Das alte Buch Mamsell
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Peggy Wehmeier zeigt in diesem Buch, dass Märchen für kleine und große Leute interessant sein können - und dass sich auch schwere Inhalte wie der Tod für Kinder verstehbar machen lassen.
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Mai 2007
Schlaflooser
von Katharina Joanowitsch


‚Nachts sind alle Katzen grau’
‚Und ich bin blau’
‚Schau, schau.’
Zwei Tage lückenhafter Schlaf und ich fange an zu spinnen. Heute aber werde ich hoffentlich durchschlafen, denn ich habe mich planvoll erschöpft. Durch einen umwegreichen abendlichen Spaziergang nach wahrer Knochenarbeit (das völlig verfilzte Gierschbeet umgegraben und gesäubert), dann ein wohltemperiertes Meersalz-Bad und als abschließendes i-Tüpfelchen heiße Milch mit Honig. Als Bettlektüre die langatmige Beschreibung eines Wanderweges durch schöne, ereignislose Landschaft. Und da entsteht es endlich, das erste Gähnen. Wohlig gebe ich mich dem Aufreißen der Kiefer hin, das mir Tränen in die Augenwinkel presst, lasse matt das Buch zufallen und knipse die Lampe aus. Der Mann neben mir ist längst weit voraus in die Nacht geeilt, nur seine vertraute Hülle hebt atmend die Bettdecke. Indem ich mich auf den Bauch drehe und meine Gliedmaßen so angenehm wie möglich verteile, sehe ich sinnlose Sätze vor meinen geschlossenen Augen wie ein leuchtendes Spruchband vorbeiziehen. Und gleich noch einmal, aber nun mit Ton.
‚Nachts sind alle Katzen grau’
‚Und ich bin blau’
‚Schau, schau.’
Es ist wie mit manchen stumpfsinnigen Liedzeilen, niemals sänge ich sie freiwillig, die sich für Tage im Hirn einnisten können. Dieses ist aber keine Liedzeile, dies ist eindeutig Blödsinn. Vielleicht liege ich einfach auf der verkehrten Seite. Die Knopfleiste des Schlafanzugs drückt außerdem auf mein Brustbein. Das Umdrehen wirkt ermunternd und statt dass mein Geist mit ruhigem Wisch die Bilder des Tages von der inneren Projektionsfläche löscht, scheint er sich im hektischen Zappen zu gefallen. Dieses Flimmern verstärkt das Gefühl, noch verkehrter zu liegen. Und so drehe ich mich in zwanghafter Folge mal auf den Rücken, zur einen Seite, zur anderen, mal zurück auf den Bauch. Wenn es so weiter geht, kriege ich eher einen Drehwurm als Schlaf. Ich muss mich von dem Wunsch befreien, unbedingt einschlafen zu wollen. Halt! Ich ‚ ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.05.2007 - 22.02 Uhr
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