Burgturm im Nebel
Burgturm im Nebel
"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Thema: Affäre | September 2008
Seerosen auf dem Brackwasser des Lebens
von Helga Rougui

Es ist immer der gleiche Kreis, den ich ziehe.
Wie oft schon, weiß ich nicht.
Das merke ich daran, daß sich die Blickwinkel wiederholen mit jeder Runde.
Ich nehme immer die gleichen Kurven.

Wenn ich den Schatten des Blattes verlasse, verfolge ich eine gerade Strecke, nicht sehr lang.
Dann umrunde ich meine Höhle und auf der vorderen Schneise winde ich mich durch eine grüne Pflanze.
Und wieder von vorn.

Manchmal verharre ich in einer Ecke, warte.
Ab und an nehme ich den umgekehrten Weg.

Meine Kraft ist unbändig,
Aber ich kann sie nicht erschöpfen.
Meine Wildheit lauert, komprimiert in einem Punkt meiner selbst.
Ich kann nichts tun.

Meine Seele ist angefüllt mit Bildern.
Ich erinnere mich an grüne Tümpel, schlammige Pfützen, glühende Hitze, tanzende Mücken, frisches Fleisch.
An Gefahr und gewonnene Kämpfe.
Und natürlich, natürlich an sie.
An sie alle.
Diese war rot mit goldenen Einsprengseln. Wehende Schleier. Ein kräftiger Leib.
Wieder einmal eine ideale Mutter für weitere Kinder.

Wir umschwammen uns bereits. Ich begann mein Schaumnest zu bauen.
Ungeduldig, wie sie war, half sie mir dabei.
Ab und an entzog sie sich, kokett, wie sie war.
Wir waren voller Erwartung.

Dann war eines Morgens alles anders.
Ich wachte auf.
Ich öffnete die Augen, es war dunkel.
Ich dachte, ich sei noch in meinem Traum gefangen, ein Alptraum, in dem man mich hin und her gestoßen, mich mit Wassermassen um und um gestürzt, mich heftig in einen engen Raum geworfen hatte, in dem ich erschöpft liegenblieb.
Ich war allein.
Ich konnte nicht weg.
Da begriff ich, daß der Traum kein Traum gewesen war.

Eines Tages war wieder Licht, ich war immer noch allein.
Ich fing an, diese Runden zu drehen.
Ich lernte, nur noch wahrzunehmen, was um mich herum war.
Ich blendete meine Erinnerungen aus.

Ich weiß nicht, wie lange ich schon hier bin.
Ich fühle nicht. Ich denke nicht. Ich lebe.

In regelmäßigen Abständen kommt ein Großer Bleicher Fisch mit einem riesi ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 01.10.2008 - 11.20 Uhr
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