Sexlibris
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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Oktober 2006
Hunger
von Sabine Ludwigs

Norbert hielt es nicht l├Ąnger mit ihr aus. Er hatte es versucht, wirklich versucht, aber seit jener Nacht war nichts mehr wie vorher. Constanze war eine andere geworden und sie jagte ihm Todesangst ein. Alles begann mit einer Spinnenart, die er nie zuvor gesehen hatte.

Ekelhaft, wie sie bewegungslos auf Constanzes wei├čem Seidenlaken hockte. Ihre Farbe war das schw├Ąrzeste Schwarz, das Norbert je gesehen hatte. Er erstarrte. Was f├╝r ein Monster, durchzuckte es ihn. Im ersten Moment glaubte er, es sei eine Vogelspinne, aber dazu war sie nicht behaart genug. Wie Quecksilber leuchteten ihre Augen im Schein der Lampe.
Als sie mit ihren kr├Ąftigen langen Beinen ├╝ber den blo├čen Fu├č seiner schlafenden Frau huschte, umklammerte Norbert sein Buch fester. Jetzt ruhig bleiben, ermahnte er sich, vielleicht verschwindet sie ja wieder!
Erstaunlich flink lief die Spinne die Bettdecke hinauf und legte sich einem Schatten gleich auf Constanzes Hand, bevor sie den Arm entlangkrabbelte und schlie├člich auf der pulsierenden Vene in der Armbeuge verharrte. Die Vorderbeine hielt sie f├╝r Sekunden hoch, leicht von sich gestreckt, beinahe tastend.
Wie gel├Ąhmt sa├č Norbert da, hielt sich weiter an seinem Buch fest und meinte, diese abscheulichen Spinnenbeine krabbelten ├╝ber seine eigene schwei├čfeuchte Haut das R├╝ckgrat hinauf: beinahe gewichtslos, fedrig und klebrig wie Spinnenseide.
Ihm war ├╝bel und schwindlig. Er wollte schreien, brachte aber lediglich einen schwachen Laut hervor, weil er keine Luft bekam. Das Herz h├Ąmmerte in seinem Hals. Er hatte eine krankhafte Angst vor Spinnen!
Das Biest stahl sich weiter, Constanzes Oberarm entlang und qu├Ąlend langsam ├╝ber die nackte Schulter. Auf der vom Schlaf ger├Âteten Wange blieb es sitzen, die acht Beine wie Finger ├╝ber Constanzes Gesicht gef├Ąchert ÔÇô nur die ge├Âffneten Lippen blieben unber├╝hrt.
Gleichm├Ą├čig, warm und feucht, atmete Constanze ein und aus. Die rabenschwarzen H├Ąrchen auf dem K├Ârper der Spinne ric ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte geh÷rt zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verstńndnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen m÷chten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett ver÷ffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schr÷ter

Letzte Aktualisierung: 31.10.2006 - 21.52 Uhr
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