Honigfalter
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Oktober 2007
Aretes Töchter
von Juli Jaschek

Es war noch dunkel, irgendwo im Dorf krähte ein Hahn. Im Haus der Schwiegertochter konnte Arete schon die Kinder piepsen hören, als sie von dem hölzernen Abtritt zurück über ihren Hof schritt. Sie machten sich fertig für die Tabakfelder. Alles schien wie immer, doch so vieles hatte sich geändert.
Arete schlang die Zipfel ihrer schwarzen Mantila über die Schultern, schlüpfte aus den Holzschuhen und betrat das Haus. Die rote Lampe warf einen zitternden Schein auf das Muttergottesbild. „Christus und Allheilige“, seufzte Arete, „was soll nur werden?“ Sieben Kinder hatte sie geboren, die sollten leben, heiraten, wieder Kinder gebären, das war alles, was sie wollte. Und dann war ihr Sohn Spiros einfach gestorben, ein starker, junger Mann. „Zwanzig schwarze Jahre!“, hatte sie über dem Sarg geschrien. Und zu wenig gezählt. Denn nun ging ihr Mann umher und sprach kein Wort mehr. Zwei Wochen nach der Beerdigung kamen die Schafe am Abend allein von der Weide zurück. Alle waren sie über die Felder gelaufen und hatten gerufen und dann fanden sie ihn auf einem Acker voller Disteln liegen. Jetzt war Arete fünfzig Jahre alt und Witwe. Der älteste Sohn war nach Deutschland gegangen, vier Töchter hatte sie verheiratet. Aber Elli und Soula - was würde aus ihnen werden? – Allheilige, hilf!
In der Küche stand Soula am Herd und hob die Kupferkanne von der Flamme, betrachtete die lila Schaumbläschen, wieder senkte sie die Kanne, hob und senkte sie. Einen guten Kaffeeschaum zu bereiten war eine Kunst, und Soula war darin ehrgeizig. „Kaffee?“, fragte sie, ohne aufzusehen. Sie trug noch ihr Nachthemd, unter dem verblichenen Rosa waren ihre Brüste zu erkennen, groß und rund wie Kirchenkuppeln.
„Sind die Ziegen schon gefüttert?“, fragte Arete. „Die anderen fahren gleich aufs Feld. Und die Tiere schreien im Stall!“
Die Tochter verzog den Mund und nippte am Kaffee. Wie eine gemästete, helle Katze sah sie aus mit ihrer kleinen Nase und den schräg stehenden Augen.
„Meinst du, du kannst über ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.10.2007 - 23.33 Uhr
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