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Januar 2006
DAS CHAOS BEI GROßVATER
von Jutta Federkeil

Sprachlos vor Staunen schaute Kim sich in der Küche seines Großvaters um. So ein Durcheinander hatte er in seinem achtjährigen Leben noch nicht gesehen. Hier sollte er zwei Tage bleiben?

Sein Opa war ein Chaot. Graues Haar hing ihm wirr über die Augen. Er hatte weder Schuhe noch Pantoffeln an den Füßen sondern nur Socken und diese auch noch verkehrt herum. Die Pantoffeln lagen zusammen mit Zeitungen und Büchern auf der Eckbank; eine Wurstpelle lugte neugierig dazwischen hervor. Der Tisch war mit allem Möglichen vollgepackt. Großvater stand am Herd und jonglierte mit Pfannekuchen wie Pippi Langstrumpf im Fernsehen.

" Junge, setz dich schon mal, das Essen ist gleich fertig".

"Oje, Opa wo soll ich denn sitzen- es ist nicht einmal Platz zum Stehen!" Und schon fing Kim an, aufzuräumen.

Großvater schüttelte den Kopf über soviel Eifer und Ordentlichkeit. Viel zu pflichtbewusst, wie ein Erwachsener benahm sich dieser Kim. Vor allem sein übertriebener Ordnungssinn machte ihm Sorgen.

Nun, vielleicht würde es ihm gelingen, ihn ein wenig lockerer zu machen. Wo er schon einmal hier war.

Kim hatte, weil er weit weg wohnte, Großvater lange nicht mehr gesehen. Und jetzt dachte er nur, wie kann so was Unordentliches mein Opa sein? Immerhin war der doch Lehrer an einer großen Schule gewesen. Ein Professor, wie Kims Eltern ihm zu erklären versuchten. Wenn seine



Schulkameraden ihn sehen würden, diesen unordentlichen Professor, in Grund und Boden müsste er sich für ihn schämen. Aber Opas Lachen, das mochte er. Vielleicht könnte er Großvater ja zeigen, wie der etwas ordentlicher mit seinem Kram und sich selber umgehen könnte. Wo er schon einmal hier war.

"Nun lass doch diese Räumerei!", unterbrach Opa Kims Arbeitseifer, fegte mit einem Schwupp die Sachen vom Tisch und stellte die Teller auf den frei gewordenen Platz.

"Aber Opa, jetzt liegt alles auf dem Boden!" rief Kim erschrocken und wollte sich bücken, um die Sachen aufzuheben.

"Nun iss erst einmal."

Und schon hatte er seinen Pfannekuchen mit den Händen zusammengerollt, biss herzhaft hinein und das Fett rann ihm das Kinn hinunter, während Kim sich verzweifelt nach Besteck und einer Serviette umschaute.

Wird nicht einfach sein, Großvater seine Unordentlichkeit abzugewöhnen, dachte Kim dabei. Aber ich glaube, in diesen zwei Tagen schaffe ich das.

Wird nicht einfach sein, Kim diesen Ordnungstrieb auszutreiben, ging es seinem Großvater durch den Kopf. Aber ich denke, in diesen zwei Tagen wird mir das gelingen.



…………….

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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