Ganz schön bissig ...
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Januar 2008
Die Technikfalle
von Dagmar Hospes

Technik kann tödlich sein, wenn du nicht fähig bist mit ihr umzugehen, sagte Ulf im besserwisserischem Ton zu seinem Freund Theo. Dieser nickte heftig mit dem Kopf, er wusste ja wie wichtig es war, dass Ulf recht bekam. Er hatte hier das Sagen. Sie wollten heute abends in das Juweliergeschäft in der Gartenstrasse einsteigen. Dazu war es aber erforderlich, dass Theo in der Lage war diese blöde Alarmanlage zu überlisten.
„Wir müssen herausfinden, wo sich die Kameras befinden, dass solltest du heute nachmittag erledigen, geh also mit Rosa in diesen Laden und lass sie einen Ring aussuchen. Du kannst dich währenddessen umsehen.“
Das sagte Ulf ganz gelassen, so als wäre das ein Kinderspiel. Theo hatte ganz schön die Hosen voll, aber dass musste Ulf ja nicht erfahren, er brauchte dringend Geld. Theo stand auf um sich auf die Sohlen zu machen, wie er es zu sagen pflegte.
„Okay Ulf bis heute abend, dann werde ich dich benachrichtigen.“ Er klopfte seinem Freund noch auf die Schulter, um dann zu seinem altem, rostigem Ford zu gehen, den er extra eine Strasse weiter von Ulf`s Bude geparkt hatte. Niemand sollte wissen, dass er mit Ulf bekannt war, wenn dass hier schief laufen sollte, so würde er sich bei Ulf nie wieder blicken lassen. Er wollte bestimmt nicht in den Bau wandern.
Als er bei Rosa war um ihr zu sagen, dass er ihr einen Ring schenken wollte war diese erfreut, aber auch sehr erstaunt.
„Hast du denn überhaupt so viel Geld?“
„Es muss ja nicht teures sein Rosa“, sagte Theo.
„Aber wir haben unseren Jahrestag und da wollte ich dir etwas schönes Schenken.“
Rosa wusste genau was für einen Ring sie haben wollte. Als sie dann aber vor den Auslagen saß, viel ihr die Entscheidung doch sehr schwer.
„Lass dir Zeit, Rosa“, sagte Theo gelassen. Derweil schlenderte er durch den Laden, sah sich die anderen Auslagen an. Wobei er unauffällig den ganzen Raum nach eventuell vorhandenen Kameras absuchte. Er war erfahren genug um das zu erzenen, dessen war er sich ganz sicher. Rosa brauchte eine volle Stunde um sich zu entscheiden, leider war das gute Stück doch etwas zu teuer geworden, aber Theo wusste nun auch was er für den heutigen abend dringend in Erfahrung bringen sollte.
Zwei Stunden später saßen Ulf und Theo in seiner Bude zusammen und freuten sich auf ihr Vorhaben.
„Das ist ja neen Ding“, sagte Ulf. „Der Besitzer des Ladens ist halt zu alt. Der hat noch nie etwas von Videoüberwachung gehört der alte Knochen.“ „Um so besser“, sagte Ulf und klopfte sich auf die Schenkel. „Um zehn Uhr geht es los, wir kommen getrennt. Am besten lasen wir unsere Autos einige Straßenseiten weiter stehen, damit wir nicht auffallen. Dort habe ich schon einen Rückweg zwischen die Häusergärten ausgekundschaftet“, sagte Ulf wieder im Überheblichem Ton.
Dann war es so weit. Beide trafen Punkt zehn vor dem Geschäft ein. Ulf hatte alles nötige für den Einbruch dabei. Es dauerte nicht lange, da hatte er das alte Eisengitter mit der Metallsäge durchtrennt.
Das Schloss war da nur noch ein Klacks.
Dann ging alles ganz schnelle, viel zu schnell und zu glatt, fand Theo. In Ulf`s Bude tranken sie dann gelassen ein kühles Bier.
„Das ist doch wie geschmiert gelaufen“, tönte Ulf und lachte schalend. „Sie dir diesen Schmuck an. Morgen abend bringe ich ihn in ein Schließfach am Hauptbahnhof, dort lassen wir ihn liegen bis sich die Wogen geglättet haben. Dann verkaufen wir alles in einer anderen Stadt, weit genug von hier entfernt. Wenn wir bock haben setzen wir uns in den Flieger und sind verschwunden, auf nimmer wiedersehen.“
Ulf war total aus dem Häuschen. Theo saß still neben ihm, er machte sich so seine Gedanken.
Mehrere Tage vergingen. Alle Zeitungen berichteten über den Einbruch. Als Ulf und Theo wieder einmal zusammen saßen und Pläne schmiedeten... inzwischen glaubte Theo auch daran, dass nichts mehr passieren würde, läutete es an der Wohnungstür.
„Mach mal auf“, sagte Ulf zu Theo. Gehorsam stand dieser auf und schlurfte zur Tür. Vor ihm standen zwei Polizisten in Uniform.
Theo musste schlucken, jetzt hieß es ruhe bewaren, dass war sicher ein Versehen.
„Wohnt hier Ulf Heiland? , Fragte der Polizist.
„Ja, der ist zu hause“, sagte Theo und ihm viel auf einmal das Schlucken schwer.
„Dürfen wir mal rein?“ Theo trat bei Seite. Nun hieß es gelassen bleiben. Ulf hatte bereits alles mitbekommen und war aufgestanden.
„Was gibt es denn“, fragte er lauthals.
„Sie haben sicher von dem Einbruch im Juweliergeschäft gehört“, setzte einer der Polizist an, dazu würden wir sie gerne Verhören. Man hat sie gesehen.
Ulf bekam fast einen Lachkrampf.
„Wir begleiten sie gerne“, sagte er. „Sicher ist das alles nur ein Missverständnis, komm Theo wir fahren.
„Ich würde ihnen gerne etwas zeigen“, sagte der Polizist auf der Wache der sich inzwischen als Herr Wagner vorgestellte hatte.
Sie saßen in einem Raum, wo ein Videogerät stand. Theo fühlte sich auf einmal nicht mehr wohl. Dann lief der Film. Er zeigte Ulf und Theo wie sie gerade dabei waren die Auslagen zu plündern.
„Woher haben sie das?“, schrie Ulf. Der Polizist lächelte.
„Von dem Inhaber des Juweliergeschäftes, Herr Heiland.
„Aber da waren doch keine Kameras“, sagte Ulf und sah Theo entsetzt an. Es hatte keinen Zweck mehr noch zu leugnen.
„Ja, meine Herren, wenn sie glauben im altem Juweliergeschäft, bei einem altem Inhaber gibt es keine Videoüberwachung, da haben sie sich dann wohl geiert.
„Wo befand sich die Kamera?“, fragte Theo, der sich inzwischen wieder etwas gefangen hatte. „Würden sie uns das sagen?“
„Es war eine getarnte Wanduhrenkamera die ihnen zum Verhängnis wurde meine Herren.“ Und nun wüsten wir gerne, wo der Schmuck ist.“

Letzte Aktualisierung: 20.01.2008 - 20.53 Uhr
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