Futter für die Bestie
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Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
Anthologie zu. Auf Gewalt- und Blutorgien haben wir allerdings verzichtet. Manche Geschichten sind sogar witzig.
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November 2006
Kupfermond
von Claudia Göpel


Goran rang nach Luft. Aufgewirbelte Eiskristalle stachen ihm ins Gesicht, jeder Atemzug schmerzte. Er verfluchte seinen hastigen Aufbruch und drehte sich nach seinem Verfolger um. In der sternenklaren Nacht konnte er ihn gut erkennen. Ganz unten, am Fuße des Berges lief Ankus, mit kraftvollen Schritten, den Langbogen in der Hand. Er würde ihn einholen, wenn er zu lange verschnaufte. Ankus war jünger, flinker und wütend, sehr wütend. Goran trug nur das Steinmesser, einen angefangenen Bogen und das Kupferbeil bei sich, welches er vor vielen Sommern selbst gefertigt hatte. Früher verfehlte er damit auf zweimal zehn Schritt kein Ziel. Jetzt war sein Wurfarm lahm und die Augen sahen nicht mehr scharf. Er war alt, aber längst nicht gebrechlich wie die Greise, die nahe bei der Höhle hausten und auf Almosen der Sippe angewiesen waren. Mehr als viermal so viele Winter, wie sich Finger an seinen Händen befinden, hatte Goran erlebt. Nun wurde er von dem Mann gejagt, den er wie sein eigen Fleisch und Blut aufgenommen, ihm das kostbare Handwerk ihrer Vorväter beigebracht hatte! Tränen der Wut schossen Goran in die Augen. Schnell wischte er mit den Handschuhen über sein Gesicht. Eisklümpchen klebten in Wimpern, Brauen und Bart.
Mühsam stapfte er weiter. Die Schnürung des rechten Fußlappens löste sich, er spürte, wie der Schnee durch die Naht der hirschledernen Sohle drang und das Strohfutter durchnässte. Seine Zehen wurden taub. Wenn er es bis zum Gipfel schaffte, war er in Sicherheit. Der geflochtene Umhang aus Seidelbast und Baumrinde, den er über der Ziegenfelljacke trug, könnte ihm als Schneerutsche dienen. Damit würde er entkommen. Ein solches Kleidungsstück besaß Ankus nicht. Aber bis zum Gipfel war es noch weit und Goran wusste nicht, was ihn dahinter erwartete. Die Luft war grausam kalt, die große Mondscheibe schien rötlich und ließ den Schnee kupfern glitzern.
Die Farbe des Mondes verhieß nichts Gutes.

Schon einmal hatte Goran einen solchen Mond gesehen, der l ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 09.12.2006 - 18.40 Uhr
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