Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Dezember 2006
Der falsche Kuss
von Melanie M├╝ller

Ich lernte Christian auf einer gro├čen Hochzeit kennen. Wir tanzten viel zusammen, lachten und unterhielten uns ├╝ber Gott und die Welt. Wir genossen den Abend und die Nacht und versprachen uns beim Verabschieden ein baldiges Wiedersehen. Dies wurde jedoch sehr schwierig, da wir sehr weit voneinander entfernt lebten. Wir standen im st├Ąndigen Kontakt, ich h├Ârte beim Einschlafen seine Stimme durch das Telefon liebe Dinge in mein Ohr fl├╝stern. Ich rannte jeden Tag nach der Arbeit erwartungsvoll zum Briefkasten und war den Tr├Ąnen nahe, wenn ich keinen Brief vorfand. Als ich einmal abends in einem Funkloch sa├č, sprach er mir 7 Nachrichten auf die Mailbox. In einer sang er mir sogar ein Lied vor. "Eternal Flame". Es endete mit "...und weiter wei├č ich nicht." Kurzum, wir waren beide verr├╝ckt nacheinander. Wir konnten uns ├╝ber Sachen unterhalten, ├╝ber die man mit niemanden sonst reden w├╝rde. Er mochte es bei Regen Auto zu fahren. Er lehnte seinen Kopf dann an die Scheiben und betrachtete die glitzernden Tropfen, die von entgegenkommenden Autos angestrahlt wurden. Ich liebte ihn f├╝r die Art, wie er mich ÔÇ×mein M├ĄdchenÔÇť nannte und das er mir von seinen Gef├╝hlen erz├Ąhlen konnte ohne schwach zu wirken. Er wurde meine gro├če Liebe, obwohl wir uns nicht sehen konnten.

Dann endlich war es so weit. Ich sollte ihn f├╝r 10 Tage besuchen. Er und seine Freunde hatten eine Riesen-Begr├╝├čungsparty geplant. Es wurde sehr viel getrunken und ich lernte seine Freunde kennen. Sein bester Freund Tobi, seine Cousins, TobiÔÇÖs Freundin, und viele Leute, von denen ich nicht einmal den Namen kannte. Ich lachte viel, noch mehr trank ich. Ich genoss die Aufmerksamkeiten der anderen M├Ąnner sehr, anscheinend hatten sie selten eine so aufgeschlossene, h├╝bsche Frau erlebt. Ich fand es aufregend, so viele nette Menschen kennen zu lernen, die mich alle mochten und jeder von Ihnen wollte mich in den Arm nehmen, neben mir sitzen, mir den n├Ąchsten Cocktail holen. Auf einmal blickte ich mich suchend nach Chris um. Er war die ganze Zeit bei mir gewesen, wenn ich jetzt auch erkannte, dass er sehr ruhig gewesen war. Ich suchte ihn ├╝berall bis ich ihn allein im Garten fand. Er sah traurig aus, fragte mich aber, ob ich mit ihm ein wenig spazieren gehen mochte. Ich bejahte dies und wir liefen ├╝ber gefrorene Felder bis an ein Fl├╝sschen. Die ganze Zeit ├╝ber schweig Chris. Erst als wir angekommen waren, nahm er meine H├Ąnde und erz├Ąhlte mir endlich, was los war. Er f├╝hlte sich ├╝bergangen. Ich h├Ątte ihm zu wenig Aufmerksamkeit entgegen gebracht, einigen anderen M├Ąnnern jedoch zu viel. Ich verletzte ihn und das wollte er nicht. Ich war immer noch leicht beschwipst und nahm ihn nicht ernst. Nat├╝rlich hatte ich an diesem Abend noch nicht so viel mit ihm geredet, aber ich hatte keinen anderen so lieb und ich war auch mit keinem zu weit gegangen. Es waren alberne Pl├Ąnkeleien, vielleicht auch ein wenig Flirten, aber doch nichts Ernstes! Und so versicherte ich ihm leichthin, dass ich mich ├Ąndern w├╝rde. Wir gingen hinein und ich feierte ausgelassen weiter. Chris verschwand ganz von meiner Seite. Als ich v├Âllig ├╝bern├Ąchtigt einen Platz zum Schlafen suchte, bot mir ein junger Mann, der mir vorher noch nicht aufgefallen war, an, mich neben ihm auf die Coach zu legen. Ohne mir dar├╝ber Gedanken zu machen legte ich mich hin und sank in einen ersch├Âpften Schlaf. Ich erwachte, weil ich sp├╝rte, wie etwas meinen Arm hochkrabbelte. Ich riss die Augen auf und was ich erblickte, durchzuckte schmerzlich mein Herz. Chris stand im T├╝rrahmen und starrte mich hasserf├╝llt an. Dann drehte er auf dem Absatz rum und lief davon. Ich schubste die streichelnde Hand von meinem Arm und wollte ihm nachlaufen, fand ihn jedoch nicht. War es das jetzt? Sollte dieses besondere Verh├Ąltnis so enden? Ich suchte Christians besten Freund, John. Ich fragte ihn, ob er etwas Zeit f├╝r mich h├Ątte und er nahm sie sich nat├╝rlich gerne f├╝r mich. Wir setzten uns auf Christians Bett, da dass das einzige Zimmer war, wo wir in Ruhe reden konnten. Ich sch├╝ttete ihm mein Herz aus und fragte ihn um Rat, wie ich Chris zur├╝ck gewinnen k├Ânnte. Er kannte ihn nat├╝rlich noch besser als ich, deshalb erhoffte ich mir einen Tipp von ihm. Ich wollte meinen Kopf an seine Schulter legen und schaute ihn dabei traurig an. John l├Ąchelte beruhigend, beugte seinen Kopf zu mir und k├╝sste mich vorsichtig auf den Mund. Mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Zuerst f├╝hlte ich mich ausgenutzt, John wusste, wie verletzt und durcheinander ich war. Danach ├╝berkam mich Traurigkeit. Ich stand auf und rannte weg. Ich wollte allein sein, verkroch mich in einer dunklen Ecke. Ich hatte den Ruf, dass jeder mich haben kann. Das war nie meine Absicht. Klar, ich war beliebt und genoss die Aufmerksamkeiten, aber hatte ich so ├╝bertrieben??? Sogar der Vertraute von Christ, nutzte mich aus.. Chris! Oh nein, wie musste er gelitten haben, neben der gro├čen Liebe, und doch so unerreichbar.,,

Ich bedankte mich einige Tage sp├Ąter bei John. Er hatte mir gezeigt, weshalb ich nie wieder etwas von meiner gro├čen Liebe h├Âren sollteÔÇŽ

Letzte Aktualisierung: 11.12.2006 - 15.09 Uhr
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