Der Tod aus der Teekiste
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Überraschung | Februar 2009
Mensch Teufel Gott
von Helga Rougui

"Was??? Ich soll sterben??? Sterben soll ich???", empörte sich lauthals und enttäuscht der Mensch, als Gott ihn verärgert allein ließ auf der Welt und davon ging, ohne noch mit ihm zu sprechen.

"Und ich weiß nicht einmal, was das ist," flüsterte er ängstlich und so leise, daß nicht einmal Gott ihn mehr hören konnte.

Aber der Teufel, der auch das leiseste Raunen jeder einzelnen Todsünde und jedes menschlichen Zweifels überall auf der Welt vernimmt, hörte ihn und sagte zu ihm:
"Wenns der Alte nicht getan hat, kann ich dir leider auch nicht erklären, was das ist, Sterben. Aber ich kann dir sagen, wozu es dient: sterben mußt du, damit du es gemütlich heiß und angenehm trocken hast dereinst und damit du dich in pikant schillernder internationaler Gesellschaft gut unterhältst und nicht allein bist – aber wenn du nicht sterben willst, wirst du ewig leben und irgendwann, wenn alle anderen zu mir gekommen sind und es richtig nett haben, wirst du ganz allein zurückbleiben auf der Welt und auf ewig frieren und traurig sein, und niemand wird dich hören und keiner wird mit dir sprechen."

Nach einer Weile kehrte Gott zurück und war milde gestimmt. Der Urteilsspruch der Endlichkeit war doch zu hart gewesen, der Mensch war zwar voller Fehler, aber er konnte sich bessern, um das Paradies zu erringen und damit das ewige Leben im Chor der Engel.

Also erschien Gott dem Menschen und hub an und verkündigte:
" Ich, Gott, schenke dir, Mensch, das ewige Leben ... "

- und war höchst überrascht, als der Mensch ihn unterbrach, sich vor ihm niederwarf und ihn anflehte: "Laß mich sterben, oh mein Gott, bitte, laß mich sterben!"

Ja, wir Menschen sind immer für eine Überraschung gut.
Wir bleiben nicht gern allein und nicht gern allein zurück – und wir mögen es, wenn man uns nicht verläßt und mit uns spricht …

Letzte Aktualisierung: 15.02.2009 - 00.24 Uhr
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