Das alte Buch Mamsell
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Peggy Wehmeier zeigt in diesem Buch, dass Märchen für kleine und große Leute interessant sein können - und dass sich auch schwere Inhalte wie der Tod für Kinder verstehbar machen lassen.
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Februar 2005
Mann = nicht gleich Mann!
von Waltraud Müller

Ach „Männer“!
Ein gelungener Ausdruck, wenn diese Unmögliches anstellen, alles vergessen, was sie mitbringen sollen, Geburtstage sich nur schwer merken.
Bei Hochzeitstagen, nun, das ist so eine Sache! Morgens ein Bussi: „Alles Liebe zum Hochzeitstag!“ Damit hat sich’s! Da sind sie noch stolz darauf, dass sie es nicht vergessen haben!
Romantik pur?
Pünktlich das Essen gerichtet, alles soll seine Ordnung haben, die meisten Herren sind Ausgeh- und Tanzmuffel. Zur Abwechslung genügt der Fernseher.

Und trotzdem sind sie ganz nützlich! Zum Beispiel bei groben Arbeiten. Ist der Abfluss verstopft, oder eine Dichtung zu ersetzen, hämmern, bohren, . . . ist ihr Hobby.
Das Kasterl aus dem Möbelhaus ist für eine Frau alleine schwer zusammenzubauen, die Beschreibung für das Können der Handwerker bestimmt.

Heute merke ich es sehr, dass ER nicht im Haus ist. Es schneit ganz fürchterlich. Kaum habe ich die Einfahrt und den Gehsteig frei gekehrt, ist hinter mir schon wieder alles weiß. Es schneit und schneit, als wenn es nichts anderes gäbe. Sonst macht das ja mein Mann, doch der ist heute nicht da und das ist grauenvoll.
Also gehen sie einem schon ab!

So – jetzt war ich wieder draußen, nass und kalt ist es. Es wird Zeit, dass endlich der Frühling Einmarsch hält. Ja, da gibt es wieder massenhaft Arbeit! ER kann sich austoben!
Aber es gibt ja noch was anderes als die Arbeit! Was ist mit Liebe?
Ein guter Arbeiter ist auch ein guter Liebhaber? Also letztens hatte ich einen Traum, den muss ich schnell erzählen!

Ich war in einem wunderschönen romantischen Haus, ganz alleine durfte ich darin eine Woche verweilen. Es gehörte einem erst kürzlich verstorbenen Arzt. Sonne, Palmen und Meer – eine Stimmung wie im Bilderbuch!
Abends schaltete ich den Fernseher ein und nahm in den weichen Polstern Platz.

Dann kam ER! Auf leisen Sohlen schlich er sich von hinten an. Ich merkte den Lufthauch, der die leichten Gardinen sich bewegen ließ. Er stand neben mir und sagte: „Erschrick nicht, ich bin es nur!“
„Wer ist ich?“, hauchte ich und dachte sogleich, als ich in seine meeresblauen Augen sah: ‚egal, wer er ist!’ Sein dunkles gewelltes Haar verlockte zum durchwühlen, seine Zähne leuchteten im gebräunten Gesicht, seine Gestalt bewegte sich geschmeidig, zog mich aus den weichen Kissen, hielt mich fest in seinen Armen.
Der Unbekannte streifte mir den Morgenmantel von den Schultern, streichelte meine Brüste seine Fingerspitzen massierten zärtlich die rosigen Knospen. Die Hände waren schmal und zart. Sein Atem fühlte sich frisch an. Wir sahen uns in die Augen. Auf dem Bildschirm erschien „The End“. Niemand beachtete es.
Er drückte mich fest an seinen Körper. Sein Blick erforschte meinen.
Diese Augenfarbe zum Kontrast des dunklen Haares – ich konnte mich nicht satt sehen!
Meine Finger fuhren durch seine Mähne – die ungebändigt und seidig war. Er umschloss meine Taille, streichelte meinen Rücken, fuhr unter den Stoff und erfühlte die festen Pobacken. Sein offenes Hemd trug er lose über der Hose. Er war barfuss, genau wie ich.
„Komm!“, flüsterte er mir ins Ohr, nahm meine Hand und führte mich durch die offene Glastüre in den Garten.
Der Swimmingpool lag indirekt beleuchtet vor uns. Das Wasser glitzerte, ganz leicht wurde es von der Abendbrise bewegt. Der Rasen kurz gemäht, Blumenduft lag in der Luft.
„Schwimmst du mit mir?“
„Ja!“
Es war das Natürlichste auf der Welt – heute, hier, jetzt, nackt zu baden.
„Eine wunderbare Idee!“

„Ist das herrlich!“
„Wunderbar – wie kommst du hier her?, fragte ich ihn.
„Ich bin hier aufgewachsen, war oft in den Ferien auf Besuch.“
„Wer hat dieses Haus so modernisiert?“
„Mein Onkel gab mir die Möglichkeit dies zu tun, gefällt es dir?“
„Es ist ein Traum!“
„Komm meine Traumfrau!“, er zog mich an sich, sein Mund kam meinem sehr nahe, die Zähne blitzten, zarte Lippen streiften meine. Ein Stromstoß durchfuhr mich, unwillkürlich fasste ich nach seinen Armen. Er hielt mich fest.
„Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick? Wie konnte ich bis jetzt ohne dich sein?“
Ein Kuss, so unendlich zart, ein Gefühl so unbeschreiblich schön.

Im Wasserbett erlebten wir eine wunderbare, zärtliche, einfühlsame Liebesnacht.

Irgendwann, zwischen den Liebkosungen, gab er dichterische Werke von sich: „Zur Untermalung streichelte er gerade diese Stellen, die er mit seinem Vortrag meinte: „Du bist für mich wie eine Orchidee, die Königin unter den Blumen! Deine Blütenblätter sind weiß, dein Fruchtkern rosig, verlockend, einladend – verheißungsvoll einzutauchen in die Unendlichkeit der vollkommenen Weiblichkeit. Schmale, graziöse Stiele, saftige rundliche Blätter, emporwachsende Fangarme, die mich gefangen halten in deiner Tiefe!“
Nie hat irgendjemand für mich so etwas Schönes gedichtet!
„Welch schöner Vergleich! Komm mein Blütenstempel!“
Sein Körper - so wohlgeformt, ich fühlte seine Muskeln, den flachen Bauch, seine Erregtheit und konnte nicht genug bekommen von seinen Lippen. Dieser Mann war eine Sünde wert!

Morgens, lag ich alleine im Bett, nein nicht ganz – auf der anderen Seite lag - mein Mann!

Träume um zu leben oder lebe um zu träumen!

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