Wellensang
Wellensang
Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » MITMACH-PROJEKT » SCHREIBAUFGABE » Julia Breitenöder IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
November 2006
Der Eindringling
von Julia Breitenöder

24.Februar
Mein Name ist Oscar. Sollte ich je einen Beinamen bekommen, würden viele für „der Verschlafene“ oder „der Dicke“ plädieren. Ich persönlich bevorzuge „Oscar, der Prachtkater“. Meine Schwester Maisy und ich teilen eine Wohnung mit unseren Menschen. Wir haben die beiden ganz gut im Griff. Sie stellen unser Futter pünktlich hin, halten das Katzenklo leidlich sauber und sind großzügig mit Streicheleinheiten. Maisy ist der Meinung, ich würde mich zu abhängig von ihnen machen und wäre zu wenig „katzig“ – aber wer wird von einem kastrierten Wohnungskater erwarten, dass er sich wie ein wilder Löwe benimmt? Ich wäre doch nicht mehr bei Trost, wenn ich die mir angebotenen Bequemlichkeiten ausschlagen würde. Gibt es jemanden, der nicht lieber auf einem weichen Sofa als auf einem wackeligen Kratzbaum schläft? Na, bitte! Maisy darf die oberste Kratzbaum-Plattform gerne für sich in Anspruch nehmen, ich bleibe auf meinem Sofa. Noch besser wäre natürlich das Bett, doch da sind unsere Menschen leider unerbittlich, sie lassen uns einfach nicht ins Schlafzimmer. An diesem Punkt muss ich dringend arbeiten.
Abgesehen von diesem kleinen Problem, können wir uns wirklich nicht beschweren. Morgens werden wir gut gefüttert, dann verschwinden unsere Menschen zur Arbeit. Wir können den ganzen Tag über schlafen, dösen, träumen, uns entspannen und in Ruhe verdauen. Abends ist wieder Platz im Magen für eine kleine Mahlzeit. Wobei ich es eigentlich immer schaffe, meine Portion zu vergrößern. Pech für Maisy, dass sie so langsam frisst. Sie ist viel kleiner als ich, da ist es logisch, dass ich mehr essen muss, um bei Kräften zu bleiben.
Manchmal lassen sie uns aufs Abendessen warten. Sie schütten am Morgen etwas mehr Trockenfutter ins Schälchen und denken, damit sei ihre Pflicht erfüllt. Von mir aus können sie jeden Abend ausgehen – nur müssen sie uns vorher das Essen servieren. Jetzt waren sie wieder drei Abende hintereinander weg, mein Magen hing fast an der Schwanzspitze und ich war  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 09.12.2006 - 18.39 Uhr
Dieser Text enthält 9869 Zeichen.

Druckversion

 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2017 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.