Der Tod aus der Teekiste
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"Viele Autoren können schreiben, aber nur wenige können originell schreiben. Wir präsentieren Ihnen die Stecknadeln aus dem Heuhaufen."
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Dezember 2006
Erinnerungen in Moll
von Sabine Poethke

„Wir haben uns lange nicht gesehen, sehr lange nicht …“, sagte er leise und blies sich eine Haarsträhne aus der Stirn. Er lehnte lässig an der Hauswand, eine Hand in der Hosentasche, seinen Frack leicht geöffnet und sah auf Ulli, die kleine Ulli, hinunter.
„Ja.“ Zu mehr war sie im Moment nicht fähig. Sie hatte dieses „Ja“ gehaucht und fast wäre es nicht zu hören gewesen, weil sie es mehr verschluckte, als es auszusprechen. „Ist wirklich viel Zeit vergangen.“ Ullis Blick glitt zögernd zu dem kleinen Leberfleck unterhalb seines rechten Auges. Wie oft hatte sie ihn langsam auf sich zugleiten sehen, jedes Mal, kurz bevor ihr Liebster sie küsste. Fast spürte sie seine Hand im Nacken, die sie hielt und ihren Kopf sanft in die richtige Lage brachte.
„Bist du verheiratet?“, riss er sie aus ihren Gedanken. Die Fetzen, die sie über Dritte vor etlichen Jahren voneinander erfahren hatten, waren dürftig.
„Rainer ist letzten Sommer gestorben. Wie geht es Ruth? … Sie heißt doch Ruth?“ Während sich Ulli krampfhaft bemühte, einen Faden für ein Gespräch zu finden, konnte sie nur an die Vergangenheit denken. Und an das Leben, das sie überrollt hatte, noch bevor es richtig in Fahrt gekommen war.
Er stotterte, während er antwortete. „Ruth … vor drei Jahren … an Krebs.“ Verlegen scharrte Herbert mit der Schuhspitze auf dem Kopfsteinpflaster. „Komm!“ Er griff nach ihrer Hand und zog Ulli mit sich. „Ich habe dich nie vergessen können, Ulli.“ Er sprach es mehr zu sich selbst, aber der Wind trug es leise bis zu ihr.
„Wohin …?“ Ulli musste aufpassen, um nicht zu stolpern, so schnell lief er. Sie konnte kaum Schritt halten. Ihn zu bitten, dass er langsamer lief, traute sie sich nicht. Immer wenn sie hoch schaute, dann sah sie die schon schüttere Stelle an seinem Hinterkopf und die grauen Haare zwischen den dunklen. Und doch kam er ihr gerade vor wie der kleine Nachbarsjunge, der junge Mann, den sie noch immer so liebte. Den der Krieg weit von ihr weg getrieben hatte. Die Angst davor, da ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 01.01.2007 - 17.34 Uhr
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