Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Märchen | Januar 2009
Ruhm von Vierlanden
von Katharina Joanowitsch

Es war einmal eine Kassiererin, die war so wunderschön, dass jeder Mann nur bei ihr seine gesammelte Einkaufsbeute ausbreiten wollte. Daher war ihre Kassenschlange die längste und geduldigste des ganzen Supermarktes. Die Kassiererin hieß Rosa Bleibtreu, was für jeden sichtbar auf einem Plastikschild am lindgrünen Kittel zu lesen war. Kein Name konnte besser passen: gerahmt von kirschholzfarbenem Haar, blühten zwei Apfelbäckchen in ihrem ebenmäßigen Gesicht, und ihre dicht bewimperten Augen strahlten in Vergiss-mein-nicht-Blau. Ihre Stimme war von becircender Sanftheit. Andächtig rückten die Kunden vorwärts. Wann wurden je Suppendosen, Joghurtbecher, Glühbirnen und Scheuerpulver so hingebungsvoll auf ein Laufband gestellt? Mancher zupfte rasch noch, kurz bevor Rosas flinke Hände den Strichcode über das Laserfeld zogen, seine Einkäufe zurecht, nur um einen scheuen Blick ihres Vergiss-mein-nicht-Blaus zu erhaschen. Nicht nur Männer waren von ihr bezaubert, auch Frauen verstummten angesichts ihres Liebreizes und – ihrer Einzigartigkeit, denn Rosa hatte drei Arme.

Ihren Dienst hatte Rosa an einem Montag begonnen und bereits am Freitag war sie der Kassenmagnet. Jeder ahnte, woher sie kam. Hans Pracht, der Marktleiter des Gut-und-nah-Marktes, hätte sie nach dem Vorstellungsgespräch umgehend eingestellt. Deren Schwester, so munkelte man, hätte drei Brüste, der Bruder zwei Nasen. Nun saß sie an Kasse 3, direkt vor dem Büro des Marktleiters. Dieser wachte für gewöhnlich per Monitor über den reibungslosen Verkauf, jedoch seit Rosa mit dreihändiger Geschicklichkeit gleichzeitig Waren wog und schob, Zahlen tippte, Leergutbons abstempelte und hin und wieder von einem Apfel abbiss, trieb es ihn häufiger als nötig in den Kassenbereich. Der Umgangston hatte sich seit Rosas Erscheinen aufs Freundlichste verändert; sogar Eva, Kasse 1, und Lydia, Kasse 2, deren schnippische Art so manche Kundin erbost hatte, waren verträglicher geworden, versuchten aber durch ungewöhnliche Ha ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.01.2009 - 23.17 Uhr
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