Futter für die Bestie
Futter für die Bestie
Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
Anthologie zu. Auf Gewalt- und Blutorgien haben wir allerdings verzichtet. Manche Geschichten sind sogar witzig.
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Juli 2007
Am Abgrund
von Susanne Ruitenberg

Um Punkt Sechs Uhr klingelte der Wecker. Heinrich Feininger sprang aus dem Bett und begab sich ins Bad. Nach einer Dusche von exakt fünf Minuten dreißig und einer akribischen Nassrasur schlüpfte er in ein weißes Hemd, graue Socken, den grauen Anzug und band sich die dunkelblaue Krawatte für Dienstage mit ungeradem Datum um. Wie jeden Morgen verließ er nach einer Tasse Tee und einem Butterzwieback um Sechs Uhr Vierzig die Wohnung. Nebel schluckte das Geräusch seiner Schritte auf dem Asphalt; Passanten huschten wie Schatten durch die graue Masse. Wie rote und weiße Glühwürmchen schwebten die Lichter der Autos über die Straße. Um Sechs Uhr Vierundvierzig stand er an der Haltestelle. Zwei Minuten später hätte der Bus kommen sollen. Feininger sah auf die Uhr, nach links, die Straße entlang, auf die Uhr, nach rechts, auf die Uhr; nichts zu sehen. Ungeheuerlich! Er lief vor der Haltestelle auf und ab, abwechselnd auf seine Uhr und die leere Straße starrend.
"Können Sie die verdammte Rumtanzerei sein lassen? Das macht mich wahnsinnig", knurrte eine Stimme von der Sitzbank. Feininger murmelte "Entschuldigung" und stellte sich wie ein Wachsoldat des Buckingham Palace neben den Unterstand. Wer war diese schlecht gelaunte Person? Ein Seitenblick durch die Glaswand zeigte ihm eine unförmige Gestalt, ganz in Schwarz gekleidet, die er noch nie hier gesehen hatte. Dafür fehlten seine sonstigen Mitfahrer. Feininger presste die Arme an den Körper und versuchte, ruhig zu stehen. Zu seiner Erlösung kam endlich der Bus. Er stieg ein; die Gestalt blieb sitzen.
"Gut..." Der Gruß blieb ihm im Hals stecken. Wo war Willy Müller, der Busfahrer? Im Urlaub war er nicht, das wüsste Feininger. Seit zwanzig Jahren wechselte er jeden Morgen und jeden Abend ein paar Worte mit Willy. War er etwa krank? Auch sein üblicher Platz hinter dem Fahrer war besetzt. Ein Punk mit rosa Haaren fläzte sich auf seinem Lieblingssitz! Kopfschüttelnd setzte sich Feininger auf die andere Seite. Um Acht Uhr Zwanzig,  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.07.2007 - 20.59 Uhr
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