Mainhattan Moments
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Susanne Ruitenberg und Julia Breitenöder haben Geschichten geschrieben, die alle etwas mit Frankfurt zu tun haben.
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Juni 2009
Gespiegelte Gier
von Bernd Kleber

Ein Schmatzen riss ihn aus dem Schlaf, er tauchte aus pittoresken Welten auf. Noch war Benommenheit. Die Geräusche der Straße, das Klirren seiner Deckenlampe waren in seine Träume eingedrungen. Das Wackeln der Lampenschalen rührte von den nicht enden wollenden Schritten her, die in der Wohnung über ihm tappten. Es war die Anonymität der Großstadt, die ihm eigentlich Ruhe bringen sollte, wer auch immer da oben wohnte, man sollte hoch gehen und die Person erschlagen. Rücksichtslosigkeit!
Sein eigenes Schnarchen hatte ihn aufgeschreckt. Hatte er dabei so laut geschmatzt? Es hallte deutlich in ihm nach, er wurde wütend. Warum weckte diese Grunzatmung ihn, Schnarcher werden doch sonst auch nicht wach? Es war ihm in den Nächten zuvor ähnlich ergangen. Er drehte durch; brauchte Schlaf!
Hellwach war er nun. Wie von einem Gummizug gezogen klappten seine Augen auf und starrten ins Leere, ins Dunkel seines Schlafzimmers. Über ihm die Schritte, welche die Leuchte zum Klirren brachten. Hin und wieder projizierte ein vorbei fahrendes Auto mit seinen Scheinwerfern bizarr schöne Lichtreflexe an die Zimmerdecke. Die glitten wie Phantome bis zur gegenüberliegenden Wand und ließen nur Schwärze zurück, leblose traurige Schwärze.
Er stand auf, tastete mit den Füßen nach dem Schuhwerk und wankte ins Bad, ohne das Licht anzuschalten. Ihm genügte der fahle Schein der Straßenlaterne, der nach dem Spiegel fingerte. Matt schimmernd waren die Umrisse des Klobeckens und der Wanne zu sehen und er konnte sich vage im Spiegel erkennen. Über ihm die Schritte, unaufhörlich. Genug!
Er verließ seine Behausung, stieg eine Treppe höher, hämmerte an die Tür. Sie öffnete sich. Ein verblüfftes Männergesicht sah ihn an. Ein Hieb, die Klinge versank im Oberbauch dieses Mannes. Der brach zusammen, zuckte kurz, kein Laut mehr. Endlich Ruhe!
Wieder in seiner Wohnung angekommen, konstatierte er sein welkes Aussehen. Eigentlich sollte ihn ein zufriedenes Gesicht im Spiegel anblicken. Blasser als vor Stunden  ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 30.06.2009 - 22.07 Uhr
Dieser Text enthält 8351 Zeichen.

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