Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Oktober 2007
Nimmerland
von Renate Hupfeld

Wie linkisch der Bengel ihn aus den Augenwinkeln ansah. Kalt wie seine Mutter. In allen seinen Bewegungen war sie. Leon war ihr Verb├╝ndeter. Wie er Roberts Bierflasche fixierte. Ja, das war sie. Ihr absch├Ątzender Blick. Wom├Âglich f├╝hrte der Mistkerl Buch ├╝ber seinen Alkoholkonsum und berichtete ihr dann. Nicht zu glauben. Hatte er den zerknautschten Winzling nicht gleich nach der Geburt gewickelt und ihm das kleine J├Ąckchen angezogen? Vor neun Jahren? Den Namen ausgesucht? Leon, der kleine L├Âwe? Jahrelang herumgeschleppt, ihm das Laufen beigebracht, ihn an die Hand genommen und ihm alles erkl├Ąrt? Und jetzt? Aus L├Âwenk├Ąmpfchen war bitterer Ernst geworden und das tat verdammt weh.
Robert drehte die Flasche in der Hand, zerrte an dem Etikett und begann kleine Fitzel abzurei├čen. Jedes Mal das Theater, wenn er die Kinder sehen wollte. Wie ein Bittsteller kam er sich vor. Nervige Diskussionen am Telefon. Schnupfen, Husten, Fieber, Kino. Einladung, Freund, Freundin. Jede Ausrede ein neuer Papierfitzel auf dem Tisch. Sie brauchte ihn doch nur als Unterhaltszahler. Wozu arbeitete er eigentlich noch? Damit sie sich ein sch├Ânes Leben machen konnte. Dieses verdammte Luder hatte nichts anderes im Kopf, als ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen und ihm die Kinder zu entfremden. Am Ende w├╝rden sie ihn gar nicht mehr sehen wollen. War es denn nicht schon so? Sinnlos war alles geworden. Er trank die Flasche leer und holte eine neue aus dem K├╝hlschrank.
Sohnemann hatte sich nach ein paar Bissen vom Tisch entfernt und wieder in der Sofaecke hinter seinem Buch verkrochen. Seine kleine Schwester hatte auch keinen Hunger mehr. Sie kramte in der Spielzeugkiste herum. Normale Kinder spielten nach dem Abendessen mit ihren V├Ątern Fu├čball am Strand. Doch diese hier waren nicht normal, verdorben waren die. Nichts wollten sie mit ihm machen, lie├čen ihn ganz allein am Tisch sitzen. Robert r├Ąumte ab. Den Rest Spagetti und die Tomatenso├če sch├╝ttete er in den Abfalleimer, st ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte geh÷rt zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verstńndnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen m÷chten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett ver÷ffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schr÷ter

Letzte Aktualisierung: 31.10.2007 - 23.37 Uhr
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