Das alte Buch Mamsell
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Mai 2005
Der Schatten meines Nachbarn
von Felicitas Ziebarth

Als ich vor vier Jahren in das Haus meiner verstorbenen Eltern einzog, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken.

Meine Eltern hatten mich schon gewarnt. Sie hatten gesagt: „Solltest du dieses Haus erben, so nimm dich vor unserem Nachbarn Herr Müller in acht! Die Schatten von ihm sind riesig!“ Doch ich hatte alles mal wieder nicht geglaubt.

Aber nun, wo ich im Haus meiner Eltern wohnte, musste ich ihnen glauben: Nicht nur, dass Herrn Müllers Schatten riesig war, Herr Müller war auch äußerst unfreundlich. Er grüßte nicht einmal, wenn ich vorbei kam. Aber dass er nicht grüßte, war mir ganz recht, es wurde nämlich vermutet, dass er meine Eltern umgebracht hatte. Dass der Herr Müller meine Eltern umgebracht hatte, war für mich klar, nämlich immer, wenn ich mit meiner Freundin über meine Eltern sprach und dann Herr Müller zufällig vorbeikam und uns hörte, grinste er so, wie wenn er froh wäre, dass meine Eltern gestorben sind. Deswegen hatte ich Angst, dass er auch mich umbringen würde.

Nun, eines Nachts, als ich schon längst schlief, überkam mich eine Angst, ich wusste nicht, wieso. Dann wachte ich auf. Es ist nur ein Traum gewesen, dachte ich. Da ich nun wach war, sah ich aus dem Fenster. Da sah ich einen riesigen Schatten, aber keinen Menschen dazu. Ich dachte gleich an Herrn Müller, aber Herr Müller war nicht zu sehen. Jetzt bewegte der Schatten sich auf mein Zimmer zu. Erst jetzt sah ich, dass der Schatten rote Augen hatte. Er riss mein Fenster auf und sagte in einer rauchigen Stimme:
„Komm zu mir! Wenn du zu mir kommst, siehst du deine Eltern wieder. Dann bist du mein, und ich habe Macht, große Macht.“
Ich komme niemals, versuchte ich zu sagen, doch ich brachte nur ein „Ich komme“ hervor. Ich war wie gelähmt. Aber die Angst und alles, was ich dachte, hielt wie eine Mauer gegen den Schatten, so dass der Schatten sich in Luft auflöste und nie wieder gesehen wurde.

Ich lag auf meinem Bett und atmete schwer. Am nächsten Morgen hatte ich mich von meinem Schock erholt. Nur komisch, dass an diesem Morgen Herr Müller ins Krankenhaus kam, und das freute mich sehr.

Geschrieben am 27. Mai 2005 von Felicitas Ziebarth, 8 Jahre

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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