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Juli 2004
Die besondere Wellness oder der etwas andere Zahnarztbesuch.
von Uschi Lange

Der halbjährliche Zahnarztbesuch bedarf einiger Vorbereitung, schließlich ist dies mein ganz spezieller Wellnesstag! So nehme ich mir an diesem Tag absolut nichts anderes vor. Vor allem nichts, bei dem ich sprechen müsste! Meine Kinder werden vorher genau instruiert, mich möglichst völlig in Ruhe zu lassen. Irgendwelche Fragen sind an diesem Tag an den Vater zu richten oder mir schriftlich vorzulegen! So gehe ich nun in freudiger Erwartung zum Zahnarzt. Trotz eines Termins sitze ich nun seit einer Stunde entspannt im Wartezimmer und schaffe es, in dieser Zeit zwei Zeitschriften komplett durch zu lesen. So bin ich jetzt auf dem neuesten Stand aller weltlichen Geschehnisse, ohne mir eine Zeitung kaufen zu müssen. Als Extra, weil es noch etwas länger dauert, gibt es heute zusätzlich ein Live-Hörspiel aus dem Behandlungszimmer 1. Belustigt verfolge ich die Vorgänge: „Guten Tag, Herr Meier, wie geht’s ihnen denn? Wo tut’s denn weh? “ Jetzt kommt das Beste, denn der Patient hat bereits den Mund auf und der Arzt guckt mit dem kleinen Spiegel hinein. Schließlich kenne ich mich aus! „Ach, err oktor, ganch guch! Inten rechs, er Akenchaan! “ Der Arzt ist sprachlich begabt und versteht natürlich sofort worum es geht! Dann hört man den Bohrer kreisen und den Speichelabsauger zischen. Plötzlich wird die Übertragung für eine wichtige Durchsage unterbrochen: „Frau Lange, bitte in Behandlungsraum 2!“ Schade, ich hätte doch gern noch das Ende mitgehört, aber nun bin ich an der Reihe. In Raum 2 werde ich von der freundlichen, Mundschutz tragenden Assistentin erwartet. Ich nehme Platz und mein Ausschnitt wird mit einem Papiertuch, das wie ein Kinderlätzchen aussieht, abgedeckt. Der Sitz wird in die bequeme Liegestellung gebracht und das Licht in Richtung meiner Mundöffnung justiert. Ich schließe entspannt die Augen, während die Assistentin auf meinen Zähnen den Zahnstein entfernt. Dabei bekomme ich sanften Wassernebel ins Gesicht. Das ist die Hydromaske! Beim anschließenden Polieren durchzieht mich ein angenehmes Vibrieren und leichte Gänsehaut überzieht meine Arme. Das ist die elektrische Kopfmassage! Mit den Worten: „Der Herr Doktor kommt dann gleich zu ihnen!“ entfernt sich die Assistentin diskret und lässt mich noch zehn Minuten ruhen, bevor mein Backenzahn behandelt werden soll. Aber eigentlich tut er nach dieser Vorbehandlung gar nicht mehr weh!
Schließlich kommt der Doktor und begrüßt mich freundlich. Dann sieht er sich den Zahn an und meint:
„Das haben wir gleich. Ich gebe ihnen jetzt eine Spritze und anschließend machen wir eine neue Füllung hinein. Dann haben sie wieder Ruhe.“ Die Spritze muss erst noch zehn Minuten wirken, bevor er mir die alte Füllung heraus bohrt. Ich spüre absolut nichts und bin vollkommen entspannt. „Vielen Dank, Herr Doktor, und ein schönes Wochenende!“ verabschiede ich mich mit neuem Zahngefühl. „Ebenso, und bis in einem halben Jahr wieder, Frau Lange!“ Eigentlich sind Zahnärzte doch nette Menschen, oder?
Zu Hause angekommen werde ich wieder eine Leidensmiene aufsetzen und seufzen: „Es hat überhaupt nicht weh getan!“ Damit die Vorstellung vom Zahnarztbesuch ja nicht aus dem Gleichgewicht gerät!
Schließlich ist das meine eigene spezielle Wellness, um den Zahnarztbesuch zu überstehen!

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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