Ganz schön bissig ...
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Überraschung | Februar 2009
Gib Gummi, Paul
von Robert Pfeffer

Paul nörgelte. Im Gesicht des Dreijährigen schmolzen die Kulleraugen zu immer kleiner werdenden Schlitzen und aus den Tiefen seines Körpers konnte Melissa die nächste Welle in Richtung der Tränenkanäle ihres Sohnes aufsteigen sehen.
„Du brauchst gar nicht wieder anfangen zu heulen. Irgendwann muss mal Schluss sein mit dem Schnuller. Du willst doch ein großer Junge sein, oder? Große Jungs haben niemals einen Schnuller!“
Paul beantwortete den Appell an sein Alter mit der ihm eigenen Unwilligkeit und warf sich aus dem Bett auf den Boden. Melissa gab sich größte Mühe, ihn nicht zu beachten, blieb am Bettrand sitzen und wartete. In einem Eltern- Ratgeber hatte sie gelesen, Ignorieren sei ein probates Mittel, damit Kinder sich auf sich selbst fokussierten. Man brauche nur etwas Geduld. Melissa wünschte sich in diesem Moment eine deutlich präzisere Definition des Wortes 'etwas', denn Paul fokussierte sich zu ihren Füßen ausschließlich und heftig auf den Teppich.

Ein paar Minuten sah sie zu, wie Paul ohne Rücksicht auf den Ratgeber den Velours wässerte, bis sie schließlich doch das angeblich probate Mittel verwarf, den zuckenden Leib vom Boden aufhob und ihn sanft an sich drückte. Paul ließ zwar mit dem Gezappel nach, presste aber eine weitere Tränenfontäne hervor. Erst als er den Schnuller sah, huschte ein Lächeln über sein krebsrotes Gesicht. Das Drama dieses Abends ging dem Ende entgegen, der Sauger brachte innerhalb kurzer Zeit den gewünschten Schub der Schlafhormone. Wie eine sich schließende Schleuse ließ jedes Auge noch ein letztes Tröpfchen durch, dann war Ruhe. Und Melissa mit ihrem Latein wieder mal am Ende.

Eine halbe Stunde später und ohne wirkliche Hoffnung auf einen brauchbaren Tipp, schlug sie im Bett liegend den nächsten Ratgeber auf, um die letzten Minuten, die ihr an Kraft heute noch blieben, sinnvoll zu füllen.

In den letzten Jahren wurden bei der Entwöhnung vielfach gute Ergebnisse mit der Idee einer Schnullerfee erzielt. Die Fee überbringt ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 03.03.2009 - 21.26 Uhr
Dieser Text enthält 8849 Zeichen.

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