Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Dezember 2006
Soldat
von Esther Schmidt

Wie ein düsterer Schatten stand der Dragoner Arnaud Bayet an der Wand des Festsaales. Ihm war befohlen worden, dem Abschiedsfest der jung verwitweten Duchesse de la Forgette beizuwohnen, und so blieb er, obwohl er anderes zu tun gehabt hätte.
Bayet würde wieder einmal für ihre Sicherheit verantwortlich sein und ihre Eskorte befehligen. Es gab noch Vorbereitungen für die morgige Abreise zu treffen, doch für einen Dragoner war der Befehl eines Vorgesetzten so unumstößlich wie ein Wort des Königs selbst. Seit seiner Kadettenzeit gehörte er dem Staat, war er Eigentum des Königs, auf die gleiche Weise, wie die Reitpferde in seinen Stallungen oder der Damast, unter dem er schlief.
Es war jedoch nicht dieser Befehl, der Bayets Stimmung verfinsterte. Es war ihr Verhalten. Sie ließ keinen Tanz aus, stolperte lachend in die Arme der verschiedensten Männer und hatte offensichtlich nichts dagegen, wenn die Hände ihres jeweiligen Tanzpartners sie weit weniger schicklich berührten, als es der Anstand gebot.
Natürlich ermutigte ihr Ruf zu solchen Entgleisungen. Bayet kannte die Gerüchte. Selbst unter den Soldaten sprach man darüber, wie verschwenderisch sie ihre Gunst verteilte, und dass ihr bei einem Paar breiter Schultern und starker Lenden gleichgültig war, ob sie einem Baron oder einem Stallknecht gehörten. Auch ihr Bruder wusste davon, und seine Abweisungen an den Dragoner hatten an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig gelassen.
Bayet wusste selbst nicht, weshalb ihr Benehmen ihn so wütend machte. Dass ein Mitglied des Adels Schrullen und Launen hatte, das war so unumgänglich, wie das winselnde Flehen eines gefangenen Straßenräubers um sein erbärmliches Leben – und im Allgemeinen nahm ein Dragoner beides mit derselben Gleichmut hin. Die Duchesse hatte jedes Recht, sich so zu amüsieren, wie es ihr am angenehmsten schien. Wenn sie sich dabei zum Gespött machte so war das nicht seine Sache.
Warum also ärgerte es ihn?
Niemals hätte er sich die Gefühle eingestanden, di ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 01.01.2007 - 17.34 Uhr
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