Burgturm im Nebel
Burgturm im Nebel
"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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April 2006
Der Astronaut
von Thom Delißen

Der Astronaut schaltete die Beleuchtung in der Kabine ab, genoss durch die gewölbte Plexiglasscheibe den Anblick auf die farbenfrohe Galaxie, der sich ihm bot.
Er konnte einzelne Sternbilder ausmachen. Dort, ohne Zweifel, der mächtige Sauron mit seiner Sichel, hier Droo mit den riesigen Fangarmen.
Das allumfassende Universum.
Ohne besonderen Grund schweiften seine Gedanken in die längst vergangene Kindheit.
Er hatte sie auf dem Planeten „Terra“ erlebt.

Einer der vielen Planeten, die seine Rasse von krebsartigem Geschwür befreit, sein Fortbestehen zu sichern.
Er erinnerte einen Sommertag, seine Mutter nahm ihn in den städtischen Zoo mit.

Ein künstlicher Urwald, die Luft schwülwarm, träge duftend und erfüllt vom Lärm der unzähligen Vögel, Insekten und Baumbewohner.
Riesige Farne wuchsen, Palmen, gigantische Blumen. In den Sonnenstrahlen, die gebrochen durch das Glasdach fielen, schienen sich Wasserdampfwolken zu sammeln, kristallen wallten sie auf.
Später verließen sie den Urwaldbereich, kamen, vorbei an Pinguinen, Walrössern und Gazellen zum Elefantengehege.
Der Astronaut erinnerte sich, wie er staunend vor den Kolossen inne hielt, ihre riesigen Ohren, die sich träge bewegten, die gigantischen Rüssel bewunderte.

Nur einer der Riesen stand bewegungslos unter den anderen.
Nun beobachtete er als kleiner Junge mit Entsetzen, wie ein Tierwärter, unter Zuhilfenahme einer Leiter, den gewaltigen Körper des Tieres hinaufkletterte, um schließlich eine Luke in dem Leib zu öffnen, in der er verschwand.
Fest umklammerte er seine Mutter, fragte mit ungläubiger Verwunderung:
“Sind die Tiere denn nicht echt?“
Sie lachte, erwiderte:
“Wo denkst Du hin? Tiere wie diese gehören in die Freiheit. Hier siehst Du lediglich wie sie aussehen. Wer käme auf den Gedanken, lebenden Tieren, solchen Wunderwerken, gleich diesem da, “ sie deutete auf einen der künstlichen Elefanten, „ihre Freiheit zu nehmen?“

Der Knabe nickte mit dem Kopf. Er begriff. Das leuchtete ihm ein.
Sie schlenderten weiter, erreichten einen Käfig. Ein großes Schild verkündete:

„Mensch. Lebendes Exemplar. Bitte nicht füttern.“

Vollkommen erstaunt die Frage des Kleinen:
“Und warum ist dieser lebendig, weshalb ist er nicht auch ein Roboter?“
Die Mutter sah ihn ernst an, lächelte dann, sagte:
“Weißt Du, - jeder erhält in diesem Universum das, was er verdient …“

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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