Futter für die Bestie
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Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
Anthologie zu. Auf Gewalt- und Blutorgien haben wir allerdings verzichtet. Manche Geschichten sind sogar witzig.
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Februar 2005
Treue Männer
von Siggi Suarek

"Du meinst wirklich, ich soll das tun?"
"Kindchen, glaubst du wirklich, ausgerechnet dein Mann ist da anders. Männer sind, wenn es darum geht alle gleich. Da kannst du Gift drauf nehmen."
"Aber ich liebe meinen Mann!"
"Gerade deshalb sollst du wissen, ob er treu ist oder nicht. Du hast mir doch selbst erzählt, er käme abends immer sehr spät nach Hause, weil er Überstunden machen müsse. Da hast du schon den ersten Grund um mißtrauisch zu sein, oder nicht?"
"Ja schon, aber mein Mann würde mich nie betrügen!"
"Liebes, wach endlich auf oder bist du wirklich so naiv!"

Verunsichert sah Bianca Silke an. Sollte die Freundin und Nachbarin Recht haben mit ihrer Vermutung? Sollte sie wirklich so blind gewesen sein und alle Anzeichen mißachtet haben? Bianca lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter. Tränen rollten über ihre Wangen.
Silke nahm Bianca in die Arme. "Nicht weinen, Liebes. Bald weißt du, ob er dir treu ist oder nicht. Du kannst sicher sein, ich werde es herausfinden, ohne dein Vertrauen auszunutzen. Sobald er ins Netz gegangen ist, werde ich ihn zurechtweisen. Ich habe da schon einen Plan..."

Am nächsten Dienstagabend fuhr Bianca wie üblich zum Volleyballtraining ihrer Mannschaft. Silke hielt den heutigen Abend für den richtigen Zeitpunkt für ihr Vorhaben. Martin, Biancas Mann, würde seine Frau erst spät zurückerwarten und sich sicher wähnen.
Bianca hatte die Sporthalle erreicht doch ihre Zweifel wurden mit jeder Minute größer. War es richtig Silke ihre Zustimmung zu diesem verrückten Plan gegeben zu haben und das Schicksal so direkt herauszufordern? Bestimmt war er jetzt schon bei ihr in der Wohnung. Sie mochte es sich nicht vorstellen. Übelkeit überkam sie. An Training war heute nicht zu denken. Doch bis sie jetzt zuhause war, würde nochmals eine dreiviertel Stunde vergehen. Viel zu viel Zeit, es konnte schon zu spät sein.

Währendessen hatte Silke an der Nachbarwohnung geklingelt. Unter dem Vorwand Hilfe zu brauchen lockte sie Martin in die Wohnung. Eine Glühbirne der Deckenlampe musste ausgetauscht werden. Eine Haushaltsleiter hatte sie schon aufgestellt. Martin sah Silke verdutzt an.
"Ich bin nicht schwindelfrei und habe Angst herunterzufallen", erklärte sie, "und deshalb möchte ich Sie bitten mir die Leiter festzuhalten."
Silke zog die Schuhe aus und stieg barfuss die Leiter hoch. Ihre langen, schlanken Beine hatte Martin nun direkt vor seinen Augen. Zufälligerweise verfing sich ihr Rock am Bügel der Leiter und gab weitere Geheimnisse frei.
"Ich glaube mir wird schwindelig", hauchte Silke, "könntest du mir herunterhelfen?"
Langsam führte Martin Silke nach unten. Von der letzten Stufe ließ sie sich in seine Arme fallen und schmiegte sich fest an ihn.

Endlich hatte Bianca den Parkplatz vor ihrer Wohnung erreicht. Mit überhöhtem Blutdruck und zitternden Händen schloß sie die Haustüre auf und eilte die Treppen empor. Atemlos klingelte sie an Silke´s Wohnung. Es dauerte viel zu lange bis Silke die Türe öffnete. Bianca stockte der Atem. Silke trug nur einen sehr knappen Bademantel.
"Du hast tatsächlich..." Bianca wurde kreidebleich.
In diesem Moment sah Bianca eine Gestalt vom Schlafzimmer zur Toilette huschen.
"Du Schwein, hast tatsächlich mit ihm geschlafen!", rief Bianca enttäuscht aus.
"Nun beruhige dich erst mal. Es ist nicht dein Mann, der hier ist. Dabei wäre er mir viel lieber gewesen, als der trottelige Junggeselle von nebenan, der mir seit Jahren erfolglos den Hof machte. Ich wäre auch niemals mit dem ins Bett gestiegen, wenn mich dein Mann nicht eiskalt abblitzen gelassen hätte und ich zutiefst frustriert gewesen wäre. Jeder andere hätte zugegriffen, als ich mich in seine Arme warf. Doch dein Mann schob mich weg und sagte zu mir:
Liebe Nachbarin, bemühen Sie sich nicht weiter. Sie haben gewiss einen schönen Körper und sind für viele andere Männer sicher eine Sünde wert. Ich liebe meine Frau über alles.
Dann drehte er sich um und ging zur Türe.
Außerdem läuft im Fernsehen gerade das Spiel Bayern gegen Schalke. Da werde ich mir bestimmt nicht an Ihrem heißen Körper die Finger verbrennen."

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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