Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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September 2006
Nachtbus
von Eva Markert

Wie lang ist die Sache jetzt her? Fünfundzwanzig Jahre, schätze ich, wenn nicht länger. Und noch immer muss ich ab und zu daran denken. Manchmal grundlos. Manchmal, weil mich etwas daran erinnert. So wie gestern, als ich allein in einer finsteren Straße auf den Nachtbus wartete. Genau wie damals.

Es war ein Freitag und noch früh – erst kurz vor Mitternacht. Meine Freunde zogen weiter durch die Diskos, aber ich fühlte mich hundemüde und wollte nach Hause.
Während ich auf den Nachtbus wartete, fiel es mir schwer, wach zu bleiben. Alles um mich herum kam mir so unwirklich vor, als ob ich träumen würde. Die Luft schien zu flimmern. Ich rieb meine brennenden Augen und kniff die Lider ein paar Mal zusammen, um schärfer zu sehen. Von weitem hörte ich leise Geräusche, die ständig auf- und abschwollen.
Endlich sah ich wie durch blindes Glas zwei runde Lichter – der Nachtbus kam.
Im ersten Moment glaubte ich, ich wäre der einzige Fahrgast. Erst auf den zweiten Blick bemerkte ich im bleichen Neonlicht ein Bündel Mensch auf der Rückbank. Der kahlköpfige Mann, der dort lag, trug einen schwarzen Anzug und ein weißes Hemd mit einer silbergrauen Krawatte. Die Kleidungsstücke waren ihm viel zu groß.
Ich ließ mich auf einen Sitz fallen und beobachtete ihn. „Wahrscheinlich ein Betrunkener“, dachte ich.
Bis zur nächsten Haltestelle hatte er sich nicht ein einziges Mal gerührt. Ich wurde unruhig. Er war doch nicht etwa tot?
Ein paar Jugendliche stiegen mit lautem Hallo ein. Der dürre Mann stöhnte leise. Aus dem Ärmel seiner Jacketts schob sich eine knochige Hand, mit der er sich über die Stirn fuhr.
Seine Augen blieben geschlossen. Ob er krank war? Vielleicht brauchte er Hilfe. Ich rang mit mir. Dann stand ich auf.
Der Bus fuhr ziemlich schnell. Ich versuchte das Gleichgewicht zu halten, während ich nach hinten durchging. Plötzlich bremste der Fahrer und ich konnte mich gerade noch rechtzeitig abstützen, sonst wäre ich auf den Mann gefallen. Er zuckte zusammen und setzte s ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 01.10.2006 - 09.38 Uhr
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