Der Cousin im Souterrain
Der Cousin im Souterrain
Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Juli 2008
Last Man Standing
von Heike Pauckner

Mit einem letzten, ohrenbetäubenden Knacken ergab sich die HMS Terror ihrem Schicksal und versank langsam zwischen dem Packeis, das das Schiff jahrelang in seiner Zange gehalten hatte. Dann war Stille.
Wir standen da wie paralysiert, und blickten auf die Leere vor uns, die wir nicht so schnell begreifen wollten. Gerade eben war ein weiteres Stück Heimat für uns verloren gegangen, ein weiteres Stück Hoffnung, vielleicht doch noch aus eigener Kraft nach Hause zu kommen oder zumindest ausharren zu können bis wir gefunden wurden.
Ich drehte mich um und sah die Mannschaft hinter mir stehen. Was war aus uns geworden? Abgewrackte Gestalten, eingemummt in Decken, mit Erfrierungen und Verzweiflung in den Augen. Voller Stolz waren wir 1845 mit zwei Schiffen aus England ausgelaufen, um einen kürzeren Seeweg zwischen Europa und Asien zu entdecken, doch wir waren im arktischen Winter eingefroren und keiner der folgenden Sommer hatte die Kraft gehabt, das Eis schmelzen zu lassen. Wir saßen fest, waren nun schon zu viele Jahre im Eis gefangen. Zu viele für die Vorräte, zu viele für den Verstand und die Seele. Wir wären bereit gewesen, für den Anblick von grünem Gras zu morden.
McFinney, einer der Leichtmatrosen, schluchzte auf. Seine Finger krallten sich um eine Bibel, als könne ihm das Buch Halt geben.
„Das Ende!“, schrie McFinney und seine Augen waren voller Angst. „Seht doch da, die Toten! Sie kommen, um uns zu holen. Der Herr, er richtet über uns!“
Was immer er meinte zu sehen, es ließ ihn kreischen und weinen.
Barnes und Bullit, zwei Matrosen, versuchten McFinney zur Ruhe zur bringen, doch er wehrte sich gegen die Hände, die ihn packten. Erst als Bullit ihm einen Fausthieb versetzte, erschlaffte er.
„Bootsmann Wright!“ Der Ton des 1. Offiziers Fitzjames, der die HMS Erebus kommandierte, war militärisch korrekt, und doch spürte ich, dass er mich verachtete. „Sorgen Sie hier für Ordnung! Ich will, dass die Vorräte auf der Erebus verstaut werden und dass die Besatzung s ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 04.08.2008 - 14.29 Uhr
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