Ganz schön bissig ...
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Mai 2006
Als mich das Meer umarmte
von Anna Maria Sauseng

Vor mir endlich das blaugrüne Meer, wie es wogte, wellte und silbern in der Mittagssonne sprenkelte.

Ich stand im Schatten eines großen Schiffes und schaute dem abfahrenden Zug nach, der die Mole entlang, zurück zum Festland fuhr. Zart suchte ich das kleine Foto in meiner Hosentasche.

Einladend tutete das mächtige, weiße Schiff mit ihm doch die Reise in die Weite zu unternehmen.

So hatte auch ich auf dem Rücken dieses Dampfers Platz genommen und genoss die sanften Liebkosungen des leichten Windes und der wärmenden Sonnenstrahlen.

Unzählige Möwen kreisten federleicht über uns Passagiere hinweg, verfolgten hartnäckig unsere Fahrt und nahmen zeitweise auch Platz am Mast und Kapitänsstand.

Immer weiter blieb das Land zurück. Lange verweilte mein Blick am Foto in meiner Hand, bis ein zartes Nass über meine Wangen floss.

Die kleine Insel Juist in der Nordsee erwartete uns mit ihrer unberührten Landschaft, frei von Industrie, frei von Autos, ein stiller Ort, frei von Hektik des sonst gelebten Lebens.

Ich durchquerte den Ort, hatte kaum ein Auge für die aus Backstein gebauten Häuser, welche mir den Weg

säumten, für die Kinder, welche vergnügt in den Holzwägelchen saßen, die unzählbaren Radfahrer, die Pferdefuhrwerke die Menschen und Waren jeglicher Art transportierten, ich wollte nur so rasch als möglich mit dem Meer in Berührung kommen.





Von einer Anhöhe aus schweifte mein Blick bald über das nun so nahe Meer.

Schnell entledigte ich mich der Schuhe, stülpte die Hose hoch, weich sanken meine Füße in den warmen Sand. Ich atmete tief die frische, herbe Luft.

Dieses Alleinsein schenkte mir eine innere Stille und ich lauschte nur dem Rauschen der Nordsee. Die Wellen spülten um meine Beine.

Weit draußen, gegen den Horizont schien es mir, als kämen unzählbare Segelboote auf mich zu. Wieder berührte meine Hand das inzwischen zerknüllte Etwas in meiner Hosentasche.

Doch als ihr Weiß näher kam, da waren es schäumende Meeresfluten, die sich der Küste zu in launischem Wasserspiel verloren.

Ich wagte mich also noch tiefer in die höher werdenden Wellenberge hinein Es ging ein so sonderbares Locken von ihnen aus.

Ja, sie holten mich ein, sie drängten, mich ergebend in ihre Fluten zu stürzen.

Meine Beine wollten ihnen entgegen laufen, kamen aber, - wie von Wasserschellen gehalten - kaum voran.

Den salzigen Küssen erliegen, nichts anderes wollte ich, als hinein in das peitschende Nass, in die gewaltigen Brandungen stürmischer Liebe.

Es toste, es toste, kühl waren die Arme die mich aufhoben und mich mitnahmen zu ihren Wasser - Sturm und Wirbel – Tanz –

Unter Wasser, grau in grau, eingeengt. Immer fester die Umarmung: Mein Schrei blieb stumm.

Nach einem harten Aufklatschen am Sandstrand versuchte ich auf meine Beine zu kommen, es brauchte seine Zeit um das Gleichgewicht zu halten. Irgendwo hörte ich die Warnung des Flutalarms. Völlig durchnässt machte ich mich auf, um rechtzeitig zurück zum Hafen zu kommen. Meine Schuhe fand ich verlassen am Steg.

Unterwegs noch bückte ich mich einigemal um Muscheln zu sammeln, vielleicht auch für Uwe, -

Letzte Aktualisierung: 00.00.0000 - 00.00 Uhr
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