Der Tod aus der Teekiste
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"Viele Autoren können schreiben, aber nur wenige können originell schreiben. Wir präsentieren Ihnen die Stecknadeln aus dem Heuhaufen."
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März 2009
Rausch
von Bernd Kleber



Diebe menschlichen Vermögens

Werke stehlen mir die Zeit,
Fälle die Vermöglichkeit,
Sorgen stehlen uns das Leben,
Was dann bleibt uns aufzuheben?
Was der Seele Gott gegeben.

Friedrich von Logau


Das Licht ist grau. Komme kaum in die Gänge. Warum sind die Tage verschieden wie die Lieder eines Zyklus? Warum macht sich Melancholie breit, wo ich sie nicht gebrauchen kann?
Die Woche sollte gleichförmig vergehen, wie ein alter Strom und sich ins Meer ergießen.
Meine Finger bewege ich rhythmisch wie ein Pianist beim Training. Hebe sie abwechselnd auf und ab, lasse sie sich wellenförmig steigen und senken. Gebe unterschiedliche Folgen vor, Finger eins und drei, fünf und zwei, wechsele zurück und kontrolliere, wie flüssig die Bewegung ist.
Ich gehe weiter, der Sog der Großstadt nimmt mich mit, in die Flut des sich Ergießens an die Gestade des Materialismus. Hände greifen nach Materialien, fühlen, tasten, ziehen, streichen, zucken weg, wollen besitzen. Eine Hatz, sich zu unterscheiden im wiederkehrenden Gleichlauf des antrainierten Lebens. Das Bemühen jedes Einzelnen, anders zu sein als der Nachbar und sich doch konform darstellend. Zivilisation in Dosen gequetscht und konserviert! Abscheu habe ich für sie. Diese Masse der Hörigen, die Masse des großen betriebsamen Staates, der jeden, der nicht in die gepresste Ordnung gehört, wegbeißt, ablehnt, verunglimpft.

Ein hämisches Lächeln tarnt mich, falle nicht auf.

Meine Nackenhaare flirren bei diesen Gedanken. Ich folge der Dame mit dem toten Tier am Leib, dessen Schmerz sich durch gläserne Augen in die Unendlichkeit bricht. Möchte es ihr von der Schulter reißen oder wie Aktivisten mit Blut besprenkeln. Ist es korrekt, Geschlachtetes zur Schau zu tragen? Dieses selbstgefällige Grinsen, zum Reinschlagen!
Ich muss meine Aggressionen kanalisieren, es geht nicht, dass ich hier zum Tierschützer werde!
Ich sollte mir Ruhe geben und nehmen. Das kann ich, muss nur wollen. Atmen ist wichtig, gleichförmig  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 31.03.2009 - 21.07 Uhr
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