Sexlibris
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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Juli 2006
Die Einladung
von Susanne Ruitenberg

Er stellte das Fernglas scharf. Ihr Bett war zerwühlt, die Kleidung von gestern hing über dem Stuhl. Er schwenkte zum Wohnzimmerfenster und ergriff mit der freien Hand den Kopfhörer. Sie war gerade nach Hause gekommen. Er fixierte die Tür. Zählte in Gedanken die achtundvierzig Stufen mit. Da! Marion betrat den Raum, warf ihre Handtasche in die Ecke und schaltete den Computer ein. Während sie sich umzog, fuhr das Gerät hoch. Seit drei Wochen das gleiche Ritual.


[K]„Heeeeeennieee, Neeerdy“[/K], hörte er plötzlich den Singsang. Er fuhr herum. Der Kopfhörer rutschte weg.

„Seid still“, schrie er. Kichern umschwirrte ihn wie feindselige Insekten, entfernte sich dann langsam durch den Flur. Henoch stand mit offenem Mund und zitternden Händen da, bis es wieder ruhig war. Er schluckte. Nicht mehr lange, und die Stimmen würden verstummen.

Für immer.


Bewegung gegenüber. Marion kam in Unterwäsche ins Wohnzimmer und setzte sich an den Computer. Auf ihrem Bildschirm flatterte das bekannte bunte Fenster im virtuellen Wind. Marion rüttelte an der Maus. Der Bildschirm wurde schwarz. Sie kontrollierte den Stecker, klopfte auf den Kasten, hämmerte wahllos auf Tasten ein. Plötzlich flogen neongrelle Buchstaben von allen Seiten heran. Sie sortierten sich zu einem blinkenden Satz:

„Du kommst zu meiner Party!“

Schreiend sprang sie auf, griff ihr Mobiltelefon und flüchtete durch die Tür. Wen wollte sie anrufen?

Henoch drückte auf „senden“. Die SMS war vorbereitet.

„Du kommst zu meiner Party!“ würde auf ihrem Display erscheinen.


Sie stürzte aus dem Bad, warf das Handy mit angewidertem Gesichtsausdruck auf den Sessel. Ihr Schluchzen war Musik in seinen Ohren. Er grinste. Diesmal war es viel lustiger. Die Wanzen funktionierten einwandfrei.


Marion putzte ihre Nase und zog Joggingsachen an.

Henoch drückte zwei Tasten. Er hörte ihr Telefon klingeln. Misstrauisch sah sie auf das Display, bevor sie abhob. Sie würde nichts sehen, seins stand auf „Nummer  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.07.2006 - 21.53 Uhr
Dieser Text enthält 9139 Zeichen.

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