Der Tod aus der Teekiste
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Februar 2005
Männer und das „Spiel des Krieges“
von Sascha Müller

Es war ein richtiger Wüstensturm, die Spezialtruppe der Armee tat sich schwer im vorwärts kommen.
Panzer und Hubschrauber müssen auf Wetterbesserung warten. Sobald der Wind sich legt wird zum großen Angriff auf "Kalimanda" gestartet. Diese Stadt ist ein strategisch wichtiger Punkt in diesem Krieg.
"Kalimanda" ist einer Festung gleich, sie besteht schon seit über tausend Jahren.
Eine dicke, hohe Mauer umgibt diesen Ort und diente immer als Schutz für die Reichen des Landes. Katakomben mit den berühmtesten Gräbern dieses geschichtereichen Landes. Sie dient auch als Zwischenstation für Handelsreisende, Hobby-Sportflieger haben einen eigenen kleinen Landeplatz und LKW-Fahrer, da ein Teil der Katakomben in einen Treibstofftank umfunktioniert wurde.
Dies soll der neue Stützpunkt der Armee sein, Treibstoffunktion für alle Fahrzeuge und in der Mitte des Weges zu Bagdad. Es gilt nun diesen Ort einzunehmen, Verluste zu vermeiden und als Stützpunkt zu beziehen.
XXX
Sonnenstrahlen fallen durchs Fenster, ein schönes helles und freundliches Zimmer. Ein kleiner Schreibtisch mit einer Blumenvase mit exotischen Blumen steht inmitten des Raumes.
Ein etwas stärkerer, älterer Mann in einem weißen Bademantel stellt seinen Laptop darauf, verbindet ihn mit Kabel an seinem Handy und schaltet diesen ein. Wählt mit dem Mobiltelefon eine Nummer, drückt am Computer ein paar Tasten und lehnt sich entspannt zurück. „Mahmud“ ruft er laut.
Ein muskulöser Mann, ebenfalls in einem weißen Bademantel betritt den Raum, er legt zwei Disketten auf den Tisch und setzt sich neben den anderen. Er ist bedeutend jünger, trägt einen flauschigen schwarzen Bart der ihn älter wirken läßt, doch die Augen wirken jung und listig. „Ist es soweit, Sali?“, fragt er die Person, welche bloß nickt.
XXX
Schön langsam nähert sich die Spezialtruppe der US-Armee dem Zielobjekt, Spähtrupps beobachten mit ihren Feldstechern das Treiben rund um den Ort.
Alte Lastkraftwagen fahren ein und aus, die Bevölkerung einem Bauernvolk gleich, stehen schwatzend und ängstlich in Gruppen beisammen. Wenige Soldaten des Feindes erkunden an der Ortseinfahrt.
Die Späher geben über Funk ihre Beobachtungen weiter.
XXX
Sali legt beide Disketten der Reihe nach in das Laufwerk, klickt mit der Computermaus hektisch herum und legt sie danach wieder auf den Tisch zurück. Mahmud nimmt eine Schere, schneidet beide Datenträger an der Oberseite entzwei und bricht sie auf. Auf der Innenseite befindet sich jeweils ein achtstelliger Code, welchen der Ältere eingibt.
Daraufhin wählt er eine Nummer auf seinem Handy und der Computer probiert eine Verbindung herzustellen.
XXX
Einige Wachposten mit Maschinengewehren bewaffnet, sind auf der Mauer stationiert und gehen Patrouille. Sie sind sich der Gefahr noch nicht bewußt und unterhalten sich gemütlich.
Der Sandsturm, soviel er auch die Truppe behindert, genauso viel Schutz bietet er ihnen.
Im Stützpunkt wird der Angriff geplant und die Panzer machen sich bereits auf den Weg, begleitet mit mobilen Marines und schweren Geschützen.
Die Kampfhubschrauber werden einem letzten Check zugeordnet.
XXX
Auf dem kleinen Bildschirm erscheint eine Landschaft, in ziemlich schlechter Farbe, in Vogelperspektive. Es muß sich um den Irak handeln.
Mahmud zieht den Vorhang vor, da die Sonne das Bild zu stark erhellt und setzt sich wieder dazu. Sali zoomt auf die Landschaft und das Bild wird immer schärfer, es muß der Blick von einem Satelliten auf das gesagte Land sein. Mit großen Augen sehen die Zwei auf die Landschaftsbilder, Rauch von Ölfelder, Gruppen fliehender Bevölkerung.
Mit Hilfe der Computermaus schweift er durchs Land, in gut auflösenden Bildern.
XXX
Die Soldaten gehen hinter Sanddünen in Stellung und warten nur noch auf den Einsatzbefehl. Sie wollen nichts überstürzen und beobachten das Zielobjekt. Jetzt gilt es nur noch auf die mobile Truppe zu warten, lange wird es nicht mehr dauern.

Die halbe Strecke haben diese schon hinter sich, sie kommen gut voran. Der Sandsturm ist nur noch selten anzutreffen und so verläuft alles nach Plan.
Die Kampfhubschrauber am Stützpunkt werden beladen und starten.
XXX
Mit einem roten dünnen Strich senkrecht und waagrecht markieren die zwei Herren eine Ortschaft am Computer und zoomen sich näher. Es ist das Zielobjekt der Amerikaner.
Das Bild ist so gut, dass man in Form dunkler Flecken, sogar die in Stellung gegangene Armee sieht.
Mit einem kleinen Lächeln auf ihren Lippen nicken beide synchron.
XXX
Für die kommende Nacht ist die „Operation Wüstensturm geplant“, ein Blitzangriff auf Kalimanda.
Schnell und so blutfrei wie möglich soll es geschehen.
Die Dämmerung tritt ein.
Es sind keine Veränderungen am Ablauf rund um die Stadt zu erkennen.
Leichte Bewachung, die Bewohner ziehen sich zurück, fast kein Transfer, der kleine Flughafen an der Seite ist leer und unbenützt.
Die mobile Einsatztruppe, samt Panzer und schweren Geschützen rückt an und wartet nur auf den Einsatzbeginn.
Die Nacht setzt ein, der Mond leuchtet hell und Stille tritt ein.
Kein Wind.
Keine verdächtige Aktivität.
Der Einsatzbefehl kommt über Funk.
Die Panzer fahren vor, die Spezialtruppe folgt ihnen im sicheren Windschatten und die Geschütze nehmen Stellung ein.
Die Kampfhubschrauber schweben über den Angreifern.

Kurze Zeit darauf werden zwei der schweren „Kanonen“ abgefeuert, welche als Warnung unmittelbar vor die Mauer in den Wüstensand einschlagen.
Hektisches Geschrei ist aus der Ortschaft zu hören, doch keine feindliche Reaktion.

Das große Tor geht auf.

Die Panzer richten ihre Kanonenrohre genau auf die Öffnung, ein Befehl und dieses verschlafene Nest ist dem Erdboden gleich.

Ein Mann, bekleidet nur mit einem Tuch kommt heraus und winkt mit den Händen „STOP“.
Ein Holzkarren rollt heraus, er ist bemalt mit der Landesflagge, dahinter gehen fünf Soldaten mit einer weißen Fahne in der Hand.
Kalimanda ergibt sich!

Die Offiziere, welche taktisch weiter hinten geblieben sind, klatschen in die Hände und geben den Stand der Lage dem Stützpunkt an der Grenze weiter und warten auf neue Befehle.

Die Bevölkerung samt den Soldaten schieben einen Karren mit allen Waffen durchs Tor und stellen sich davon entfernt auf.

Die Soldaten schreiten vorsichtig vor, inspizieren den Karren und nummerieren die sich ergebenen Personen mit einem Kohlestift auf dessen Stirn um den Überblick zu behalten.
Andere nehmen die Daten der Iraker entsprechend der Nummer in eigene Listen auf.

Große LKW bringen die Bevölkerung weg. Bis zum Ende des Krieges werden sie außer Landes gebracht. Somit sind sie in Sicherheit, und können den Feinden nicht in den Rücken fallen.

Spähtruppen erforschen die kleine Ortschaft nach Hinterhalt, Fallen und dergleichen.
Sie durchkämmen alle Gebäude, selbst die Katakomben werden durchsucht.
Einige Gräber berühmter Ahnen sind sogar zugemauert in den tiefen alten Gängen.
Ein Weinkeller mit erlesenen alten Weinen aus der ganzen Welt findet gleich Gefallen.

Der Stützpunkt wird kontaktiert und der größte Teil der amerikanischen Truppen macht sich auf den Weg, um diesen neuen Stützpunkt zu beziehen.
Die helfenden Organisationen machen sich im Schutz der Panzer und mobilen Einsatzfahrzeugen auch auf in Richtung Kalimanda.
XXX
Sali und Mahmud gießen sich in ihre Bleikristall-Tumbler Whisky ein und stecken sich eine Zigarre in den Mund. Der Jüngere gibt dem Älteren Feuer und der nebelige Rauch füllt den Raum.
Beide beobachten interessiert den Bildschirm auf dem Laptop.
XXX
Die Sonne geht auf, der Sand der Wüste ist rot gefärbt, es scheint als ob er bluten würde.
Doch alles so friedlich.
Die amerikanischen Soldaten nehmen die nachgekommenen Truppen erfreut auf und weisen die Fahrzeuge ein.
Die Panzer reihen sich rund um die Mauer auf und es wirkt wie ein Zeichen der Macht, eine Festung ohnegleichen, uneinnehmbar.
In einem dumpfen Rittersaal wird eine neue Lagebesprechung einberufen, als angenehmer Zusatz wird auch einer der Weine verkostet.
Die Stimmung ist gut, alle sind erfreut, dass dieser wichtige taktische Schritt ohne Blut verlaufen ist.
Jetzt fehlt nur noch die Hauptstadt Bagdad.
Die Hilfsorganisationen führen Standarduntersuchungen bei den Soldaten durch.
Endlich darf wieder mal geschlafen, Briefe an die Lieben geschrieben und gelacht werden.

Eine kleine Truppe von Spezialisten bricht mit den dementsprechenden Geräten die vermauerten Eingänge bei den Grabstätten auf, um zu sehen, was sich dahinter verbirgt.
Eines ist geschafft.
Goldene große Vasen, Staub, viel Staub und ein großer goldener Sarg.
Nach einem kurzen Rundgang in dem Raum wird auch der Sarg aufgebrochen, Ein Skelett, die Arme überkreuz deren Finger umklammern eine goldene Statue.
Auf zur nächsten Grabstätte!
XXX
Sali drückt ein paar Tasten, die Landschaftsbilder verschwinden, der Bildschirm erscheint in schwarz mit grüner Schrift.
Kurz überlegt und schon klopft er ein paar Zahlenreihen auf die Tastatur, schiebt den Laptop zu Mahmud rüber und auch dieser gibt einen Code ein.
Daraufhin wechselt die Schrift in rot.
Erneut geben beide einen langen Code ein.
XXX
Eine neue Grabstätte ist aufgebrochen, sie beinhaltet bloß alte leere Fässer und viel Staub.
XXX
Mahmud schenkt die goldene Flüssigkeit nach, zieht den Vorhang auf und läßt etwas Licht in den Raum.
XXX
Staub aufwirbelnd bricht die kleine Mauer nieder, ein sehr großer und hoher Sarg, darin das Skelett eines Kindes, eine alte, teils verfallene Puppe im Arm.
Die Soldaten schrecken zurück, blicken sich gegenseitig an und ohne Absprache machen sie ein Kreuzzeichen.
Ohne sich umzusehen gehen sie in gedrückter Stimmung wieder hinaus und wenden sich dem nächsten zugemauerten Hindernis zu.
XXX
Ein Programm wird gestartet, ein neuer Code.
Saddam zeigt auf eine Taste, Mahmud nickt und beide drücken sie zugleich.
Ein Countdown erscheint auf dem Bildschirm.

...15...

Die Spezialisten haben den zweiten Eingang freigesetzt.

...14...

Darin befinden sich Regale mit Tonkrügen und in der Mitte ein Sarg.

...13...

Der Sarg ist nicht besonders, ein ganz normaler Sarg aus Stein.

...12...

„Der ist aber klein!“ stellt einer der Soldaten fest,.

...11...

Worauf ein anderer hektisch erwidert:“ Nein, der andere war zu groß!“
...10...
Sie blicken sich alle an.
...9...
Schnell laufen sie aus der Grabstätte.
...8...
Zurück zu der mit dem Kinderskelett.

...7...
Sie öffnen den Sarg und mit den Worten „Herr, verzeih uns!“ entfernen sie die Gebeine.
...6...
Eine Decke bedeckt den Boden und nach dessen Entfernung kommt ein falscher Boden zum Vorschein.
...5...
Schnell geöffnet, läßt er eine Leiter welche in die Tiefe führt sehen.
...4...
Einer der Soldaten zückt seine Taschenlampe und leuchtet die Finsternis hinab.
...3...
Metallene Rohre mit Kabeln verbunden führen zu einer gläsernen Röhre mit grüner Flüssigkeit.
...2...
„Oh, mein Gott!“ ruft der Späher mit dem Licht.
...1...
In der grünen Flüssigkeit steigen Luftblasen empor.
...0...
Eine gewaltige Explosion läßt die Ortschaft Kalimanda erzittern, sekundenschnell entzünden sich die riesigen unterirdischen Treibstofftanks und mit gefolgten lauten Explosionen brechen die Gemäuer in sich zusammen. Sie reißen im Umfang von mehreren hundert Metern alles mit in die Tiefe, sodass nach einigen Minuten nur noch eine riesige Mulde, aus der etwas Rauch aufsteigt übrig ist.
Kalimanda ist zerstört und nichts weist darauf hin, dass es jemals hier war.
Wüste, nichts als Wüste.
XXX
Sali schließt seinen Laptop, entfernt lächelnd die Verbindung zum Handy und steht auf.
Er streckt sich kurz und genüsslich. Ein Werk ist vollbracht! Daraufhin ziehen Beide ihren Schlafmantel aus, darunter tragen sie Badeshort mit dem Muster der amerikanischen Flagge.

Sie verlassen das Gebäude, laufen über einen wunderschönen Strand dem Meer entgegen. Das Wasser liegt kristallklar vor ihnen.
Von einer Cocktailbar in der Nähe ertönen lateinamerikanische Superhits.



Ein Ausflug in die andere Welt, doch ist dieses Erlebnis gar nicht so an den Haaren herbeigezogen! Eine Geschichte, die es in unserer Zeit fast täglich gibt! Ja – und leider gibt es immer wieder Männer, die gerne mit gefährlichen Waffen spielen!

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