Burgturm im Nebel
Burgturm im Nebel
"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Juni 2006
Unliebsame Kunden
von Eva Markert

„Es gibt Tage, die gäbe es besser nicht“, dachte Daniela, als sie sich auf den Weg zum Salon machte.
Es regnete schon wieder. Was heißt hier „regnen“? „Schütten“ war sicherlich der treffendere Ausdruck. Aber sie wollte nicht jammern. Immerhin hatte es ja gestern nur einmal gegossen: nämlich vom Morgen bis zum Abend.
Im Geschäft riss ihr als Erstes die feuchte Filtertüte vom Vortag, die sie aus der Kaffeemaschine genommen hatte. Während sie auf dem Boden herumkroch und das Zeug zusammenfegte, fragte sie sich, warum in drei Teufels Namen die Leute beim Frisör immer Kaffee trinken mussten.
Die Ladenglocke ging. Eine von Freds Stammkundinnen. So eine spitznasige, schmallippige Person. Die würde nicht begeistert sein, dass der Chef noch nicht da war.
Daniela setzte ihr Berufsgesicht auf und ging auf die Frau zu.
„Wo ist der Chef?“, fuhr die Kundin sie an.
Danielas Wangenmuskulatur verkrampfte sich.
In diesem Augenblick erschien Fred zum Glück. Gleichzeitig betrat ein Mann mit tropfendem Schirm das Geschäft, dessen Schuhe in null Komma nichts den ganzen Eingangsbereich verschmutzten. Fred warf ihr einen auffordernden Blick zu. Mürrisch holte sie Eimer und Wischmopp.
Danach kümmerte sie sich um den Kunden mit den Schmutzschuhen. Er hatte glitschige Haare, die nach ranzigem Öl stanken, und verlangte – man fasste es nicht – einen Trockenhaarschnitt.
Trinkgeld gab er natürlich nicht.
Erst als Daniela sich die Hände gewaschen hatte, bemerkte sie, dass ein junger Mann hereingekommen war und sich auf einen der Plätze vor den großen Spiegeln gesetzt hatte.
Wie lange wollte Fred eigentlich noch an seiner Kundin herumzupfen? Daniela hatte nicht die geringste Lust, diesen Kerl zu bedienen. Während sie fegte, beobachtete sie ihn heimlich.
Die dunkelvioletten Ringe unter seinen Augen standen in scharfem Kontrast zu seiner gelblichen Gesichtsfarbe.
Daniela verzog die Mundwinkel. „Das kommt davon“, dachte sie, „wenn man nächtelang versumpft und nicht genügend Schlaf bekommt ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 30.06.2006 - 23.36 Uhr
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