigfalter", das meistverkaufte Buch im Schreiblust-Verlag.
Auf der âPleonasmusâ gingen die Lichter an. MĂŒhsam löste sich Eliza aus ihrem Traum und öffnete die Augen. Wo war sie? Was fĂŒr ein Traum! War sie in ihm doch auf dem Heimflug nach Merope gewesen.
âHallo, Eliza.â Eine sanfte Frauenstimme kam von nirgendwo her, war einfach da. Traum und Wirklichkeit stimmten ĂŒberein. Sensoren lösten sich von ihrem Körper. Der Deckel der Stasiswabe schob sich zur Seite. Eliza beobachtete, wie die Kabel in der Kabinendecke verschwanden.
âWo sind wir?â
âIn den Plejadenâ, antwortete das Schiff. âEinen Erdtag von Merope entfernt. Wir nĂ€hern uns dem AsteroidengĂŒrtel.â
âIch möchte etwas essen.â
Als Tochter des PrĂ€sidenten von Mannis, der Erdkolonie auf Merope, war Eliza gewohnt, Anordnungen zu treffen. Im Nachhinein war sie erstaunt gewesen, wie leicht es ihr gefallen war, sich den Regeln der Dunbar UniversitĂ€t zu unterwerfen. Sie hĂ€tte es nie fĂŒr möglich gehalten, dass sie KĂŒnstliche Intelligenz als AutoritĂ€t anerkennen wĂŒrde. Computer, Frauen, MĂ€nner. Die soziale Hierarchie auf der Erde hatte nichts mit der auf Merope gemein. ââPleonasmusââ zum Beispiel. Es war der Zentralcomputer, der dem Passagierraumer in einer seltsamen Art von Humor diesen Namen gegeben hatte. Eliza hatte den Roboter gesehen, der von einem StahlgerĂŒst aus eine Flasche Sekt auf den Bug des Schiffes schleuderte.
There was an old lady who lay
With her legs wide apart in the hay,
Then, calling the ploughman,
She said, "Do it now, man!
Don't wait till your hair has turned gray"
Limmericks unter der Dusche. Unter dem Rauschen des Wassers traute sie sich Unaussprechliches hinaus zu schreien. Limmericks. Auf Merope wĂ€ren sie der Zensur zum Opfer gefallen. Wohl deshalb hatte sie diese mit dem gleichen Eifer gelernt wie den Lehrstoff zu den interplanetarischen Beziehungen. Eliza erschrak. Konnte das Schiff auch hier mithören? Sie kam unter dem Wasserstrahl hervor. Warmluft trocknete ihre Haut. Eliza schlĂŒpfte in ihren Overall. Sie baute darauf, dass das Schiff ihre Entgleisung nicht den AutoritĂ€ten von Mannis melden wĂŒrde. KĂŒnstliche Intelligenzen gaben ungern zu, dass Neugier eine ihrer hervorragenden Eigenschaften war.
Eliza kĂ€mmte sich das Haar in die Stirn. Blaue Augen fragten sie aus dem Spiegel heraus, wie sie sich nach vollendeter Mission fĂŒhle. Ihr breites rundes Gesicht, ihre kompakte Gestalt strahlten Selbstvertrauen aus. Sie dachte an ihre hyperschlanken Freundinnen auf der Erde, dann an die MĂ€nner. Bemitleidenswert. Drohnen im Bienenstock, auf der untersten Stufe der sozialen Skala, in einer evolutionĂ€ren Nische. Ihr verkĂŒmmertes Y-Chromosom, die schwindende Anzahl ihrer Spermien beraubten sie ihrer biologischen Berechtigung. Der Zentralcomputer hatte geholfen, ein Verfahren des reproduktiven Klonens ohne Zuhilfenahme mĂ€nnlicher Samenzellen zu entwickeln. Seine Aussage, dies sei vorĂŒbergehender Natur, lieĂ die Menschen aufhorchen. Was verstand ein Computer unter vorĂŒbergehend? Welche Lösung hatte er danach parat? Das Verfahren mĂ€nnerloser Zeugung hatte die Einstellung der Frauen gegenĂŒber ihren Partnern verĂ€ndert. MĂ€nner, die ihre Selbstachtung behalten wollten, heuerten auf Sternenschiffen an.
Mannis auf Merope im Sternenhaufen der Plejaden, etwa 126 Parsec von der Sonne entfernt, war eine Bauernkultur. Patriarchalisch. Doch auch dort hatten MĂ€nner einen schweren Stand. Zu wenig Kinder kamen auf die Welt, und in dem MaĂe, in dem Frauen das Handwerk der MĂ€nner erlernten, wurden diese entbehrlicher. Noch wussten sie es nicht, aber sie waren nur zu Einem nĂŒtze. âBesorge uns das Reproduktionsverfahren von der Erdeâ hatten Meropes Frauen Eliza aufgetragen. Sie hatte die Aufzeichnungen im GepĂ€ck.
Es klopfte. Der Steward trat ein und stellte ein Tablett mit dem FrĂŒhstĂŒck auf den Tisch. Er lĂ€chelte nicht zurĂŒck.
Eliza ahnte, sie wirkte auf ihn wie ein lebender Kleiderschrank. Die gröĂere Schwerkraft auf Merope hatte den Kolonisten die kompakte Statur verliehen, die es ihnen ermöglichte, sich mit der gleichen AgilitĂ€t zu bewegen wie die Menschen auf der Erde. WĂ€hrend sie aĂ, blickte Eliza aus dem Kabinenfenster. ZerklĂŒftete Himmelskörper zogen an dem Schiff vorbei. Dunkle Schemen, die fĂŒr einen kurzen Moment Gestalt annahmen. Kosmische TrĂŒmmer im Sternenreigen.
Die Mehrzahl der Passagiere waren Frauen von der Erde, geschĂ€ftlich unterwegs, und Frauen von Merope auf dem Heimflug. Landete dort ein Erdschiff, zogen die Menschen der Erde es vor, ihre Verhandlungen mit den Kolonisten auf dem Schiff zu fĂŒhren. Einige von ihnen, die ins Land reisen mussten, kamen jedes Mal erschöpft von der Schwerkraft zum Raumer zurĂŒck und waren auf dem RĂŒckflug wieder an Bord.
Hinter einem Asteroiden kroch ein Schatten hervor. GrĂŒnlichgelb irisierende LichtbĂ€lle quollen aus ihm heraus und schossen auf die âPleonasmusâ zu. Heftige SchlĂ€ge erschĂŒtterte das Schiff. Dort, wo die farbigen Strahlen entstanden, glĂ€nzte es metallisch. Dann materialisierte sich die âGute Hoffnungâ. Die Kastenform mit ihren zackigen Aufbauten. Eliza kannte deren Umriss aus dem Schulunterricht. Das Schiff, das die Kolonisten Generationen zuvor von der Erde nach Merope gebracht und Jahrhunderte im Hangar auf seinen Einsatz gewartet hatte. Der Beschuss hörte auf. Ein Beiboot löste sich und flog an die âPleonasmusâ heran.
Die Klimms. Elizas gefror in ihrem Sessel. Sie bewegte sich auch nicht, als die sanfte Stimme des Schiffes die Kabine ausfĂŒllte.
âWir wurden von der âGute Hoffnungâ angegriffen und geentert. Bitte bleiben Sie ruhig. Wir haben die Zusicherung, uns wird nichts passieren.â Die Stimme des Schiffes zeigte keine Regung. âWir werden auf die Station der Klimms geleitet. Weitere Verhandlungen sind dort vorgesehen.â
Die Klimms. Wir haben sie zu Piraten gemacht. Eliza spĂŒrte, wie ihre gute Laune verschwand. Kolonisten hatten ihre Chance vertan, mit den Ureinwohnern Meropes zusammen zu leben. Nach einer Viertelstunde meldete sich das Schiff erneut: âAlle Passagiere werden aufgefordert, sich in der Messe einzufinden.â
Eliza sah, der Stachelkamm hatte begonnen, sich rot zu fĂ€rben. In zwei Wochen begann fĂŒr Klimms die Paarungszeit. Vier Arme hingen von Schultern, Brust und RĂŒcken. HĂ€nde mit SaugnĂ€pfen umspannten den WaffengĂŒrtel. Die Passagiere standen um den Klimm herum und sahen ihm ins Auge. Er besaĂ vier davon. Und vier Ohren. Eines auf jeder Seite seines viereckigen Kopfes.
Die Frauen von der Erde betrachteten den Krieger wie ein lĂ€stiges Insekt, wĂ€hrend die von Merope sich beklommen ansahen und unruhig von einem Bein aufs andere traten. Elizas Magen war voll flĂŒgelschlagender Schmetterlinge.
Paarungszeit. Vier Wochen, zweimal im Jahr. Eliza sah auf die hagere, mit grĂŒnem Flaum ĂŒberzogene Gestalt und auf seinen Lendenschurz. Eines seiner Augen blickte in ihre Richtung. Eliza hatte sich oft gefragt. Nur zweimal im Jahr. Wie halten die das aus? Röte ĂŒberzog ihr Gesicht.
Vier Augen, vier Ohren, vier Arme. Als junges MĂ€dchen war sie um einen Klimm herumgegangen, der jeden Tag auf dem Markt von seiner Frau gewobene Matten verkaufte. Eliza hatte sich vorgestellt, er wĂŒrde zur gleichen Zeit in alle vier Richtungen pinkeln können. Wie enttĂ€uscht war sie gewesen, dass es nicht so war.
âWir haben das Schiff geentertâ, knarrte seine Stimme. âWiderstand ist zwecklos.â Arme zeigten in vier Richtungen. Klimmsoldaten standen an jeder Seite des Saales und hielten ihre Blaster auf die Passagiere gerichtet.
âDas Schiff wird zu unserem Hauptquartier geleitet und unter folgenden Bedingungen freigegeben:
Wiederherstellung unserer SouverÀnitÀt auf Merope
Verzicht auf kriegerische Handlungen.â
Fair genug, nach allem, was wir ihnen angetan haben. Klimms, Opfer ignoranter Kolonisten. Eliza war in ihre Kabine zurĂŒckgekehrt. Dabei, so wusste sie, hatten die Ureinwohner Meropes, nachdem sie den Menschen ĂŒber Generationen Zeit gelassen hatten, sich auf dem Planeten einzuleben, nur höflich bei den Kolonistenfrauen angefragt, ob sie sich mit ihnen paaren könnten. Als Antwort begannen die MĂ€nner sie abzuschlachten.
Es gab keine Ethnologinnen auf Merope. Wissenschaftler hatten es bis auf ein paar Ărztinnen vorgezogen, auf die Erde zurĂŒckzukehren. Eliza konnte es ihnen nachfĂŒhlen. Sorgten doch Computer fĂŒr intellektuelle Stimulation, lieĂen Wissenschaftler an ihren Forschungen teilhaben. Die Kolonisten hatten es abgelehnt, sich beim Aufbau von Mannis von KĂŒnstlichen Intelligenzen helfen zu lassen. Von den verdammten Maschinen los zu kommen, war, wie sie sagten, einer der GrĂŒnde zu ihrem Aufbruch in den Weltraum gewesen. Nur hĂ€tten ihnen diese berichten können, dass es unter den Klimms ĂŒblich war, zu allen Frauen zu gehen, die imstande waren, Kinder zu bekommen, und sie zu fragen. Es war ihre Methode, den Genpool zu versorgen.
Klimms, die vor dem Gemetzel fliehen konnten, raubten das Kolonistenschiff und zogen sich damit in den AsteroidengĂŒrtel zurĂŒck. Sie wurden zu Piraten. Nur, fragte sich Eliza, wer hatte ihnen die Waffen besorgt, mit denen sie Raumschiffe ĂŒberfielen, die in den Plejaden von Sonnensystem zu Sonnensystem flogen? Und wer flog die âGute Hoffnungâ? Klimms, Sumpfbewohner, die im Mondschein tanzten, deren Frauen Matten flochten. Wer hatte sie zu Piraten gemacht? Sie wollten wieder nach Merope zurĂŒck, das wussten alle, und die Kolonisten aus den anderen Sonnensystemen, von Pleone, Atlas, Alkyone, die miteinander Handel trieben, deren Schiffe unter den Attacken der Klimms zu leiden hatten, ĂŒbten diplomatischen Druck auf die Regierung von Mannis aus, die Klimms wieder auf Merope zurĂŒckkehren zu lassen.
Die âPleonasmusâ schob sich tiefer in den AsteroidengĂŒrtel. Die âGute Hoffnungâ klebte an ihrer Flanke. Das Kolonistenschiff, ein Piratenraumer.
âSchiff. Hast du die Koordinaten der Klimms an die Erde durchgegeben?â
âJa.â
âWas wird der Zentralcomputer unternehmen?â
âNichts.â
âWarum nicht?â
âWir sind gegen jede Form von Gewalt.â
Die âGute Hoffnungâ ging auf einem der Felsbrocken nieder. FĂŒnfzig Kilometer Durchmesser schĂ€tzte Eliza. Wieso hatte die âPleonasmusâ nicht das Weite gesucht? Ihr Antrieb war moderner. Leicht hĂ€tte sie sich davon machen können. Eliza spĂŒrte, wie das Raumschiff aufsetzte. Ein Trupp Klimm-Soldaten verlieĂ das Schiff in RaumanzĂŒgen. Die Arme der Krieger schwangen hin und her, als sie sich den GefĂ€hrten anschlossen, die aus der âGute Hoffnungâ herausquollen. Wer hatte ihnen die vierarmigen RaumanzĂŒge beschafft? Dann stakste ein Roboter aus diesem Schiff und Eliza ahnte, es war der Pilot. Ein Transportfahrzeug nahm sie auf und verschwand hinter einem Felsmassiv.
Welchem GefĂŒhl sollte sie nachgeben? Elizabeth war sich unschlĂŒssig. Dem Heimweh oder dem Drang, den Klimms zu ihrem Recht zu verhelfen?
âSchiff. Wurden die Bedingungen der Klimms an die Regierung von Mannis ĂŒbermittelt?â
âJa.â
âWann denkst du, bekommen wir Antwort?â
âNach Ablauf der Paarungszeit.â
Machte das Sinn? Sicher. WĂŒrden doch sonst die Klimms sofort wieder auf die Höfe der Kolonisten kommen und nach den Frauen fragen.
Die Sonne trat hinter den Felsen hervor, die lange Schatten ĂŒber staubbedeckte Ebenen warfen. Auf dem Flugfeld blitzte es metallisch auf. Ein weiteres Raumschiff, und es trug die Insignien der Erde.
Die Passagiere blieben in ihren Kabinen. Als sie nach einigen Tagen wieder in die Messe befohlen wurden, war der Stachelkamm des Klimm zur HĂ€lfte gerötet. Er stand seitlich zu ihr und sah sie ĂŒber seine Schulter hinweg an. Nur noch eine Woche, dachte Eliza. Sie blickte zu den anderen Frauen hinĂŒber. Die grazilen Frauen der Erde fixierten den Klimm mit kĂŒhlem Blick, wĂ€hrend die Meroper Frauen zu Boden sahen. Was ist mit uns?, fragte sich Eliza. KrĂ€ftiger als Erdfrauen, und doch sind wir verzagt.
Die NormalitĂ€t der TagesablĂ€ufe auf der âPleonasmusâ verwirrte die Passagiere. Die Klimms lieĂen sich nicht blicken. Reisende bewegten sich frei im Passagiertrakt. Wie eine unsichtbare Wolke schwebte die Ungewissheit ĂŒber ihnen. Das Schiff ein Gefangener. Es war sicher nur die halbe Wahrheit. Durch das Fenster sah Eliza auf das andere Erdschiff, dass sich silbern vor dem Felsmassiv abhob.
âEliza,â unterbrach das Schiff ihre Gedanken. âEliza, warum hast du die Aufzeichnungen ĂŒber das reproduktive Klonen mit auf das Schiff genommen?â
Eliza erschrak. Die Computer haben es die ganze Zeit gewusst. Sie brachte kein Wort ĂŒber ihre Lippen.
âKlonen ist schĂ€dlich, wenn es ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum gemacht wird. Es kann nicht von Dauer sein, bedient es sich doch stĂ€ndig der gleichen Gene. Es wird die Menschen in ihrer Entwicklung zurĂŒckwerfen. Wir wĂŒnschen das nicht. Die Menschen laufen Gefahr auszusterben. Wir wĂŒnschen das nicht.â
âSprich weiterâ. Eliza drĂŒckte sich tiefer in ihren Sessel hinein.
âGibt es Rassen auf der Erde?â
âRassen?â, fragte Eliza verwirrt.
âIntelligente Wesen, die in ihrer Hautfarbe voneinander abweichen. Auf der Erde gab es braune, gelbe, weiĂe.â
âUnd wo sind die jetzt?â
âSie sind in einer aufgegangen.â
âWorauf willst du hinaus?â
âEs gibt Klimms und Menschen auf Merope.â Das Schiff machte eine Pause. âSollten sie nicht dem Beispiel der Erde nacheifern?â
âWenn wir Frauen uns nicht mit ihnen paaren wollen?â
âIst niemand unter den Kolonisten auf die Idee gekommen, dass ein einfaches âNeinâ genĂŒgt hĂ€tte?â
âOhne Klimms wĂŒrden die Menschen aussterben?â
âSo ist es.â
âHabt ihr Maschinen den Klimms Waffen fĂŒr ihre PiratenzĂŒge verschafft?â
âJa.â
âUnd du hast uns freiwillig in die Hand der Klimms gegeben?â
âDas war unser Plan.â
âWas willst du von mir?â
âDass du die Situation ĂŒberdenkst.â Das Schiff lieĂ Eliza mit ihren Gedanken allein.
Das Schiff tĂ€uschte sich. Woher hĂ€tte es auch wissen können, dass die Kolonisten von Mannis auf die WĂŒnsche der Klimms nicht eingehen wĂŒrden. Unter keinen UmstĂ€nden. Abweichende Hautfarbe. Eliza legte sich aufs Bett und starrte gegen die Decke. Wenn das alles wĂ€re. Aber ein quadratischer Kopf mit vier Augen und Ohren, dazu ein Körper mit vier Armen, HĂ€nde mit SaugnĂ€pfen. Dies ging ĂŒber die Definition einer Rasse hinaus. Klimms waren eine andere Spezies. Das hĂ€tte auch das Schiff erkennen mĂŒssen. Die Leute auf Mannis hatten gut daran getan, keine KĂŒnstlichen Intelligenzen mit nach Merope zu nehmen. Können Computer lĂŒgen? Sie traute dem Schiff nicht mehr.
âWir sind gegen jede Form von Gewaltâ, hatte es gesagt und im gleichen Atemzug zugegeben, den Klimms Waffen geliefert zu haben.
Jeden Abend fragte das Schiff.
âEliza. Wie hast du dich entschieden?â
âIch denke darĂŒber nach.â
Eliza spĂŒrte die Leere in sich. Es war so unwirklich. Das Leben an Bord verlief, als sei nichts geschehen, doch waren sie Geiseln auf einem Asteroiden. Es war nur eine Frage der Zeit, und die mĂ€nnlichen Klimms wĂŒrden an ihre TĂŒren klopfen. Eliza suchte die anderen Frauen auf. Das Schiff hatte auch mit ihnen gesprochen.
âEliza,â fragte das Schiff. âDu warst bei den anderen Meroper Frauen. âHerstellung der natĂŒrlichen Ordnungâ. Was bedeutet das?â
Eliza antwortete nicht.
Hellrot und geschwollen war ihr Stachelkamm, als sie an die KabinentĂŒren der Frauen klopften. Es gab keine unter ihnen, die dem Klimm nicht öffnete und ihn im Handumdrehen entwaffnete. Erleichtert und erstaunt blickten sich die Meroper Frauen an. Es war ihnen gelungen, Kraft aus ihrer SchwĂ€che zu schöpfen.
Eliza packte den grĂŒnen Gesellen, der in ihre Kabine hatte kommen wollen und drehte ihn herum, stieĂ ihm dessen Blaster in den RĂŒcken, blickte ihm ins Auge und rief:
âZu den RaumanzĂŒgen und dann zu Euren Frauen, um sie auf ihre neue Position in Eurer Gesellschaft vorzubereiten. Wir wĂŒnschen nicht, dass ihr an unsere TĂŒren klopft.â
Sie trieben die Klimms vor sich her. âUnd du Schiff,â rief sie ins Leere. âDu hĂ€ltst dich da raus.â
Das war der Anfang. Sie wĂŒrden die âGute Hoffnungâ kapern, die Klimms an Bord nehmen und nach Merope fliegen, ihre eigenen MĂ€nner entwaffnen. Es war an der Zeit, auf Merope die natĂŒrliche Ordnung herstellen. In einem waren sie mit den MĂ€nnern einig: Die KĂŒnstlichen Intelligenzen hatten keinen Platz in ihr.
Limmerick von einem unbekannten Autor
Letzte Aktualisierung: 28.06.2006 - 16.13 Uhr Dieser Text enthält 16549 Zeichen.