Ganz schön bissig ...
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Mai 2006
Oase der Stille
von Martina Bartels

Karl hatte den Schlagbohrer ausgeschaltet und genoss die Stille, die ihn plötzlich umgab. Traumhafte Stille. Nur einen Moment, dann riss ihn das Hämmern und Bohren auf den anderen Etagen in die Wirklichkeit zurück.

Mit geschlossenen Augen presste er die Fingerspitzen gegen die Schläfen.

„Ich halte diesen Lärm nicht mehr aus!“

Hatte er es ausgesprochen oder dröhnten diese Worte nur in seinem Kopf?

„Ich halte diesen Lärm nicht mehr aus!“, lautlos wiederholten seine Lippen die Worte. Er packte die Werkzeuge zusammen und verließ das erste Obergeschoss der Baustelle, um den Vorarbeiter zu suchen.

„Chef, ich kann nicht mehr, ich gehe.“

„OK, Karl, wir sind mit der Arbeit gut voran gekommen. Bis morgen!“

„Chef, du hast mich nicht verstanden. Ich kündige!“

„Karl! Was redest du? Wovon willst du deine Familie ernähren? Sei vernünftig und denk darüber nach.“ Der Vorarbeiter klopfte ihm auf die Schulter. „Lass uns zusammen einen heben, dann können wir reden.“

Karl dachte an die grölenden Kerle in der Kneipe, die ewig dudelnde Musik und das Klirren der Gläser. Angewidert schüttelte er den Kopf.

„Tut mir Leid, Chef.“ Er nahm seinen Helm ab, legte ihn in den Schrank und ging.



Zu Hause ließ er leise die Wohnungstür ins Schloss gleiten, huschte in die Küche und schaltete das Radio ab. Aus dem Wohnzimmer dröhnten ihm der Fernseher und das Rascheln der Zeitung entgegen.

„Wie hält sie es nur aus in diesem Krach?“ Verwirt schüttelte er den Kopf.

„Karl, bist du schon da?“ Die Stimme seiner Frau hallte aus der Geräuschkulisse.

Karl betrat das Wohnzimmer und stellte den Fernseher aus. „Monika, ich habe gekündigt!“

Lautes Zusammenfalten der Zeitung. Er zuckte zusammen.

„Könntest du bitte etwas leiser falten?“

„Spinnst du?“, keifte seine Frau. „Du kommst nach Hause, sagst, du hast gekündigt, einfach so, und regst dich auf, wie ich meine Zeitung zusammenlege?“

Er zog den Kopf zwischen die Schultern. „Monika, bitte, schrei nicht so. Ich ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 28.06.2006 - 14.40 Uhr
Dieser Text enthält 6405 Zeichen.

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