Der Cousin im Souterrain
Der Cousin im Souterrain
Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Dezember 2009
Auf der anderen Seite
von Lars Blumenroth

All die wundersch├Ânen Blumen neben den beiden S├Ąrgen ... Dide wurde das Bild nicht los. Der Schmerz drohte sie zu ersticken und w├╝rde den Schlaf weiterhin abhalten. Die dr├╝ckende Dunkelheit in ihrem Schlafzimmer spiegelte nur ihre innere Leere.
┬╗Mama?┬ź, fl├╝sterte Jasmin pl├Âtzlich am Fu├čende des Bettes.
Dide schluckte, sie versuchte den Schmerz zu unterdr├╝cken. ┬╗Was ist, Schatz, kannst du nicht schlafen?┬ź Was f├╝r eine Frage! Das M├Ądchen hatte Vater und Bruder bei einem Autounfall verloren!
┬╗Nein┬ź, antwortete Jasmin und kletterte ins Bett.
Dide schluckte wieder. ┬╗Ich auch nicht┬ź, sagte sie und zog ihre Tochter zu sich unter die Bettdecke. Bauschiger Stoff knisterte.
┬╗Du hast ja dein Kleid wieder angezogen┬ź, stellte Dide ├╝berrascht fest.
Jasmin schwieg. Das tat sie immer, wenn sie ihrer Meinung nach etwas Verbotenes getan hatte.
┬╗Ist schon okay┬ź, fl├╝sterte Dide. ┬╗Wenn das nicht unbequem ÔÇŽ┬ź
┬╗Nein┬ź, unterbrach Jasmin sofort. ┬╗Das ist mein Engelchenkleid.┬ź
Dide nickte nur in der Dunkelheit. Sie hatte die Bitte ihrer Tochter, dieses Kleid zu kaufen, einfach nicht ausschlagen k├Ânnen. Jasmin hatte sich standhaft geweigert, f├╝r die Trauerfeier gedeckte Farben in Betracht zu ziehen. Sie wollte wei├č, wie es die Engelchen tragen.

Dide lag noch immer wach und versuchte, sich auf das leise Atmen ihrer Tochter zu konzentrieren. Der Schlaf kam nicht. Also schob sie sich doch aus dem Bett und schlich in den Flur. Nach der Trauerfeier hatte Habibe sie geradezu bedr├Ąngt. Sie hatte selbst vor etwa vier Jahren einen Sohn verloren und kannte sich mit solch einem Verlust aus. ÔÇ║Es gibt nur zwei SeitenÔÇ╣, hatte sie gesagt, ÔÇ║das Licht oder die Dunkelheit. F├╝r eine musst du dich entscheiden.ÔÇ╣ Nat├╝rlich. So einfach. Und dann hatte Habibe ihr Badesalz gegeben. Das war so l├Ącherlich ÔÇŽ
Dide nahm die beiden Gl├Ąschen vom Schuhschrank. Eins mit wei├čen Kristallen, eins mit schwarzen. ÔÇ║Licht oder DunkelheitÔÇ╣. Am liebsten h├Ątte Dide das ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte geh÷rt zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verstńndnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen m÷chten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett ver÷ffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schr÷ter

Letzte Aktualisierung: 01.01.2010 - 12.09 Uhr
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