Bitte lächeln!
Bitte lächeln!
Unter der Herausgeberschaft von Sabine Ludwigs und Eva Markert präsentieren wir Ihnen 23 humorvolle Geschichten.
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » MITMACH-PROJEKT » SCHREIBAUFGABE » Michael Rapp IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
April 2007
Kiesel im System
von Michael Rapp

Es war ein Montag, als Herr K. endgültig in Rente geschickt wurde. Eigentlich war er dafür noch etwas zu jung, hätte noch ein paar Jahre arbeiten müsse, doch sein Vorgesetzter auf dem Standesamt hatte andere Pläne. Immer wieder war K. mit ihm aneinander geraten, hatte sich anhören müssen, er sei stur und nicht anpassungsfähig – ungeeignet für den Dienst in einer modernen Behörde.

Am Dienstagmorgen stand K. lange vor der Tür, die er so viele Male geöffnet hatte. Schließlich zog es ihn hinein in das alte Amtsgebäude. Er fühlte, dass es hier noch Aufgaben für ihn gab. Er hatte seine Arbeit immer geliebt - oder zumindest fast immer. Seine liebste Beschäftigung war es gewesen, die Namen neugeborener Kinder in das Register zu übertragen. In seiner Amtszeit hatte er Zehntausende von Namen genehmigt. Er fühlte sich jedem dieser Menschen verbunden. Es war, als habe er jedem ein kleines Geschenk mit auf den Lebensweg gegeben.

In den oberen Etagen war es ihm zu voll. Zu viele seiner ehemaligen Kollegen waren unterwegs. Teils verwundert, teils mitleidig sahen sie ihn an, während er durch die Gänge lief. Also nahm er einen Lastenaufzug und fuhr in den Keller. Hier konnte er ungestört seinen Gedanken nachhängen. Das Archiv mit seinem altmodischen Aufbau hatte eine beruhigende Wirkung auf ihn. Während er die Reihen der Aktenschränke abschritt, fiel ihm eine breite Tür auf, die er früher immer ignoriert hatte. Er wusste: Dahinter war ein großer Lagerraum, in dem ausgemusterte Geräte und Einrichtungsgegenstände aufbewahrt wurden. K. zog seinen abgegriffenen Universalschlüssel aus der Tasche, schloss auf und ging hinein. Eine Weile betrachtete er die alten Gerätschaften, die er so gut kannte, dann lief er weiter. Am Ende des Lagers gab es eine Stahltür, die er, soweit er sich erinnern konnte, noch nie geöffnet gesehen hatte. Er wusste nur aus Erzählungen, dass dahinter ein System aus Gängen und Schutzräumen lag, die, wie auch das ganze Gebäude, noch aus der Zeit des Dritten Rei ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 30.04.2007 - 21.33 Uhr
Dieser Text enthält 9847 Zeichen.

Druckversion

 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2018 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.