Der himmelblaue Schmengeling
Der himmelblaue Schmengeling
Glück ist für jeden etwas anderes. Unter der Herausgeberschaft von Katharina Joanowitsch versuchen unsere Autoren 33 Annäherungen an diesen schwierigen Begriff.
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August 2008
Das Personal macht, was es will!
von Elsa Rieger

Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt, wie Zarah Leander und Udo Lindenberg unnachahmlich singen, erwacht mein Autorengehirn. Nach einem doppelten Espresso setze ich mich an den Rechner, öffne den gerade aktuellen Text und warte auf meine Muse. An manchen Abenden lässt sie sich nicht blicken, aber heute überrumpelt sie mich geradezu mit wilden Küssen; das Personal springt auf und hüpft vor mir her, wirft sich von einem Konflikt in den nächsten; mit heraushängender Zunge folge ich, so schnell es geht. Ab und zu überhole ich die Figuren und verpasse ihnen einen Cliffhanger, um eine Zigarettenpause für mich herauszuschlagen. Doch schon geht’s weiter!
Leander (wie kam ich nur auf so einen Namen?) entwickelt sich zu einer wahren Bestie – dabei war sein Charakter völlig anders angelegt. Was treibst du? Du solltest doch der umwerfende Lover sein! Als Heiratschwindler kann ich dich nicht brauchen. Ich versuche einen Schlenker, bei dem er sich richtig verlieben muss. Leider schießt Beate quer – sie denkt gar nicht daran, den Kerl zu verzaubern, gibt sich spröde und feministisch. Wo ist mein Vamp geblieben?
Ich schreie die Zeilen auf dem Monitor an: Hey Leute, falsche Richtung! Das wird kein Krimi, sondern ein Liebesroman! Aus Erziehungsgründen tippe ich zehn Rufzeichen in den Text.

Um ihnen die Gelegenheit zum Umdenken zu geben, geh ich aufs Klo. Dort grüble ich weiter. Also der Name Leander geht gar nicht, wenn er so ein mieser Charakter ist. Der muss anders heißen. Paul oder Kurt vielleicht. Ich ziehe die Spülung, wasch mir die Hände und suche für einen weiteren Espresso die Küche auf. Mit flatternden Fingern klopfe ich eine Zigarette aus der Packung. Rauche. Ich werde es euch schon zeigen!

Kurzerhand mache ich einen Seitenumbruch und beginne die Szene erneut. Aha, nun entspinnt sich ein Dialog, der in die richtige Richtung treiben könnte. Meine Finger bewegen sich zärtlich über die Tastatur, das wird was!
Beate schlug mit einer lasziven Geste die Beine ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.08.2008 - 22.12 Uhr
Dieser Text enthält 5371 Zeichen.

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