Mainhattan Moments
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März 2004
Jung, dynamisch und erfolglos
von Andrea Lowitsch

Gequält stöhnte Chester in seinem Versteck hinter dem
baufälligen Pavillon des Stadtparks auf. Wo waren sie
hin, die „guten alten Zeiten“? – Die Zeiten, in denen
Vampire noch Vampire waren, und nicht als
abgedrehte, freakige möchtegern-gruftfies verhöhnt
wurden? The „Vampires way of life“ hatte sich während
der letzten 5 Jahrhunderte dramatisch gewandelt...

Vorbei die Zeiten, in denen man keuschen Jungfrauen
während ihrer letzten Minuten dieses faszinierende
Gefühl von abrundtiefem Grauen, Todesangst und
gleichzeitige Hingabe an ein höheres Wesen entlocken
und – dies auch noch schmecken konnte...

Chester jedenfalls kannte die Umschreibung dieser
„Blutvolumen-Mangelschock-Agonie“ nur aus den
Memoiren seiner ruhmreichen Vorfahren! Persönlich hatte er dieses wunderbar erhabene Gefühl eines „echten“
Blutsaugers noch nie nachempfinden können...

Verächtlich rümpfte er seine blasse Nase. Na ja,
Graf Dracula, dieser alte Angeber... aber man
sollte die Toten ja bekanntlich ruhen lassen,
(Friede seiner Asche) – dachte Chester.

... Und überhaupt: man stelle sich nur einmal
diese riesengroße Sauerei vor, die mit jedem
Blutkonsum am lebendem Objekt einherging!
Im Film sah alles immer gaaanz einfach aus...
Der HELD (Vampir) hielt sein (meist weibliches)
Opfer in der tödlichen Umarmung umklammert,
weitete seine schrecklich blutunterlaufenen Augen,
(der Vampir, NICHT das Opfer)...
bleckte sein wundervolles, ebenmäßiges gelbes
Raubtiergebiss, um die Eckzähne gezielt in die
Arteria Carotis des Opfers zu vergraben, und
Ihm die Lebensenergie auszusaugen...

Ja PUUUSTEKUCHEN!!! - Heutzutage kam man als redlicher
Vampir ja in den meisten Fällen an diese scheiß Halsschlagader
eines möglichen Opfers gar nicht erst ran! Fakt war:
Ad1: Jungfrauen, die theoretisch als Opfer in Frage kämen, traf
man nach 21:00 MEZ gar nicht mehr auf der Straße an, weil:
12 jährige Teenies unterlagen der allgemeinen Schulpflicht, und
mussten daher früh ins Bett.

Ad2: auch wenn man bereit war, im Punkto Jungfräulichkeit
des möglichen Opfers Abstriche zu machen: das Bildungssystem
machte auch nicht davor halt, 13-16 jährigen, nicht mehr
jungfräulichen weiblichen Teenies, in den Schulen die Teilnahme an kostenlosen Kursen in „effektiver Selbstverteidigung“ zu
ermöglichen! Schaudernd erinnerte sich Chester an seine erst
wenige Tage zurückliegende, schmerzhafte und frustrierende
„Begegnung mit der 3. Art“...

Ad3: Man stelle sich nur die mit dem Blutkonsum möglicher
Weise einhergehende chemische Intoxikation mit diversen
Halluzinogenen Substanzen (Heroin, LSD, Crack, Extasy,
ja die ganze Palette) vor. – Auch hiermit hatte Chester schon
leidvolle Erfahrungen gemacht. Und dann diese schrecklichen
Alpträume, die er nach dem Genuss?! bei so einem „Drogisten“
Immer hatte... (denk dir nur, es dämmert, es wird Tag,
und DU kannst deinen SARG NICHT FINDEN)!

Ach was soll´s, dachte Chester. Es regnete, es war kalt, und er
musste In 2 stunden auf der Arbeit sein. Bei diesem Sauwetter
und in der Dunkelheit würde eh niemand mehr durch den
Stadtpark laufen. Er freute sich schon auf seinen Dienst in
der Blutbank. Würde er sich eben noch eine Weile mit
Konserven begnügen. – Schade nur, das AB neg. momentan
nicht mehr vorrätig war...

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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