Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Juli 2009
Morbus populi
von Robert Pfeffer

Das Gebäude ist umgeben von hohen Hecken. Neben der Einfahrt klärt ein Schild darüber auf, was hinter ihnen behandelt wird: „Klinik für Volkskrankheiten“. Marco Peters, Chefredakteur des Magazins „Deutsche Woche“, ist der erste seiner Zunft, der ein Exklusivinterview mit dem Chefarzt, Professor Doktor Waldmann, führen darf. Vertraglich vereinbart ist die Beobachtung einer Untersuchung, ohne den Patienten zu befragen, fotografieren oder seinen Namen zu nennen. Vor und nach der verabredeten Zeit sind jeweils fünfzehn Minuten Interview mit dem Mediziner geplant.
„Was hab ich mir denn unter Volkskrankheiten vorzustellen? Sie behandeln hier vermutlich weder Schnupfen noch Husten.“
„Nein, natürlich nicht. Die Morbus populi sind meist regional auftretende Leiden, denen sich die Betroffenen nur schwer oder gar nicht entziehen können. So reagieren viele Hauptstadtbewohner zum Beispiel mit depressiven Zuständen, sobald die Begriffe ‚Schnauze‘, ‚Buletten‘, ‚Currywurst‘ und ‚Alex‘ fallen, weil sie sich in Vorurteilen gefangen fühlen. Sie wollen vom Klischee abweichen, schaffen es aber nicht. Wieder andere nehmen sich bei Reisen über die Stadtgrenze dosenweise Berliner Luft mit, da sie fürchten, ohne das typische Spree-Gemisch zu ersticken. Hier in der Klinik behandeln wir derlei Erscheinungen, ganz gleich mit welchem Entwöhnungsziel. Unser Anliegen ist die angstfreie Reintegration der Patienten in ihre gewohnte Umgebung, ...“
Vor der Tür hört man Geschrei. Ein Festgeschnallter wird von rennenden Sanitätern über den Flur geschoben.
„Kommt mir net mit ‚alle Hesse sin Verbrescher! Isch stehl kei Aschebescher net und bin ach kei Groschepetzer! Wenn isch ahn habbe will, da kaaf isch mer halt so ahnen!“
„Was war das denn?“, erkundigt sich Peters.
„Der Fall wurde mir bereits angekündigt. Es handelt sich um einen Mann aus der Nähe von Frankfurt, den uns die Polizei überstellt hat. Im Vernehmungsprotokoll steht, dass der Patient bei hohen Gaben von Apfelwein offenbar in Gaststätte ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehört zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen möchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett veröffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schröter

Letzte Aktualisierung: 01.08.2009 - 12.49 Uhr
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