Der Cousin im Souterrain
Der Cousin im Souterrain
Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Do it youself | Januar 2010
Faberius
von Robert Pfeffer

Dienstag, 27. April 1971
„Wie soll das Kind heißen, Herr Pletschbach?“, fragte der Standesbeamte.
„Meine Frau und ich haben beschlossen, ihn Faberius zu nennen.“
„Bitte wie?“
„Fa-be-ri-us.“
„Klingt ... interessant. Hat der Name eine Bedeutung?“
„Das ist Latein und heißt ‚der geschickte und kunstfertige Handwerker‘. Wissen Sie, wir wohnen drüben in Heimwerk, es ist unser erstes Kind und wir wollen doch, dass er mal ein richtiger Heimwerker wird.“
Anton Pletschbach rutschte auf dem Stuhl herum, gluckste vor Freude und knetete seinen Hut.
„Hören Sie sich das mal in voller Länge an: Faberius Pletschbach. Damit wird er es nicht nur im Kindergarten schwer haben!“
„Dem Jungen soll es besser gehen als uns. Zu mir sagen die Leute ständig Tünn und meine Frau rufen alle nur Nies. Das wird Faberius nie passieren!“
„Soviel steht fest“, murmelte der Beamte kopfschüttelnd und dachte, denen, die ihn ärgern wollen, wird was anderes einfallen. Er griff zum Stift und besiegelte im Stammbuch den Startschuss für den kleinen Heimwerker.

Dienstag, 25. Dezember 1973
„Nu schau mal, was der Opa hier hat, Fabi ... Bauklötzchen. Lass uns einen Turm bauen.“
Opa Pletschbach kniete vor dem Weihnachtsbaum und ließ binnen kurzer Zeit die Krippe hinter einem soliden Fundament verschwinden. Sein Enkel saß daneben, bewunderte das Bauwerk und klatschte lachend in die Hände.
„So, jetzt darfst du ihn umwerfen, Fabi, und baust danach selbst einen.“
Zum Einstürzen musste man den Zweijährigen nicht groß auffordern.
„Fabi putt machen?“
Nach kurzem Nicken des Großvaters sprang der Kleine auf und warf sich mit vollem Körpereinsatz in den Turm. Den Widerstand hatte er offenbar anders eingeschätzt. Mit Schwung spritzten die Holzklötzchen zur Seite und gaben den Weg in die Krippe frei. Der Enkel startete durch und schlug zwischen Maria und den heiligen drei Königen mit der Lippe auf einen vollkommen überras ...

Liebe Leserin, lieber Leser,

diese Geschichte gehrt zu den Siegergeschichten und erscheint in unserer Literaturzeitschrift Schreib-Lust Print. Wir bitten Sie um Verstndnis, dass wir uns nicht selbst Konkurrenz machen mchten, indem wir die Geschichte ebenfalls hier komplett verffentlichen.

Vielen Dank!

Andreas Schrter

Letzte Aktualisierung: 31.01.2010 - 21.42 Uhr
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