Der Tod aus der Teekiste
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Dezember 2003
Piratenmaus, Ahoi!
von Michaela Kux


„Oh, wie langweilig es hier ist“, beschwert sich Rocky, „ich will was erleben und nicht nur den ganzen Tag in der Sonne sitzen, Rotwein schlürfen und Käse schlemmen“, verkündet er seinen Freunden. Und schon ist er auf und davon. Er will zum Hafen

„Ich suche mir ein Schiff “ denkt er bei sich und schwört: „Ich werde die kühnsten Abenteuer erleben!“
Am Kay angekommen sieht er gerade wie ein Schiff mit Proviant beladen wird. Die Männer tragen schwere Säcke und rollen Fässer in den Rupf des Schiffes. Auch einige Kisten werden verladen. In einer dieser Kisten ist ein kleines Loch, gerade groß genug, dass Rocky hineinschlüpfen kann.

So wird Rocky ein Seefahrer. Jeden Tag gibt es etwas Aufregendes und vor allem ist genug zu essen da. Nach einigen Monaten gehen die Vorräte langsam zu Ende und Rocky muss sich in die Kombüse wagen, um noch etwas zu bekommen. Es ist eine laue Sommernacht und alle Türen stehen weit offen. Vorsichtig schleichr er zwischen Tellern und Bechern Richtung Herd, wo ein großer Kessel steht. „Oh wie lecker!“, sagt Rocky zu sich und kletterte die Kelle entlang in den Kessel. Er schlägt sich den Bauch voll, dass er sich kaum noch bewegen kann. Die Kelle senkt sich schon verdächtig nach unten. Da plötzlich tauchen zwei Augen über dem Kesselrand auf. So schnell ihn seine Beine tragen können, rennt er davon. Schnell hinter das Regal mit Pfannen und Töpfen. Doch das Regal wird aus der Halterung gerissen und da fliegt ein Messer genau auf ihn zu. Autsch, es tifft genau den Schwanz von Rocky. Der Smutje klatscht zufrieden in die Hände. Doch staunt er nicht schlecht, als die Maus trotzdem flieht und die Jagd weiter geht. Alles fliegt wild durcheinander. John hat inzwischen die Tür geschlossen, um eine Flucht zu verhindern. Da wird sie wieder aufgerissen und Rocky, mit nur noch einem Stummel von Schwanz, entwischt.

Der Kapitän steht breitbeinig in der Tür: "Was ist denn hier los?" fragt er barsch.
"Eine Maus, Käptn, eine Maus! Ich hab sie fast gehabt!“, keuchte der Koch völlig aus der Puste, “Machen sie schnell die Tür zu, sonst haut das Biest noch ab!" Der Seebär schliesst die Tür, doch Rocky ist schon hinaus. Er hört noch, wie sie eine Weile gemeinsam suchen.
"Ich glaub, ihr habt zu viel Rum getrunken, hier ist nicht die kleinste Maus zu finden. Sieh zu, dass wieder Ordnung hier reinkommt und deine Ration Rum wird bis auf Weiteres halbiert!“ beschließt Käpten Bown und geht hinaus. Der Koch stampfte mit dem Fuß auf den Boden: "Dieses Mistvieh, wo hat es sich nur verkrochen? Ich krieg dich schon noch und dann Gnade dir Gott!"

Rocky entschließt sich dem Kapitän in die Kajüte zu folgen und hofft, dort eine neue Bleibe zu finden. Ein paar Essensreste könnte er da bestimmt abstauben. Für die Mannschaftsräume schien die Gefahr entdeckt zu werden zu groß. Wer weiß schon, was sie dann mit mir machen würden. Nicht auszudenken diese herzlose Bande. Dann doch lieber die Kajüte von Mr Bown. Er suchte sich eine ruhige Ecke unter der Koje. Das Stroh aus der Matratze ist hervorragend geeignet für ein gemütliches Lager. So abenteuerlich hatte sich Rocky den Ausflug in die Kombüse nicht vorgestellt. Um eine halbe Schwanzeslänge war er nun kürzer, aber er ist noch am Leben, nur das zählt.


Am nächsten Abend beschließt Rocky die Kajüte des Einäugigen zu erkunden. Der Mond scheint durch das Bullauge und wirft ein fahles Licht auf die Möbel. In der Koje schnarcht es bereits. Also auf zu neuen Abenteuern! Vielleicht hat der Kapitän noch etwas von seinem Abendessen auf dem Tisch übrig gelassen? Flink klettert die Maus hinauf und tatsächlich, ein Holztablett mit frischem Obst. Feierlich läßt sie sich zu einem Schmaus nieder. Ein paar Rollen Pergament, die nach Tinte riechen und ein seltsames Gerät aus Messing liegen noch auf dem Tisch. Da, ein Fass mit Tinte und einer Feder. Und was ist da in dem Becher drin? Einladend liegen einige Bücher auf dem Tisch und Rocky kann wie auf einer Treppe den Becher erreichen. Er genehmigt sich einen kräftigen Schluck dieses leckeren Getränks. Doch es hat fatale Nebenwirkungen. Über den Tisch torkelnd stößt er an das Tintenfass und ein großer Spritzer landete neben ihm auf der Karte. Mit dem Schwanz tunkt er unbemerkt in den Tintentropfen und hinterläßt einen langen Stich. Dann plumpst er vom Tisch und schleppte sich in sein Versteck.

Am nächsten Tag, die Sonne steht schon hoch am Himmel. Mister Bown hatte gerade sein Mittagessen beendet und beugte sich über die Karten. Er stellte den Teller auf den Boden und breitete das Pergament vollständig aus.
"Wie kommt denn der Stich hierher?", fragte er sich laut. „Ich hab doch gar nichts eingezeichnet", denkt er und kratzt sich hinterm Ohr.
"Und dieser Klecks?" fragt er sich weiter „seltsam?“
Doch er hat eine Idee. Wenn das nun unser neues Ziel ist? Wir haben lange keine Beute mehr gemacht. Die Mannschaft langweilt sich zu Tode und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie anfangen zu meutern. Ich muss ihnen etwas bieten. Er beschließt kurzer Hand, Kurs auf den Tintenklecks zu nehme und vielleicht würde er wirklich Glück haben und sie stießen tatsächlich auf ein Schiff.

Um es genau zu sagen, auf ein Handelsschiff, vollbeladen mit allem was das Piratenherz begeht, auf dem Weg nach Europa. Es gibt ein Gemetzel und Geschrei. Kanonenkugeln donnern und Säbel rasseln. Die Piraten plündern und versenken den Rest. So reiche Beute hob die Stimmung der Mannschaft und es wurde gefeiert. Der Kapitän kann sein Glück immer noch nicht fassen. Ein Klecks auf der Karte hatte ihnen so viel Erfolg beschert. Noch hielt der Einäugige sein Geheimnis für sich. Aber schon in der kommenden Nacht nahm das Schicksal erneut seinen Lauf.

Rockymaus macht erneut seine nächtliche Runde über den Tisch. Auch diesmal liegt eine Karten auf dem Tisch und es passierte das Gleiche wie damals beim Ersten Mal. Auch hinterläßt er wieder einen Strich auf dem Papier.

Als Mr Bown am nächsten Morgen erwacht, traut er seinem Auge kaum. Sollte das ihr nächstes Ziel sein? Er will es erneut versuchen und setzt die Segel und steuert auf das neue Ziel.
„Das kann doch nicht sein, ich glaub das einfach nicht!“, geht es ihm durch den Kopf, als er einen Dreimaster durch sein Fernrohr erblickt. Sie überfallen auch dieses Schiff und machen reichlich Beute.

In der Nacht kommt Rocky abermals aus seinem gemütlichem Lager und das gleiche Spiel, wie beim letzten Mal beginnt. Nur hat Rocky nicht gemerkt, das in der Koje keiner schnarcht. Denn der Käpten hat sich auf die Lauer gelegt. Für Rocky gibt es in dieser Nacht reichlich zu essen und natürlich Rum. Dabei bemerkt er nicht mal, wie ein Licht aufflackert und ein Menschenauge ihn beobachtet.

Rocky hat schon einen mächtigen Rausch, als er die Augen wahrnimmt. Er versucht zu fliehen, doch seine Beine wollen nicht mehr so richtig. Heute hing sein Schwanz, oder das was noch davon übrig ist im Rotwein und er hinterlässt erneut eine Spur auf der Karte, nur in Rot. Er rollt sich vom Tisch und landete genau in der tellergroßen Hand. Rocky bekommt nicht mehr mit, was dann mit ihm geschied.

Als er am nächsten Tag erwacht findet er sich in einen alten Lappen gewickelt in einem Vogelkäfig. Was ist passiert? Er konnte sich nicht mehr erinnern. Da hörte er eine Stimme:
"Da, seht nur, sie zappelt noch, ich glaube sie wacht auf."
"Ja, schaut nur, sie macht die Augen auf."
"Das ist also unser geheimnisvoller Freund, dem wir unsere reiche Beute verdanken." krächzt einer aus der anderen Richtung.
"Ja, ein Prachtkerl. Er hat übrigens schon unserer neues Ziel eingezeichnet."
"Tatsächlich, da seht euch das an. Da bin ich ja gespannt. Wenn das so weiter geht, sollten wir unsere Beute auf einer Insel sammeln und uns zur Ruhe setzen."
"Gute Idee, ich kenn da ein schönes Versteck."

Rocky nimmt mehrere Männer um den Käfig herum war. Was ist nur geschehen und was haben sie mit ihm vor? Doch da in dem Käfig genug zu Essen ist, macht er sich nicht weiter Sorgen. Als auch das nächste Ziel ein Erfolg ist, wird Rocky ein Held. Doch auch Helden haben Feinde.

Es passierte an einem Nachmittag. Der Smutje wollte die Essensreste und das Geschirr holen, und natürlich eine Blick auf den großen Helden werfen. Er räumte alles auf ein Tablett und dann ging er zu dem Käfig. Plötzlich stürzte er wie ein Adler auf den Käfig. „Du kleine miese Ratte, jetzt hab ich dich. Na warte, ich krieg dich." Er fummelte an dem Draht, der den Käfig verschloss. Rocky bekam es mit der Angst zu tun. Doch John gelang es nicht, ihn aufzubekommen und er fluchte vor sich hin. Die Maus rannte wild an den Gittern entlang.

Ja, er hatte es geschafft. Er griff mit seiner Hand nach der Maus, doch die biss kräftig zu. John schrie auf: „Du Mistvieh“ fluchte er. Da steht plötzlich wie aus heiterem Himmel jemand in der Tür und füllt sie gänzlich aus. „Hab ich dich erwischt!" donnert es durch den Raum.
"Hä, was, erwischt? Käptn, das ist die kleine miese Ratte, die mir meine Küche verwüstet hat, sehen sie nur, sie hat nur noch einen ganz kurzen Schwanz." versucht er sich zu verteidigen und zeigt auf den Käfig, doch der ist bereits leer.
„Wo ist sie?“, herrscht er den Koch an. Rocky ist inzwischen unter die Koje geflüchtet.
Mr Bown schnappt sich John, der schreit: "Lassen sie mich los, das ist doch nur,..."
„Du Idiot, das war unser Glücksbringer, ihm verdanken wir unsere fette Beute!“
„Nein, das glaub ich nicht.“ sagt John ungläubig und schüttelt den Kopf.
Käpten Bown hält den Smutje immer noch fest. „Ich setz dich auf eine einsame Insel und dort kannst du verrotten!“ Dies sagt er nicht nur so, sondern tut es auch.

Der Tod Johns ist jedoch noch nicht beschlossen. Irgendwie hat er es geschafft von dieser gottverlassenen Insel runter zu kommen und in seine Heimat zurück zu kehren. Er wils sich rächen und beschliesst Piratenjäger zu werden. Aber wer weiß schon, wann die Piraten wieder zuschlagen? Welches Schiff würden sie aussuchen? Es gab nur eine Chance. Er mussten sie in ihrem Versteck überrumpeln.

John kannte ja das Versteck, also erwartete er, bis das Piratenschiff im Hafen der Schatzinsel anlegte. Als das Schiff vor Anker ging, wurden alle Piraten gefangen. Nur Käptn Bown wollte nicht am Galgen landen und kämpfte bis er von einem Säbel durchbohrt wurde und starb.

Rocky, die Piratenmaus ließ es sich auf der Schatzinsel gut gehen und gründete eine Familie und oft erzählt er noch von seinem Abenteuer auf dem Meer.


Mich@ela Kux (Dez. 2003)

Letzte Aktualisierung: 28.06.2006 - 16.01 Uhr
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