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Märchen | Januar 2009
Aufruhr in Ägypten
von Susanne Ulrike Maria Albrecht

„Willst du nicht mein Freund werden?“ fragte einer der aussah wie George Clooney, und sich als Wolfgang vorstellte.
Peter wirkte verwirrt.
„Na, dann eben nicht!“ knurrte der Hungrige. Und aus dem schönen Wolfgang wurde der böse Wolf.
„Wir suchen Schneewittchen!“ lautstark probten sich sieben kleine Zipfelmützenträger, die wie die Ölgötzen dastanden im Protestieren. „Du bist der Meisterdetektiv, den wir per Brieftaube angefordert haben, um das verschwundene Schneewittchen zu finden!“ fasste einer der Ölgötze seine Gedanken in Worte, und trat mutig vor die Gruppe. „Können wir dann gehen?“ fragte er.
„Nein!“ der schöne Wolfgang fletschte die Zähne. „Verzieht euch schleunigst hinter die sieben Berge, oder jeder erfährt was für kleine Perverslinge ihr seid! - Dann werden die sieben Zwerge aus jedem Märchenbuch gestrichen!“ knurrte er. Und wie ein geölter Blitz sausten die Ölgötze davon.
Der böse Wolf wandte sich an Peter. „Da vorne steht das allseits bekannte Knusperhäuschen von Hänsel und Gretel. - Die sind zwei Satansbraten, und ein Fall für die Supergranny! Die beiden haben zu viel kriminelle Energie im Kopf. Bei denen geht alles so schnell, dass es schon vorüber ist, bevor es überhaupt angefangen hat! Der Hänsel und die Gretel schießen nur auf jemand, um ihn durch die Luft fliegen zu sehen. Keinerlei Respekt, diese Jugend von heute! Aber nicht mit mir! Ich hab da meine eigene Methode ... Ich sag nur: Knüppel aus dem Sack ...“ Er machte eine veranschaulichende Gestik.
„Tja! Du bist in der Tat, ein toller böser Wolf!“ meldete sich Peter zu Wort.Während er überall Fabelwesen sah.
Der schöne Wolfgang stieß drohende Kehllaute aus. „Waldsterben mal anders!“ brummte er. „Ein mörderisches Märchen, im wahrsten Sinne! - So etwas wie Ganovenehre gibt es nicht, das ist ein Mythos! - Allerdings brauchen wir keine von der Kripo, um einen Mordfall im Forst zu klären! Vor allem können wir keinen Burschen gebrauchen, der hier in Ägypten für Aufruhr sorgt! Und um noch mehr Licht in deine Wissensdunkelheit zu bringen, sage ich es frei heraus: Fremde sind hier nicht gern gesehen! Fremde bringen nur schlechte Nachrichten! Nichts für ungut ... Aber Misstrauen ist mein zweiter Name und hält mich am Leben. Ich vermute schon eine Verschwörung, wenn ich den gestiefelten Kater an einer Würstchenbude stehen sehe! Ganz zu schweigen, von Hans im Glück, der ist zwar ein Idiot, aber wenigstens ein glücklicher! Und ich ... Ein verschütteter Bergwerkarbeiter hat mehr Glücksgefühle ... Aber das ist eine andere Geschichte ... Und schließlich will ich nicht zum Märchenonkel mutieren!“ er fletschte die Zähne. In dem Augenblick, trat Schneewittchen, dass hinter den sieben Bergen die Schönste war neben ihren schönen Wolfgang, der aussah wie George Clooney, und schmiegte sich an ihn. Nach der geglückten Flucht vor den lüsternen sieben Zwergen und dem Märchenprinzen, hatte sie in ihm endlich ihren Traummann gefunden, Peter war verlegen und gab Zeichen wie beim Pokern. Er war so geblendet von dem Antlitz Schneewittchen, dass er wie angewurzelt dastand und mit den Augen rollte bis er Sterne sah. „Dann will ich nicht länger stören!“ stammelte er.
„Jederzeit gerne!“ hauchte Schneewittchen und warf ihm „Kälbchenaugen“ zu. „Wir Immigranten, müssen doch zusammenhalten!“
„Da wir gerade beim Thema sind: Ich habe den langen Flug aus Übersee auf mich genommen, um nach Hause zu kommen!“ japste Peter. „Aber irgendwie, scheint der Kompass meines Herzens nicht mehr richtig zu funktionieren! Nach Ägypten ... wollte ich ganz gewiss nicht!“ Er war zutiefst betrübt. „Wo ist Niemandsland?“
„Niemandsland ist abgebrannt!“ knurrte der schöne Wolfgang.
„Niemandsland ist abgebrannt?!“ wiederholte Peter ungläubig.
„Du bist ein fixer Bengel!“ sein makelloses Wolfsgebiss bleckend, hielt er Schneewittchen fest. „Zwischen Ägy ... und ... pten, war gerade ein Platz frei ... Und da haben wir uns eben hier angesiedelt!“ sagte er lapidar. Dann verschwand er mit Schneewittchen in der Bretterbude.
Peter zog einen Flunsch. Mit den Augen Blitze schießend murmelte er:“Ich könnt ihn auf den Mond schießen!“

„He! Dich kenne ich doch!“ rief Peter verblüfft.
„Das halte ich für ein Gerücht!“ konterte der kleine Antipathieträger.
„Dein Name liegt mir auf der Zunge ... Wie nennt man dich?“ Peter hatte Blut geleckt.
„Manchmal nennt man mich so, oder so!“ das Männlein ließ sich nicht aus der Reserve locken.
„Und wie nennt man dich meistens?“ ereiferte sich Peter Pan.
„In der Märchenstunde, oder in der Menschenwelt?“ entgegnete der Kleine schnodderig.
„Hier! Hier ... hinter den sieben Bergen, meine ich!“ Peter wurde zum Berserker. „Moment! - Eigentlich dürfte ich nicht „die sieben Berge“ sagen!“ grübelnd starrte er vor sich hin. „Um es richtig auszudrücken, müsste ich jetzt sagen:“Hinter den Pyramiden“ ... Oder so ähnlich ... Schließlich sind wir ja in Ägypten ...“
„Papperlapapp! Wir alle hier sind sehr traditionsbewusst! - Also, rede ruhig so, wie dir der Schnabel gewachsen ist ...“
„Okay! - Wie nennt man dich?“
„Errate meinen Namen und du bist frei! Fällt mir da nur ein!“ der Zwerg war nicht zu beeindrucken. „Außerdem sind Namen Schall und Rauch! Ich bin inkognito unterwegs!“
„Müller-Wolkenscheid, Hasenfratz, Schneider?“ Peter überlegte angestrengt. „-Buffalo Bill?“
„So heiß ich nicht!“ triumphierte der kleine Antipathieträger.
„Vielleicht bist du das tapfere Schneiderlein ... Sieben auf einen Streich!“ warf Peter Pan ein und rollte mit den Augen, als hätte er sich den Mund verbrannt, an viel zu heißer und viel zu scharfer Chilisauce.
„Du bist doch wirklich der Abschaum der Menschheit!“ schrie das Männlein hysterisch und stieß mit dem rechten Fuß vor Zorn so tief in die Erde, dass es bis an den Leib hineinfuhr. „Von dem vielen herumsitzen in der Dunkelheit fühle ich mich schon wie ein Maulwurf!“ protestierte es lautstark.
„Ah! Jetzt weiß ich es!“ war die kernige Reaktion von Peter Pan. „Ich weiß, dass du Rumpelstilzchen heißt!“
Das Männlein sah ihn gelangweilt an:“Ja, und?“
„Ich habe deinen Namen erraten!“ antwortete Peter unerbittlich.
Es wiederholte:“Ja, und?“
„Du musst in deiner Wut den linken mit beiden Händen packen und dich selbst mitten entzwei reißen!“ forderte Peter begierig. „Und mir das Gold lassen!“
Das war der Punkt, an dem das gar zu lächerliche Männchen aufgab. „Verdammt, nochmal!“ stöhnte es genervt. „Wieder der selbe Mist! - Und das alles, in diesen ägyptischen Sandmassen!“ Es riss sich selbst entzwei und verschwand in einer Schwefelwolke.
Peter machte sich aus dem Staub, mit einer Schubkarre voll Gold.
... Und wenn er nicht gestorben ist ... ist jemand anderes tot ...

Letzte Aktualisierung: 03.01.2009 - 15.59 Uhr
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