Futter für die Bestie
Futter für die Bestie
Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
Anthologie zu. Auf Gewalt- und Blutorgien haben wir allerdings verzichtet. Manche Geschichten sind sogar witzig.
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April 2008
Spritztour
von Sylvia Seelert

„Los, Alder, mach mal ’nen Schuh!“
Hedwig Krause, den Rücken gebeugt vom Alter und dennoch würdevoll die Hände um das Lenkrad geklammert, beäugte durch ihre Nickelbrille den jungen Mann, der sich an der Kreuzung einfach in ihr Auto gedrängt hatte. Hinter ihr tönte eine wütende Hupe, vor ihr leuchtete die Ampel grün. Strähniges, schwarzes Haar umrahmte das schmale Gesicht des ungebetenen Beifahrers. Schwarz war auch seine Kleidung. Jung war er, fast noch ein Kind. Schließlich griff sie zu der Handtasche neben sich und ließ diese auf ihn herabsausen.
„Meinen Schuh kriegen Sie nicht!“, stellte sie klar, holte erneut aus und traf ihn direkt auf die Kinnspitze. Er knurrte überrascht auf.
„Oh man, locker mal ab und gib Gas. Isch hab Knarre, isch schwör!“
Nach einem kurzen Gerangel, begleitet von mehrstimmigem Hupen hinter ihnen, nahm er ihr die Handtasche ab und bedrohte sie mit der Pistole.
„Pah“, raunzte sie entrüstet, „Du jagst mir mit deinem Spielzeugrevolver keine Angst ein!“
„Woher …“, stammelte er und ließ seine Hand sinken. Wildes Klopfen dröhnte an der Fahrertür und ein aufgeblähtes, rotes Gesicht mit Stoppelbart brüllte gegen die Scheibe an.
„Du dumme Kuh, beweg deinen Arsch von der Kreuzung. Wie oft soll denn noch grün werden?“
Hedwig kurbelte das Fenster herunter, streckte ihre Hand auffordernd zu ihrem unbekannten Beifahrer, der sofort begriff. Schon schlug ihre Tasche mit den goldenen Schließen und Kordeln unerbittlich zu.
„Sie unverschämter Kerl. Hat Ihnen niemand Benehmen beigebracht? So spricht man nicht mit einer Dame!“
Verblüfft taumelte der Mann zurück und griff sich mit der Hand an die Nase, aus der ein dünner, roter Faden lief. Hedwig reichte die Tasche zurück, kurbelte das Fenster hoch, legte den ersten Gang ein und zuckelte langsam über die Kreuzung.
„Pah“, grummelte Hedwig erneut. „Früher sind sich die Menschen mit Respekt begegnet. Und heute?“
Sie schüttelte traurig ihren graugelockten Kopf und schaute nachdenklich auf das entgegen ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 30.04.2008 - 21.46 Uhr
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