Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten
In diesem Buch präsentiert sich die erfahrene Dortmunder Autorinnengruppe Undpunkt mit kleinen gemeinen und bitterbösen Geschichten.
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Juni 2008
Das Ende des Tanzes
von Esther Schmidt

Kiyoshi-san schauderte. Obgleich die schmale Hand, die in der seinen lag, ganz vom Stoff des Reisekimonos umhüllt wurde, obgleich er selbst lederne Handschuhe trug, durchfuhr es ihn bei der Berührung, als hätte er nackte Haut gestreichelt.
Miharu war nicht irgendeine Frau. Sie war eine Geisha – die bevorzugte Geisha des Shogun Fudo-san. Oft schon hatte Kiyoshi-san durch die Schluchten am Rande des Gebirges geleitet. Doch so groß die Vertrautheit zwischen ihnen inzwischen war, so tief war auch die Kluft.
Fudo-san war sein Daimyo, sein Lehnsherr, und zugleich war er der Gönner der jungen Geisha – ihr Danna. Und nichts hätte zwei Menschen endgültiger trennen können, als diese gemeinsame Herrschaft.

*

Am Mittag atmete Miharu den süßen Duft der Kirschblüten. Von der Seite des Hauses, dort, wo sich der Übungsplatz der Samurai befand, klang das Schlagen der hölzernen Übungsschwerter zu ihr herüber und sie wandte sich zur Seite, um den Geräuschen und dem Verlauf der Balustrade zu folgen.
Als sie Kiyoshi-san entdeckte, schlug ihr Herz schneller, doch ihre Züge drückten nichts als ruhige Sanftmut aus. Die Männer hatten die hölzernen Waffen zur Seite gelegt. Umringt von den anderen Kriegern stand Kiyoshi-san einem anderen Kämpfer gegenüber: Das Katana in der rechten Faust, das kürzere Wakizashi in der linken. Miharu wusste, wie scharf die Schwerter waren und als der Kampf begann, hielt sie für einen kurzen Moment den Atem an – doch dann wurde sie ganz gefangen genommen von der absoluten Körperbeherrschung des Samurai.
Seine Bewegungen waren fließend und voller Stärke. Trotz des Gewichtes der Rüstung und der Waffen führte er die Klingen leicht und beherrscht. Die Angriffe seines Gegners schien er im Voraus zu ahnen, konterte blitzschnell und mit einer Geschicklichkeit, die den Zuschauern respektvolle Laute entlockte.
Die Waffen blitzten im Sonnenlicht und sangen wie exotische Instrumente, wenn sie aufeinander trafen – es war ein Tanz, voll gefährlicher Eleganz und t ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 19.07.2008 - 14.02 Uhr
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