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Mai 2008
Die rote Couch
von Michael Rapp

„Das ist ein echtes Prachtstück“, sagte der Verkäufer, rammte mir den Ellenbogen in die Rippen und fügte in verschwörerischem Ton hinzu: „Was glauben Sie, wie die Täubchen auf dieser Couch dahinschmelzen.“
Ich sah ihn skeptisch an. „Schmelzende Täubchen?“
„Ja, wirklich!“, bekräftigte er. „Dieses Möbel wurde nach den allerneuesten Erkenntnissen der Ergonomie gestaltet. Der Entspannungseffekt bei Frauen ist phänomenal! Stellen Sie es sich vor: Sie kommen von einem gemütlichen Abendessen und überreden Ihre Begleitung, noch auf ein Käffchen zu bleiben. Sie sitzen gemeinsam auf diesem Sofa, eine Kerze brennt, Robbie trällert – alles ist so gemütlich, dass sie gar nicht mehr nach Hause will. Und zack!“ Mit den Händen bildete er einen zuschnappenden Bügel nach. „Schon haben Sie die Dame in der Falle.“
Gebührend gleichgültig gab ich meinem Unglauben Ausdruck, dann bestellte ich die rote Couch. Sie gefiel mir gut, und man saß wirklich sehr bequem. Sicher, billig war sie nicht, aber ich war jung, und in einer Welt, in der zwei bis drei Monatsgehälter als Richtgröße für einen angemessen kostspieligen Verlobungsring galten, war es nicht verrückt, genauso viel (oder etwas mehr) für ein paar schmelzende Täubchen auszugeben. Zumal die Liste meiner erfolgreichen Dates kaum länger war als die wissenschaftlich nachgewiesener Entführungen durch Außerirdische.
Die Lieferung der Couch erfolgte zügig. Keine Woche nach meinem Einkauf schleppten zwei Blaumänner sie durch die Wohnungstür und hinein in mein Junggesellenreich. Dort fand das Möbel seinen Platz zwischen Bar und Flatscreen.
Das Timing hätte nicht besser sein können, denn eben an jenem Tag hatte ich die erste Verabredung mit meiner Nachbarin. Ellis war wunderschön, hochgewachsen, mit sportlicher Figur und dunklem Teint; eine jener Frauen, mit deren Hilfe die Werbeindustrie Alltagsdrogen zuverlässig an den Mann bringt. Es fiel mir schwer, sie anzusehen, ohne dabei den Bacardi-Song zu summen.
Es war nicht leicht gewesen, ihr  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.05.2008 - 21.10 Uhr
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