Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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März 2009
Neulich auf Wiese vier
von Robert Pfeffer

„Neunhundertfünfundneunzig, Momentchen gerade Martha, neunhundertsechsundneunzig ... hallo? Was ist denn hier los? Maaaaaaaaartha!!!! Mir fehlen vier Beine! Keiner verlässt den Haufen, ist das klar?“
Tony, gewohnt auf die Vollzähligkeit seiner Beine bedacht, war ein eitler Tausendfüßler. Die Ameisen nebenan hielten ihn für einen Fatzke. Aufgeschreckt vom Geschrei aus dem Laubhaufen, stellten sich die Wachposten auf die Hinterbeine und begannen zu feixen, als Tony, zur Hälfte aufgerichtet, mit geschätzten dreihundert Beinen wild gestikulierte.
Aus dem Untergrund der Krabbelkolonie stieg General von Wiesengrund empor, Oberbefehlshaber der ameisischen Streitkräfte und seit einem angeblichen Auslandsaufenthalt bei den Termiten persönlicher Berater der Königin.
„Was ist da los, Wachmann? Geben’se mal Meldung!“
„Dem Schnösel von nebenan, äh, Entschuldigung, dem Herrn Tausendfuß fehlen offenbar vier Beine, Herr General.“
„Weiter beobachten und sofort Meldung machen, wenn sich etwas ändern sollte, Wachmann!“
„Jawoll, Herr General.“

Derweil gegenüber ...
„Du veranstaltest hier vielleicht einen Zirkus wegen vier blöder Beine, Tony!“ Martha Tausendfuß machte mehrere Dutzend wegwerfende Fußbewegungen.
„Sorg lieber dafür, dass wir noch ein paar Blattläuse kriegen. Ich hab das Gefühl, sie liefern die nicht mehr mit demselben Inhalt wie früher. Die hier ist schon wieder leer“.
Rhythmisch presste Töchterchen Amanda Tausendfuß den Hinterleib der Blattlaus, während Martha sich die Spitzen ihrer Beine mit dem austretenden Sekret lackierte.
„Vier blöde Beine? Sagtest du ‚vier blöde Beine’? Wo kommen wir denn hin, wenn sich hier jeder in der Nacht bedienen kann, wie er will? Der Diebstahl von vier Beinen ist nichts anderes, als ein insektöser Skandal allerersten Ranges, meine Liebe!“
„Ach? Und dass du hier zu nachtschlafender Zeit reinkommst, voll wie drei Zecken nach einer Woche Hund, das ist kein Skandal? Bestimmt tratschen die Nachbarn wieder.“ Martha rollte die Augen.
 ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.03.2009 - 21.07 Uhr
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